Schlagwort: licht
Galileo Fotografie-Grundkurs (3/3): Richtig blitzen
MB schreibt in Foto-Know-How am 13.03.2011
Exklusiv hier im posterXXL Blog geben wir euch komplette Tipps aus dem tollen Fotografie-Buch Der große Fotokurs – Besser fotografieren lernen von der bekannten Foto-Trainerin Jacqueline Esen. Hier gibt es den dritten Teil mit dem Thema “Richtig blitzen”. Viel Spaß!
Richtig blitzen
Eigentlich müssten wir für die ständige Verfügbarkeit des Blitzes dankbar sein, und trotzdem verursacht er oft mehr Frust als Freude. Das ist auf die besonderen und sehr spezifischen Eigenschaften des Blitzlichts zurückzuführen.
Der Rote-Augen-Effekt
Jeder kennt ihn, keiner mag ihn. Rote »Kaninchenaugen« sind der oft unausweichliche Nebeneffekt geblitzter Porträts. Lösungsansätze gibt es viele: flackernde Lichtemissionen aus der Kamera, ein Vorblitz, der die Modelle denken lässt, es wäre schon fotografiert worden, oder die nachträgliche Bearbeitung des Bildes. Eine Rote-Augen-Korrektur durch kamerainterne Bildbearbeitung ist auf dem Vormarsch, aber die Ergebnisse sind nicht immer überzeugend. Die Ursache für unschön leuchtende Pupillen ist die Reflektion
des Augenhintergrundes, die besonders stark ausfällt, wenn sich der Blitz sehr nah am Objektiv befindet. Bei kleinen Kameras tritt der Fehler deshalb häufiger auf und lässt sich beim Fotografieren nur durch die Verwendung von Zubehör vermeiden, mit dem das kleine, punktförmige Licht weich gestreut wird. Die eleganteste und professionellste Lösung bieten Aufsteckblitze, bei denen sich der Blitzkopf nach oben richten lässt.
Achtung!
Denken Sie daran, dass Ihnen in der Vollautomatik keine Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Programmautomatik lässt Ihnen mehr Freiheiten, ohne dass Sie auf die harmonische Kommunikation zwischen Blitz und Kamera verzichten müssen.
Bei dieser Technik wird das Licht über die große Fläche der Zimmerdecke weich gestreut, es fällt gleichmäßiger auf die Szene. Im Foto sieht es dann eher so aus wie eine Deckenbeleuchtung. Je nach Größe und Höhe des Raumes sind Ihnen dabei gewisse Grenzen gesetzt. Das Licht muss einen langen Weg zurücklegen: von der Kamera zur Zimmerdecke und wieder zurück auf das Motiv. Dabei geht natürlich auch viel Leistung verloren. Sie brauchen für das indirekte Blitzen auf jeden Fall ein separates Blitzgerät. Ein leistungsstarkes Modell ist von Vorteil, denn schwächere Geräte müssen in solchen Situationen für jedes Foto die volle Leistung abfeuern. Das zieht viel Energie aus dem Akku, und mitunter verstreicht viel Zeit, bis die nächste Aufnahme möglich ist. Ein starkes Blitzgerät mit einer hohen Leitzahl muss nicht immer die volle Leistung abgeben, das heißt, der Blitz ist schneller nachgeladen, und Sie können wieder auf interessante Situationen reagieren.
Das indirekte Blitzen funktioniert nicht nur über eine Zimmerdecke, sondern Sie können es gegebenenfalls auch seitlich einsetzen, wenn entsprechende Flächen vorhanden sind, die das Licht auf das Motiv zurückwerfen. Dann bleibt allerdings die vom Blitz abgewandte Seite dunkler, die Ausleuchtung ist ungleichmäßiger. Je nachdem, was Sie als Beleuchtung wünschen, kann das recht interessant aussehen. Die Schattenseite lässt sich für ein Porträt gegebenenfalls auch mit einem Reflektor aufhellen. Beachten Sie beim indirekten Blitzen auch die Farbigkeit des Raumes. Holzwände oder farbige Anstriche schlucken nicht nur mehr Licht, sie können im Bild auch einen (unangenehmen) Farbstich erzeugen. Spiegelnde Flächen eignen sich nicht für das indirekte Blitzen, weil das Licht nicht diffus gestreut, sondern hart reflektiert wird. Sie bekommen den gleichen Effekt wie beim direkten Blitzen, nur die Lichtrichtung ändert sich. Unter den Augen und unter der Nase einer Person entstehen unschöne Schattenwürfe, auch Brillenbügel werden dann zum Problem. Wenn indirektes Blitzen nicht möglich ist, hilft nur direktes Blitzen – und dann möglichst mit einem Diffusorvorsatz.
