Schlagwort: kameras
Fotografie Grundkurs (7/11): Kompaktkamera vs. Spiegelreflexkamera
FS schreibt in Foto-Know-How am 10.10.2010

Spiegelreflexkamera
(Foto: Nebrot)

Kompaktkamera
(Foto: Lipton sale)
Kompaktkamera oder Spiegelreflexsystem? Welche Vor- und Nachteile bringen diese Kameras mit sich und welches System eignet sich für meinen Einsatzzweck am Besten? Wie so häufig lautet die Antwort “Es kommt drauf an.”
Kompaktkameras
Kompaktkameras zeichnen sich vor allem durch ihre kleine Bauform und ihr geringes Gewicht aus. Die meisten Modelle passen in jede Handtasche, viele sogar in die Hosentasche. Das macht Kompaktkameras zum idealen Dauerbegleiter.
In der Bedienung sind sie sehr auf Einfachheit ausgelegt. Während eine Spiegelreflexkamera Einsteiger mit zahlreichen Knöpfen und Einstellrädern etwas überfordern kann, gibt es bei Kompaktkameras nur begrenzt viele Bedienelemente. Daher kommt auch die englische Bezeichnung Point & Shoot, denn Kompaktkameras sind vor allem auf das Zielen und Abdrücken ausgelegt.
Bedingt durch die kleine Bauform (und aus Kostengründen) sind Kompaktkameras meist mit sehr kleinen Bildsensoren ausgestattet. Auch das erleichtert die Bedienung, da kleine Sensoren einen sehr großen Tiefenschärfebereich mit sich bringen. So hat der Fotograf nur selten mit Schärfeproblemen zu kämpfen. Mehr Informationen über den Einfluss der Sensorgröße auf das Bild gibt es in Teil 5 dieser Reihe. http://blog.posterxxl.de/fotografie-grundkurs-511-sensorgrosen/
Auch preislich kommen Kompaktkameras dem Anfänger entgegen. Obwohl man für gute Kompaktkameras auch sehr viel Geld liegen lassen kann, gibt es auch zahlreiche brauchbare Modelle in günstigeren Preissegmenten.
Spiegelreflexkameras
Spiegelreflexkameras sind dagegen mehr auf Flexibilität ausgelegt. Die Objektive kann man wechseln, es gibt einen Anschluss für einen externen Blitz und mehr Bedienelemente um schneller zu den gewünschten Einstellungen zu gelangen.

Nikon 50mm-Objektiv
(Foto: Aka)
Wechselobjektive sind vor allem für fortgeschrittene Fotografen spannend. Es existiert nicht ein einzelnes Objektiv, dass für alle Situationen perfekt geeignet ist. Da man das Objektiv bei Kompaktkameras nicht wechseln kann, muss man sich mit einem Kompromiss begnügen. Die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Objektivtypen wird der nächste Teil dieser Reihe behandeln.
Die größeren Sensoren der Spiegelreflexkameras haben positive Auswirkungen auf die Bildqualität. Sie sind in aller Regel für schwierige Lichtsituationen, wie beispielsweise Konzerte, besser geeignet. Die lichtstärkeren Sensoren sind weniger rauschanfällig, als die in Kompaktkameras verbauten Sensoren. Desweiteren kann man die geringere Tiefenschärfe bei Spiegelreflexkameras als effektives Gestaltungsmittel einsetzen.
Auch die Bauform dieser Kameras bringt Vorteile mit sich. Das größere Gehäuse und die schwereren Objektive ermöglichen eine sehr stabile Kamerahaltung. Man kann Spiegelreflexkameras mit zwei Händen umgreifen, anstatt sie zwischen Fingern zu balancieren. Durch den sichereren Halt und das deutlich höhere Eigengewicht verwackeln Fotos seltener.
Der Autofokus in Spiegelreflexkameras arbeitet nach dem sogenannten Phasenvergleich, während die meisten Kompaktkameras einen Kontrast-Autofokus verwenden. Dadurch können Spiegelreflexkameras deutlich schneller fokussieren.
Ebenfalls sehr geschätzt wird der optische Sucher, der das Markenzeichen von Spiegelreflexkameras ist. Solange kein Bild aufgenommen wird, lenkt ein Spiegel das Licht von dem Sensor weg und auf eine Mattscheibe, auf der man es durch den Sucher betrachten kann. Dieses optische Sucherbild glänzt vor allem durch eine wesentlich höhere Auflösung, als digitale Bildschirme zeigen können.
Während der Aufnahme klappt der Spiegel nach oben und lässt das Licht ungehindert auf den Sensor fallen. Das macht Spiegelreflexkameras deutlich lauter als Kompaktkameras, denn das Klacken des hochklappenden Spiegels ist deutlich wahrnehmbar.
Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Schon die Einsteigermodelle liegen über 400 Euro. Für zusätzliche Objektive kann man nochmals mehrere hundert Euro pro Stück einplanen.
Aufgeweichte Grenzen

