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Der Fotorealismus – traut euren Augen nicht!
SP schreibt in News und Web-Tipps am 25.08.2010

Charles Bell, "Sugar Daddy, Gumball X",1975
Cooles Foto?
Das ist aber keins.
Es ist Malerei – nämlich Fotorealismus.
Entstanden ist diese Form von Kunst in Amerika. Um genauer zu werden in den Vereinigten Staaten der 60iger und 70iger Jahre.
Zu ersten mal wurde der Fotorealismus 1972 auf der zeitgenössischen Ausstellung für Kunst, der documenta, in Kassel auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.
Vorlage für die Künstler waren Fotos und Diapositive. Sie malten bevorzugt in Ateliers und nicht an Originalschauplätzen. Wichtigste Themen waren der Alltag und die boomende Konsumgesellschaft der damaligen Zeit. Durchschnittsmenschen, das Erscheinungbild typischer US-Städte mit Ihren Einkaufsmeilen und der Werbung, sowie Statussymbole (Bsp.: Motorräder oder Autos) gehörten dazu.
Ziel des Fotorealismus war eine höchst exakte, objektive und detaillierte Umsetzung der fotografischen Vorlage in die Malerei. Als logische Konsequenz , dieser höchst präzisen Realisierung, sollte der Malstil des Einzelnen eliminiert werden.
Jedoch entstand eine Spezialisierung der Künstler auf einen bestimmten und eng eingegrenzten Themenbereich. Jeder Maler konnte so sein hohes technisches Können und seine Kreativität unter Beweis stellen.
![]() Chuck Close, "Selbstportrait", 1971 |
Chuck Close (geb. 1940) fokussierte sich auf Portraits in riesengroßen Formaten. Diese erlaubten ihm jede noch so kleine Komponente in den Gesichtern seiner Modelle herauszuarbeiten. |
![]() Robert Cottingham, "The Spot", 1979 |
Ausschließlich Schriftzüge der typischen amerikanischen Leutereklame brachte Robert Cottingham (geb. 1943) auf die Leinwand und schaffte dem Betrachter so die Illusion es handele ich um einen Foto Schnappschuss. |
![]() David Parrish, "Motorcycle 1", 1971 |
David Parrish (geb. 1939) nahm eine andere Herausforderung an. Er malte die feingliedrigen, verworrenen Formen, die runden und glänzenden Oberflächen von Motorrädern |
Die Abbildung zu Beginn des Artikels stammt von Charles Bell (geb. 1935, gest. 1995). Das bevorzugte Thema des Amerikaners waren u.a. altes Spielzeug und Kaugummiautomaten.
Wer davon nicht genug bekommen hat, muss bis zum 05.09.2010 nach München. Die Hypo-Kulturstiftung stellt unter dem Titel “Realismus” nämlich unter anderem auch Charles Bell und seine “Gumball Machine” aus.
Viel Spaß!
Streetart: Weg von der Straße! Rein in die Museen!
SP schreibt in News und Web-Tipps am 31.05.2010
Das ist bestimmt schon jedem einmal passiert:
Man geht die Straße entlang und sieht an Hauswänden, Telefonzellen, Bordsteinen Kunstwerke die man eher als gelungen, cool empfindet, anstatt als unverschämte Schmierereien, obwohl sie nicht legal entstanden sind.
Es ist etwas Besonderes und dennoch gehört es zum Alltag, begegnet uns Tag täglich.
Der Ort des Geschehens der Streetart ist also der öffentliche Raum, zu dem Hauswände, Laternen, Mülleimer, Parkbänke, Bäume, usw. gehören.
Um die Stadtmöbel zu verzieren, bedienen sich die Künstler verschiedenster Instrumente. Die Werke werden unter anderem mit Hilfe von Schablonen an Mauern gesprüht (=Stencilart), als Plakate an Wände geleimt (=Paste-up) oder es werden Sticker an Flächen geklebt. Installationen oder Plastiken, die in der städtischen Umgebung aufgestellt werden sind auch ein Teil der Streetart.
Das allgemein bekannte Graffiti gehört jedoch nicht dirket zur Streetart, da sich diese mit bildliche Motiven beschäftigt und nicht mit der Schrift als Motiv.
Jedoch sind Graffiti und Streetart schwer zu trennen und greifen ineinander über.
So vielseitig die Werkzeuge sind, so vielschichtig sind auch Ihre Aussagen der Arbeiten. Ob es nun eine politische Äußerung ist, Kritik an der Gesellschaft, am Konsumverhalten der Gesellschaft oder einfach nur Kunst um der Kunst willen ist, alles ist vertreten.
