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Fotografie Grundkurs (8/11): Objektive

Canon Objektiv

Canon EF 16-35mm 1:2.8L II USM

Eine Kamera besteht aus einem Objektiv und einem Kameragehäuse. Bei Kompaktkameras sind die Objektive meist fest mit dem Gehäuse verbunden, wogegen bei Spiegelreflexkameras sogenannte Wechselobjektive verwendet werden. Der Artikel konzentriert sich auf diese austauschbaren Objektive, die wichtigsten Eigenschaften sind jedoch auch bei Objektiven, welche bei Kompaktkameras zum Einsatz kommen, die gleichen.

Die Bezeichnungen von Objektiven geben Aufschluss über die technischen Eigenschaften. Als Beispiel hier eine Objektiv-Bezeichnung: Canon EF 24-70mm 1:2.8L USM

Canon steht für den Hersteller, EF bezeichnet den Anschlusstyp, 27-70mm bezeichnet die Brennweite, die Lichtstärke wird mit 1:2,8 angegeben, L steht für eine bestimmte Klasse von Canon Objektiven und USM für Ultraschallmotor. Doch was heißt das alles genau?

Anschluss

Verschiedene Hersteller verwenden verschiedene Anschlüsse. Canon arbeitet mit EF- und Nikon mit F-Anschlüssen, auch Bajonette genannt. Bei Canon gibt es dabei noch den Zusatz S, zusammengesetzt dann EF-S Objektive. Das Bild, welches diese in der Kamera abbilden, ist kleiner und deshalb nur für kleinere Sensoren geeignet, etwas für APS-C Sensoren der Canon 550D (siehe auch Teil 5 dieser Reihe: Sensorgrößen). Bei Nikon werden Objektive für diese Sensorgrößen mit der Abkürzung DX gekennzeichnet.

Brennweite

Objektive unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Brennweite. Je größer die Brennweite ist, desto größer ist das zu fotografierende Objekt auf dem Foto. Bei einem Vollformat-Sensor bezeichnet man 50 mm als Normalbrennweite. In der Theorie wird diese durch die Diagonale des Aufnahmeformates festgelegt und wäre damit genau genommen 43,3 mm, was in der Praxis allerdings meist nicht verwendet wird. Alle Objektive mit einer Brennweite größer als der Normalbrennweite werden als Teleobjektive und alle Objektive mit einer Brennweite kleiner als die Normalbrennweite werden als Weitwinkelobjektive bezeichnet. Bei einem APS-C Sensor liegt die Normalbrennweite bei ca. 28 mm.

Wenn ein Objektiv nur eine Brennweite besitzt spricht man von einer Festbrennweite. Bei einer variablen Brennweite spricht man von einem Zoomobjektiv. Aus dem vorherigen Beispiel ist ein 24-70 mm Objektiv also ein Zoomobjektiv. Wenn man dies mit einem Vollformat-Sensor verwendet, so bietet es Spielraum für Weitwinkel- und Teleaufnahmen.

Lichtstärke

Die Lichtstärke wird angegeben in einem Verhältnis. In dem Beispiel wird dies mit 1:2,8 getan, aber auch f/2.8 oder f2,8 sind gebräuchliche Schreibweisen. Dieses Verhältnis wird in der Praxis meist weggelassen und man spricht nur noch von einer Blende 2,8. Je niedriger die Zahl desto größer die Lichtstärke des Objektives. Die Lichtstärke ist zum einen wichtig für Situationen mit wenig Licht, aber auch für die Schärfentiefe. Mehr dazu in Teil 1 dieser Reihe: Belichtung. Manchmal findet man auch hier die Angabe eines Bereiches und nicht einer Zahl, so zum Beispiel 1:3,5-5,6. Dies kommt bei Zoomobjektiven oft vor, da in den Bereichen mit niedriger Brennweite die Lichtstärke größer ist als bei höheren Brennweiten.