Tipp: Reflektierende Flächen
Brillengläser, Spiegel, Glasscheiben und andere refl ektierende Flächen zerstören die Bildwirkung, wenn Sie sie versehentlich direkt anblitzen. Der Blitz oder andere Lichtquellen spiegeln sich und erzeugen unschöne helle Bereiche und Refl exionen. Oft merkt man das erst im Nachhinein – dann gibt’s nur eins: die Aufnahme wiederholen, sofern das möglich ist. Achten Sie also schon vor der Aufnahme auf alles, was möglicherweise spiegeln könnte. Fotografieren Sie nicht frontal, sondern aus einem steilen Winkel. Störende Objekte wie Flaschen oder Gläser lassen sich vielleicht aus dem Bildfeld entfernen. Ein veränderter Bildausschnitt kann das Problem ebenfalls beseitigen. Bei Brillenträgern hilft ein leichtes Drehen oder Neigen des Kopfes.
Blitzreichweite beachten
Die eingebauten Blitzgeräte sind in ihrer Leistung relativ schwach. Versuchen Sie, einen größeren, dunklen
Raum damit zu erhellen, dehnt sich der Lichtkreis nur einige Meter weit aus, der Rest bleibt trotzdem dunkel. Diesem Phänomen können Sie nur entgegenwirken, indem Sie mehrere Blitzgeräte im Raum aufstellen und für die Aufnahme gleichzeitig zünden. Diese relativ aufwendige Technik nennt man entfesseltes Blitzen. Durch das Erhöhen des ISO-Wertes ergibt sich in der Praxis eine größere Reichweite des Blitzes. Es wird zwar nicht mehr Helligkeit abgegeben, aber das vom Blitz erzeugte Licht wird besser ausgenutzt. Leider hat das auch ein verstärktes Bildrauschen zur Folge – eine Notlösung. Um ein schönes Foto von einem schummrig beleuchteten Raum zu machen, versuchen Sie es ruhig auch einmal ohne Blitz, mit erhöhtem ISO-Wert oder mit dem Stativ. Die Ergebnisse sehen fast immer natürlicher aus. Sie werden vielleicht erstaunt sein, wie viel ohne Blitz möglich ist. Wenn Sie sich für den Blitz entscheiden, haben Sie noch andere Möglichkeiten, Helligkeit und Lichtstimmung im Bild zu beeinflussen.
Schönere Lichtstimmung
Neben dem indirekten Blitzen führt auch ein Verändern der Verschlusszeit zu einer schöneren Lichtstimmung. Mit der Funktion Nachtblitz beziehungsweise Nachtporträt verlängert die Kamera die Belichtung. Das Umgebungslicht kann dadurch stärker in Erscheinung treten, die Bilder wirken wärmer.
Durch die verlängerte Verschlusszeit kann es aber auch wieder zur ungewollten Verwacklung oder zu Wischeffekten kommen. Wenn Sie die Verschlusszeit selbst steuern wollen und Ihre Kamera über entsprechende Einstellmöglichkeiten verfügt, wählen Sie die Zeitvorwahl (Tv/T/Sv/S), und stellen Sie eine Zeit von 1/30 oder 1/15 sek ein.
Aktivieren Sie danach den Blitz von Hand.
Blitzleistung anpassen
Befindet sich das Hauptmotiv nahe an der Kamera, wird es manchmal vom Blitz zu hell angestrahlt, während der Hintergrund viel zu dunkel erscheint. Damit das nicht passiert, können Sie an vielen Kameras die Helligkeit des Blitzlichts beeinflussen. Suchen Sie im Menü der Kamera (Kompaktkamera) eine Funktion, die so ähnlich aussieht wie die Plus-Minus-Korrektur – eine Skala von 0 bis −2 und +2. Große Kameras haben für die Blitzbelichtungskorrektur oft einen eigenen Knopf an der Außenseite des Kameragehäuses. Der Unterschied: Hier beeinflussen Sie die Helligkeit des Bildes direkt über die Helligkeit des Blitzlichts, wie bei einem Dimmer. Für eine geringere Leistung schieben Sie den Regler nach Minus, für mehr Leistung nach Plus. Denken Sie daran, dass sich auch diese Einstellung nicht automatisch auf 0 zurückstellt. An Kompaktblitzgeräten lässt sich die Korrektur der Leistung direkt einstellen.