Eines haben die Streetart-Werke gemeinsam – sie kommunizieren mit uns, den Menschen im Alltag.
Wie der Artikel jetzt noch den Bogen, weg von der Straße in die Museen bekommt?
Der Brite Banksy wurde durch seine ironischen und provokativen Stencils weltbekannt.
Der italienische Streetart-Künstler 108 wird sogar auf diverse internationale Veranstaltungen eingeladen. Eine davon ist zum Beispiel die Biennale in Venedig.
DAIM aus Deutschland durfte offiziell 2000qm des Hamburger Hafens mit seiner Kunst bereichern.
Auch Ausstellungen ausschließlich zu diesem Bereich werden auf die Beine gestellt. “Street Alphabet” von Skore183 ist eine dieser Veranstaltungen.
Streetart ist in der zeitgenössischen Kunst angekommen und doch versucht die zu bleiben was sie ist – unkonventionell, zwanglos und alles andere als unverschämte Schmierereien.
Zum Abschluss noch ein Schmankerl für unsere Münchner Streetartisten:
Vom 15.04-10.06.2010 stellt der Künstler Skore183 seine Werke in der Galerie ArtThiess aus.
Näheres dazu findet Ihr unter http://www.superpaper.de/3060/skore183-street-alphabet.
Viel Spaß!
Gastartikel: Stefan Kassal, Fotokünstler aus München
MB schreibt in Foto-Know-How am 04.10.2009
Im Folgenden möchte ich Euch meine Erfahrungen bezüglich eines Outdoor Shootings schildern und ein paar Tipps dazu geben.
Es war ein schöner Nachmittag und die Sonne stand schon etwas tiefer, also ideal, um raus zu gehen und ein paar schöne Bilder zu machen. Das ganze sollte ein Dirndl Shooting werden und mein Model Tanja war auch schon fertig angezogen und gestylt.
Gleich hinter unserer Wohnung in München gibt es ein paar brach liegende Felder und einen kleinen Weg, der am Rand vorbeiführt. Dort steht eine nette kleine Bank, die sich ideal als Location für das Shooting eignet. Natürlich habe ich mir vorher schon dieses Plätzchen ausgesucht und mir überlegt, wo die Sonne zu dieser Zeit stehen wird.
Der alte Tipp, dass die Sonne im Rücken des Fotografen stehen soll, ist zwar für den Fotografen toll, da er nicht geblendet wird, das Model dafür aber um so mehr. Ein entspanntes Lächeln mit offenen Augen ist da praktisch unmöglich. Ausserdem ist das frontale Licht nicht gerade aufregend.
Also habe ich mein Model so platziert, dass die Sonne von mir ausgesehen hinten links stand und genau auf die Haare von Tanja schien, so dass diese so richtig schön in der Sonne leuchteten. Damit hatte ich das so genannte Kopf- oder Haarlicht perfekt gesetzt. Zusätzlich ergab sich dadurch ein schönes Streiflicht auf der linken Seite des Models.
Jetzt musste ich nur noch dafür sorgen, dass auch das Gesicht meines Models genügend Licht abbekommt.
Ich hatte zwar vorsichtshalber meinen Aufsteckblitz und Funkauslöser dafür mit eingepackt, aber ich wollte dieses Mal das vorhandene Licht nutzen und keine Blitze zum Einsatz bringen.
Als nahm ich einen Reflektor, den ich auf der rechten Seite des Models platzierte, um einen Teil des Lichts auf das Gesicht und die Vorderseite des Models zu lenken. Damit ergab sich eine schöne natürliche und harmonische Ausleuchtung ohne viel Aufwand.
Wer keinen Reflektor zur Hand hat, kann auch eine grosse Styroporplatte nehmen und diese mit Rettungsfolie bespannen. Das ist eine recht günstige Methode um ein bisschen damit zu experimentieren.
Um den Hintergrund möglichst unscharf zu gestalten – er solle nicht zu sehr vom Model ablenken – verwendete ich mein 200mm Teleobjektiv bei einer Blende von 4.5.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
Stefan Kassal ist leidenschaftlicher Fotokünstler aus München, mit Schwerpunkten in der People- und Makrofotografie. Gerade in der Peoplefotografie gehört für ihn die Bildbearbeitung genauso zum fertigen Bild wie die Arbeit hinter der Kamera. Dadurch hat sich auch sein dritter kreativer Schwerpunkt ergeben, nämlich das Anfertigen von kompletten Composings, die thematisch meistens irgendwo in der Fantasy Welt angesiedelt sind.
Normalerweise bloggt er auf www.capture-the-light.de – sein Bildportfolio kann man auf www.kontrastreich.net sehen.
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