Abbildungsfehler

Leider ist kein Objektiv vollkommen. Alles was von einer idealen korrekten Abbildung abweicht wird als Abbildungsfehler oder Aberration bezeichnet. Diese können sich auf verschiedene Bereiche wie Schärfe oder Farben auswirken. Ein Objektiv besteht aus mehreren Linsen, welche diese Fehler möglichst gering halten sollen. Sind die Abbildungsfehler gering, so spricht man von einer guten Bildqualität. Das L hinter dem Blendenwert steht für die L-Serie von Canon, welche für geringe Aberrationen steht. Bei Nikon tragen diese Objektive die Abkürzung ED. Wie gut die Bildqualität eines Objektives wirklich ist können jedoch nur ausführliche Tests bezeugen.

Autofokus

Heute ist der Autofokus bei Objektiven Standard und Objektive mit manuellem Fokus die seltene Ausnahme. Unterschiede gibt es bei den Autofokus-Objektiven (AF-Objektive) aber trotzdem. Die edle Variante wird auch mit USM abgekürzt und steht für Ultraschallmotor. Diese Objektive sind beim Betrieb mit Autofokus besonders schnell und leise. Bein Nikon heißt das Ultraschallsystem SWM und die Objektive enthalten die Abkürzung AF-S.

Bildstabilisator

Ab einer höheren Brennweite sorgen Bildstabilisatoren dafür, dass das Bild nicht verwackelt wird. Canon nennt dies IS und Nikon VR oder VR II. Gerade wer ohne Stativ aus der Hand bei hoher Brennweite Aufnahmen machen will sollte darauf achten.

Spezialobjektive

Jedes Objektiv kann nur bis zu einer bestimmten Entfernung vor der Kamera ein Objekt scharf stellen. Diese Entfernung wird als Naheinstellgrenze bezeichnet. Dies verhindert Objekte sehr groß darzustellen. Diese Art der Fotografie wird Makrofotografie genannt. Neben Zoomobjektiven mit Makro-Funktion, welche keine sehr gute Qualität liefern, gibt es noch spezielle Makro-Objektive.
Tilt-und-Shift-Objektive sind Spezialobjektive, welche erlauben stürzende Linien wie etwas bei hohen Gebäude zu begradigen und die Schärfeebene zu verstellen.
Ein Fischaugenobjektiv hat eine sehr kleine Brennweite und unterscheidet sich von einem Weitwinkel dadurch, dass das Bild räumlich gekrümmt abgebildet wird.

Fazit

Die Wahl eines oder mehrerer Objektive ist schwer. Profis können stundenlang darüber diskutieren. Vor allem entscheidet hierbei der Einsatzzweck und der Geldbeutel. Die Bildqualität von Festbrennweiten ist in der Regel deutlich besser als von Zoomobjektiven, doch nicht immer will man mit einem ganzen Satz von Objektiven unterwegs sein, noch hat man immer die Zeit ein Objektiv zu wechseln – ein Zoom hat da eindeutig die Nase vorn. Die Verwendung von Festbrennweiten kann jedoch auch die Qualität der Fotos steigern, indem man sich das Leben nicht zu einfach macht und zoomt, sondern sich über die Raumwirkung unterschiedlicher Brennweiten und Objektabstände Gedanken macht und auch mal ein paar Schritte mehr geht für ein schönes Foto. Auch eine größere Lichtstärke bieten Festbrennweiten.
Man muss sich aber nicht ausschließlich für Zoomobjektive oder Festbrennweiten entscheiden. Ein Zoomobjektive für alle Lebenslagen und ein lichtstarkes Objektiv mit Normalbrennweite wären auch eine mögliche Kombination.
Was die Bildqualität angeht, so wird vor allem der Geldbeutel entscheiden. Objektive in den oberen Preisklassen kosten immerhin mehr als die meisten Kameras. Ebenso sind Ultraschallmotoren und Bildstabilisatoren eine Frage des Geldes.
Was die Brennweite angeht, so ist meist es nützlich sowohl die Normalbrennweite, also auch etwas für den Weitwinkel- und Telebereich zu haben. Zoomobjektive die mit Spiegelreflexkameras im Paket kommen bieten genau diese Brennweitenbereiche. Wer dagegen Tiere in der freien Wildbahn fotografiert, der hat mit einem guten Teleobjektiv sicherlich Vorteile. Ein Weitwinkel ist von Vorteil, wenn man auch in kleinen Räumen möglichst viel abbilden will.
Wer oft innerhalb von Gebäuden, Abends oder bei Konzerten und Veranstaltungen fotografiert, für den kann sich die Investition in lichtstarke Objektive lohnen.