Aufhellblitzen
Von Aufhellblitzen spricht man immer dann, wenn der Blitz nicht die einzige Lichtquelle ist. Sie können ihn nicht nur für Porträts im Freien verwenden, sondern auch für andere Motive. Die Objekte sollten sich natürlich innerhalb der Reichweite des Blitzes befinden, also bis etwa fünf Meter entfernt sein. Besonders nützlich ist der Blitz bei Sonnenschein. Fotografieren Sie Personen, sehen Sie häufig unschöne tiefe Schatten unter den Augen. Noch schlimmer ist es, wenn jemand einen Hut oder eine Schirmkappe trägt; eine typische, kontrastreiche Beleuchtungssituation. Sie werden die Schatten wahrscheinlich nicht vollständig wegbekommen, aber Ihre Bilder werden besser, wenn Sie den Blitz zum Aufhellen dazunehmen.
Auch eine weiße Wand, ein hell angestrahlter Hintergrund oder ein Fenster, durch das Licht hereinfällt, kann die Belichtungsmessung täuschen und das Hauptmotiv zu dunkel werden lassen. Aktivieren Sie in solchen Situationen den Blitz. Das führt fast automatisch zu einer ausgewogeneren Beleuchtung. Wird das Motiv unnatürlich hell, reduzieren Sie die Blitzleistung. Bei Porträt sorgt der Blitz zusätzlich für schöne kleine Effektlichter in den Augen.
Achtung!
Bei einigen Kameras führt das Aktivieren des Blitzes zu einer erzwungenen Verschlusszeit von 1/60 sek. In so einem Fall hilft nur das passende Motivprogramm.
Schlagschatten
Wenn das Hauptmotiv sehr nah vor einem hellen Hintergrund steht, erzeugt der frontale Blitz einen Schlagschatten hinter oder neben dem Motiv. Dieser Schatten muss nicht immer störend sein. Falls doch, prüfen Sie, ob Sie den Abstand zwischen Motiv und Hintergrund vergrößern können. Eine Person können Sie bitten, einige Schritte nach vorn zu gehen. Ein Gegenstand lässt sich vielleicht woandershin stellen. Falls nicht, können Sie mit einem Aufsteckblitz indirekt blitzen. Mit einem Diffusor werden die Kanten des Schlagschattens weicher. Falls das alles nichts hilft, dann versuchen Sie, aus der Not eine Tugend zu machen. Vielleicht lässt sich der Schatten bildwirksam nutzen? Ein dunkler beziehungsweise schwarzer Hintergrund »verschluckt « den Schatten, ist also für erste Porträtversuche mit Blitzgeräten gut geeignet. Schwarze Flächen können allerdings die Belichtungsmessung täuschen. Wenn Ihre Fotos vor einem dunklen Hintergrund zu hell ausfallen, greifen Sie mit der Plus-Minus-Taste (Belichtungskorrektur) korrigierend ein.
Entfesseltes Blitzen
Ungewohnte Beleuchtungseffekte können Sie erzielen, wenn Sie das Blitzgerät von der Kamera getrennt im Raum aufstellen. So können Sie Ihr Motiv aus einer beliebigen Richtung anblitzen.
Um den Blitz auszulösen, benötigen Sie einen Sender auf der Kamera und einen Empfänger am Blitz. Bei einigen Kamerasystemen kann der eingebaute Blitz den entfernten Systemblitz aktivieren. Dieses System wird als Master-Slave-Technik bezeichnet.
Der Masterblitz (Hauptblitz) zündet den oder die anderen Geräte (Slave = Sklave).
Doch vorsicht: Allein die Tatsache, dass der Blitz aus einer anderen Richtung kommt, macht noch keine gute Beleuchtung, geschweige denn ein gutes Bild. Die Lichtrichtung ist nur ein Aspekt beim Blitzen. All die anderen Eigenschaften des Blitzlichts bleiben erhalten, das heißt, auch der entfesselte Blitz ist eine kleine, helle Lichtquelle, die das Motiv hart ausleuchtet und hässliche Schatten erzeugt. Die Reichweite ist begrenzt, für die Ausleuchtung größerer Räume sind also mehrere Sklavenblitze erforderlich. Wird der entfernte Blitz vom eingebauten Kamerablitzlicht ausgelöst, ist dessen Lichtwirkung mit einzuplanen. Wenn Sie kein Licht von vorn, also aus Richtung der Kamera, auf das Motiv haben wollen, müssen Sie den Blitz mit entsprechendem Zubehör »verhüllen«. Ein Sender-Empfänger-System ist da oft nützlicher, und eine Kabelverbindung tut es anfangs auch.
