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Fotografie Grundkurs (5/11): Sensorgrößen

Digitale Spiegelreflexkamera SensorViele Dinge können sich zwischen Kameras unterscheiden, aber nur weniges hat so viel Einfluss auf das spätere Bild, wie die Größe des verwendeten Sensors. In heutigen Digitalkameras findet sich eine Vielzahl verschiedener Sensorgrößen – vom winzigen Sensor der Handykamera bis zum Vollformatsensor in den Spiegelreflexkameras der Oberklasse.

Lichtempfindlichkeit

Je größer ein Sensor ist, auf desto mehr Fläche kann er Licht aufnehmen. Große Sensoren bieten dadurch entweder mehr Pixel bei gleicher Lichtempfindlichkeit, oder eine höhere Lichtempfindlichkeit mit dem damit einhergehenden besseren Rauschverhalten.

Die kleinen Sensoren sind der primäre Grund, weshalb man bei Kompaktkameras häufig schon bei ISO 400 Probleme mit Bildrauschen bekommt, während Spiegelreflexkameras mit ihren größeren Sensoren auch bei ISO 1200 noch brauchbare Bilder aufnehmen können.

Tiefenschärfe

Noch direkter sichtbar ist der Einfluss der Sensorgröße auf die Tiefenschärfe. Je kleiner der Sensor ist, desto größer ist der Bereich, in dem Objekte mit unterschiedlichem Abstand zur Kamera noch scharf ebgebildet werden können – die gleiche Blendeneinstellung vorausgesetzt, da die Blende ebenfalls einfluss auf die Tiefenschärfe hat (siehe Teil 1 dieses Grundkurses). Bei einem größeren Sensor muss man dementsprechend genauer scharfstellen.

Der mit großen Sensoren einhergehende intensivere Schärfeverlauf in die Tiefe kann ästhetisch sehr schön eingesetzt werden, weshalb viele Fotografen Kameras mit großen Sensoren bevorzugen. Kompaktkameras haben teilweise so kleine Sensoren, dass es fast unmöglich wird einen schönen Schärfeverlauf zu produzieren.

Cropfaktor

Mit der Sensorgröße ändert sich auch die Wirkung der Objektiv-Brennweite. Gängige Begriffe für diesen Effekt sind Verlängerungsfaktor und Cropfaktor. Die Wirkung dieses Effektes kann man sich sehr leicht verdeutlichen: Ein Objektiv tut nichts anderes, als ein Bild auf eine Fläche zu projezieren. Auf dieser Fläche befindet sich der Sensor, der das Bild dann aufzeichnet. Ist der Sensor kleiner, zeichnet er einen kleineren Teil der Fläche auf. Die Wirkung ist die gleiche, wie wenn man von einem ausgedruckten Foto nur einen Ausschnitt (to crop (engl.): zuschneiden) betrachtet. Im Vergleich zum vollen Foto wirkt der Ausschnitt wie herangezoomt.

Eine Brennweite auf einem kleinen Sensor wirkt also wie eine größere Brennweite auf einem größeren Sensor. Während Fotografen im Kleinbildformat 85mm-Objektive für Portraits bevorzugen, gilt bei kleineren APS-C-Sensoren die 50mm-Brennweite als Portrait-Objektiv. Daher spricht man umgangssprachlich auch von einer Brennweitenverlängerung auf kleineren Sensoren. Technisch ist das allerdings nicht ganz korrekt, denn die Brennweite des Objektivs ist eine feste physikalische Größe, die sich nicht ändert – nur die Wirkung ändert sich.

Preis

Ein letzter, nicht unwesentlicher Faktor, ist der Preis. Kleine Sensoren sind deutlich günstiger zu produzieren, da im gleichen Produktionsschritt mehr Sensoren produziert werden können. Gleichzeitig müssen auch die Objektive das Bild auf eine größere Fläche abbilden können, wodurch auch ihr Preis steigt. Dementsprechend finden sich große Sensoren auch nur in entsprechend teuren Kameras.

Gängige Sensorgrößen

Fotosensoren gibt es in sehr zahlreichen verschiedenen Größen, aber im Laufe der Zeit haben sich einige Klassen herausgebildet.

Die wichtigsten Sensorgrößen im Vergleich

Die wichtigsten Sensorgrößen im Vergleich

Vollformat

Unter Vollformatsensoren versteht man Sensoren, die dem Format von ursprünglichen Kleinbildfilm, also 36 mm x 24 mm, annähernd entsprechen. Beispiele für Kameras mit Vollformatsensoren sind die Canon EOS 5D Mark II (35,8 mm × 23,9 mm), Canon EOS-1Ds Mark III (36 mm × 24 mm), Nikon D3s (36,0 mm × 23,9 mm) und Nikon D700 (36 mm x 23,9 mm).

APS-C

Die meisten preisgünstigeren Spiegelreflexkameras haben einen Sensor, der ungefähr dem APS-C-Format von 25,1 mm × 16,7 mm entspricht. Bekannte Beispiele sind hier die Canon EOS 550D (22,3 mm × 14,9 mm), Nikon D90 (23,6 mm × 15,8 mm) und Sony Alpha 500 (23,5 mm × 15,6 mm).

1/X”

Bei Kompaktkameras wird die Sensorgröße meist in der Form einer Zoll-Bruchzahl angegeben. Hier gibt es eine vielzahl von Größen, wie Beispielsweise 1/1,8″ (7,2 mm × 5,3 mm) und 1/3,2″ (4,5 mm × 3,4 mm). Typische Beispiele sind die Canon PowerShot S500 (7,2 mm x 5,3 mm), Nikon Coolpix 8800 (8,8 mm x 6,6 mm) und Konika Minolta DiMAGE Xg (5,3 mm x 4,0 mm).

Welche Größe ist die richtige für mich?

Die Wahl des richtigen Sensors hängt – wie so vieles in der Fotografie – vom Einsatzzweck ab. In den meisten Fällen geben größere Sensoren einem mehr kreative Möglichkeiten und eine bessere Bildqualität. Es gibt aber Einsatzzwecke, wo kleinere Sensoren durchaus Sinn machen.

So gibt es beispielsweise konstruktionsbedingt keine Kameras mit größeren Sensoren, die so klein wären, dass man sie problemlos in die Tasche stecken könnte. Geht es um maximale Portabilität, gibt es zu Kompaktkameras mit ihren kleinen Sensoren kaum eine Alternative.

Verlässt man den Bereich der kleinen Kameras, bieten Kameras mit APS-C-Sensoren meist einen vernünftigen Kompromiss aus Größe und Preis. Mit ihnen kann man bereits sehr schöne Schärfeverläufe nutzen, die Kameras sind häufig dennoch relativ handlich, bezahlbar und auch die Objektive sind günstiger als bei Vollformatkameras.

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