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Die 35 besten Fotos mit erzwungener Perspektive

erzwungene_perspektive“Erzwungene Perspektive” – das ist, wenn sich jemand im Urlaub vor den schiefen Turm von Pisa stellt und so tut, als würde er ihn stützen. Und wer schon einmal in Pisa war weiß, daß sich permanent mindestens fünf Leute auf der Wiese vor dem Turm tummeln, und genau dieses Foto gerade erstellen.

Doch nicht nur in Italien kann man solche Foto-Scherze treiben, mit Wolken, Hubschraubern und allen möglichen Alltagssituationen ist das auch möglich! Schon einst im Film “Die unendliche Geschichte” wurde die optische Illusion eines Zwerges erzeugt, in dem man einen erwachsenen Mann einfach viel weiter hinter ein Kind gestellt hat. In der Realität stand er 10 Meter weiter hinten, in der Kamera sah es aber so aus als würden sie direkt voreinander stehen.

Dank der Digitalkameras von heute kann man im Display schnell sehen, ob der Effekt wirkt oder nicht. Und unter dem folgenden Link sind genügend Anregungen, sich selbst einmal diesen Spaß zu erlauben:

http://www.drweb.de/magazin/35-splendid-examples-of-forced-perspective-photography/

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Ein Foto vom Raketenstart kostet ein Objektiv

raketenstartDass das Gelände, auf dem eine Rakete startet kein geeigneter Ort für digitale Spiegelreflexkameras ist, leuchtet ein. Bei einem Raketenstart darf sich im Umkreis von mehreren Kilometern niemand aufhalten.

Fotograf Ben Cooper wollte aber unbedingt dieses Foto machen. Also befestigte er seine Kamera mit Spanngurten und stattete diese mit einem Geräuschauslöser  (oder eher: Lärmauslöser) aus. Die Konstruktion hielt trotzdem nicht, beim Start wurde die Kamera auf den Boden geworfen, dabei ging das Objektiv kaputt. Der Geräuschauslöser wurde ganze 60 Meter weiter geschleudert.

Die Mühe war es aber wert: Unter diesem Link gibt´s das teure Foto, das wirklich verdammt gut geworden ist!

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Das größte Tele-Objektiv der Welt wird fertig – ObjektivXXL

objektivxxlDie Carl Zeiss AG in Oberkochen stellt zur Zeit das größte zivile Teleobjektiv der Welt fertig. Zivil heißt, daß es wirklich von einem Privatmann bestellt und (hoffentlich) auch bezahlt wird.

Größe ist ja relativ, aber das hier sprengt definitiv alle Grenzen: Das fertige Objektiv wiegt rund 270 Kilogramm. Allein die Frontlinse mit 50cm Durchmesser wiegt 25 Kilo.

Die Abbildungsleistungen müssen gigantisch sein: Bei einer Brennweite von 1700 Millimetern hat das Objektiv die Lichtstärke von 1:4

Damit könnte man, falls man ein Lineal in ein Fußballtor und das Objektiv mit Kamera im entgegengesetzten Tor des Fußballfeldes aufstellt, die Millimeter-Einteilung des Lineals erkennen!

Wer´s braucht? Der Auftraggeber ist nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, daß ein Scheich, dessen Wappen ein Wildtier zeigt, von eben diesem vernünftige Fotos haben möchte. Ein nobles Hobby zum Preis eines Supersportwagens – man bedenke auch die Folgekosten. Wie bewegt man ein 270 Kilo schweres Objektiv? Vielleicht indem man es fest auf einem Hummer installiert?

Betrieben wird das Objektiv übrigens an einer Mittelformatkamera, zum Beispiel der Hasselblad 203 FE. Obwohl man hier eher sagen müsste: Betrieben wird die Kamera am Objektiv, denn die High-End-Kamera sieht an dem Riesentrumm nur aus wie ein kleiner, schwarzer Kasten..

Hier gehts zum ausführlichen Artikel auf n-tv

Hier der Artikel der offiziellen Seite der Carl Zeiss AG

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