Achtung!
Nicht jedes Kompaktblitzgerät lässt sich als Slave oder Master einsetzen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss. Überlegen Sie vor dem Neukauf eines Kompaktblitzes, ob Sie mit entfesselten Blitzen arbeiten wollen.
Tolle Portraitaufnahmen zum Valentinstag!
MB schreibt in Foto-Know-How am 26.01.2010
Wer kennt das Problem “Von mir gibt es nur doofe Fotos“? Alternativ gibt es auch die Aussagen “Ich schaue auf Fotos immer komisch“, “ich bin nicht fotogen” oder beliebige andere Ausreden. Daraus spricht aber eigentlich immer der Wunsch, ein “gutes” Bild von sich haben zu wollen.
Das ist doch ein klasse Ansatzpunkt für eine andere Art von Valentinsgeschenk: Tolle Bilder von der oder dem Liebsten!
Doch wie am besten starten?
Mit unseren Tipps wird das perfekte Bild zum Kinderspiel:
1. Entspannen!
Das wichtigste für ein natürliches Bild ist, daß die abgelichtete Person sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Daher am besten eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Shooting ganz unbefangen schon mal Fotos machen – so gewöhnt man sich an die Situation, eine Kamera auf sich gerichtet zu haben. Die schönsten Aufnahmen entstehen erfahrungsgemäß gegen Ende einer Fotosession – und so zieht man diesen Zeitpunkt schon einmal etwas vor.
2. Hintergrund beachten.
Nichts ist störender als ein verwirrender oder komplizierter Hintergrund, der vom Modell ablenkt. Hier genügt eine einfarbige Decke oder ein Bettlaken, das den Hintergrund gleichmäßig einfärbt. Die richtige Brennweite (zwischen 85 und 120mm) bzw. auf das Gesicht heranzuzoomen garantiert einen weich gezeichneten Hintergrund, so daß die gesamte Aufmersamkeit auf das Modell gezogen wird. Äußerst brauchbare Hintergründe sind außerdem Mauern oder leicht glänzende Oberflächen, die den Hintergrund nicht unnötig betonen aber trotzdem interessant machen.
3. Das richtige Licht finden.
Am Einfachsten ist es, draußen zu fotografieren. Das Sonnenlicht bietet genügend Helligkeit, um ohne Blitz eine schöne Ausleuchtung zu bekommen. Aber jetzt bitte nicht das Modell direkt in die Sonne stellen! Die besten Ergebnisse erzielt man an schattigen Plätzen – hier fällt das Licht eher weich und gleichmäßig. Um zusätzliches Licht ins Gesicht zu bekommen kann man mit einem improvisierten Reflektor, zum Beispiel ein weißer Karton, eine Styroporplatte oder Ähnlichem experimentieren. Drinnen wird es schon schwieriger – ein weißer Diffuser Vorhang macht allerdings auch das Licht von draussen schön weich und gleichmäßig. Solange man den Blitz der Kamera vermeiden kann sollte man dies auch tun.
4. Pärchen fotografieren. Und jetzt kommt der Clou:
Ist eine gute Ausleuchtung und ein schöner Blickwinkel gefunden, so stellt man die Kamera auf ein Stativ oder eine andere Ablage. Hier dient ein Tisch, ein Regal, eine Trittleiter oder ein anderer Gegenstand mit einer ebenen Fläche.
Dann auf Selbstauslöser mit 10 Sekunden gestellt und mit rauf aufs Foto.
Das Modell wird im ersten Moment überrascht sein, vielleicht zu lachen beginnen oder anderweitig natürlich reagieren – fertig ist das perfekte Bild zum Valentinstag!
Um diesen Überraschungseffekt nicht nur einmal ausnutzen zu können kann man sich zusätzlich vor dem Shooting ein paar unglaublich doofe Witze merken, die man kurz vor dem Auslösen zum Besten gibt.
Das Wichtigste beim Fotografieren ist, daß der Spaß nicht zu kurz kommt und natürliche, sympathische Bilder dabei entstehen.
Und nun viel Spaß und Erfolg bei den eigenen Bildern! Wer möchte kann sie uns gerne auf unsere Facebook-Seite posten, wir sind gespannt auf Eure Fotos!