Bridgekamera Sony DSC-R1
(Foto: Mohylek)
Mit dem Fortschreiten der Technik gibt es auch zunehmend Ausnahmen zu diesen Unterschieden. Bridge-Kameras bieten eine Welt zwischen Spiegelreflex und Kompaktkamera, einige Kompaktkameras verfügen über Blitzschuhe, Phasen-Autofokus und große Sensoren. Die Kategorie der EVIL-Kameras verfügt über viele Eigenschaften der Spiegelreflexkameras, verzichten aber auf ein Spiegelsystem und damit den optischen Sucher, was eine kleinere Bauart ermöglicht.
Fazit
Die wichtigsten Vorteile von Kompaktkameras sind ihre Portabilität und ihr Preis. Wichtigster Faktor für die Bildqualität ist noch immer der Fotograf, also spricht für den Einstieg nichts dagegen, sich erstmal mit einer Kompaktkamera zu versuchen.
Wer hingegen kompromisslos die beste Bildqualität und die meiste Flexibilität sucht – und bereit ist dafür auch entsprechend zu investieren – wird mit Spiegelreflexkameras viel Freude haben. Für Fortgeschrittene führt aufgrund der Sensorgrößen langfristig sowieso fast kein Weg an einem Spiegelreflexsystem vorbei.
Die für den Einstieg gekaufte Kompaktkamera muss nicht zwangsläufig wertlos werden, wenn man später doch auf eine Spiegelreflex umsteigt. Denn auch als fortgeschrittener Fotograf freut man sich, wenn man gelegentlich auf eine leichtgewichtige Kamera zurückgreifen kann, anstatt eine komplette Spiegelreflexausrüstung einpacken zu müssen.
Canon EOS 550D mit HD-Video
ES schreibt in Digitalkamera-Tests am 22.02.2010

Canon EOS 550D
Es hat fast den Anschein, als ob sich Canon selbst Konkurrenz machen will. Die neue Canon EOS 550D bietet, wie die teurere 7D, 18 Megapixel und interessante Videofunktionen.
Zwar konnte auch der Vorgänger EOS 500D bereits Videos in 1080p aufnehmen, dies allerdings nur mit 20 Bildern pro Sekunde. Lediglich in reduzierter Auflösung von 720p schaffte sie es auf 30 Bilder pro Sekunde. Der Nachfolger 550D ist damit die erste Spiegelreflex-Kamera für unter 1000 Euro mit Full-HD bei ruckelfreier Bildwiederholrate. Und auch die Auflösung von 18 Megapixeln ist für diese Kameraklasse ein neuer Bestwert.
Weitere Daten der 550D: Das Display bietet auf 3 Zoll eine Auflösung von 720×480 im 3:2 Format. Die Kamera verwendet einen APS-C-Sensor (22,3 x 14,9 mm) und verwendet einen DIGIC-4-Prozessor. Die ISO-Empfindlichkeit ist nun bis 12.800 einstellbar und die Belichtungskorrektur kann um +/- 5 Stufen korrigiert werden. Bei Videoaufnahmen in Full-HD (1920×1080) gibt es die Möglichkeit zwischen 29.97, 25 und 23,976 Vollbildern zu wählen und Belichtungszeit, Blende und ISO-Werte manuell einzustellen. Die 550D kann mit SD-, SDHC- und SDXC-Karten umgehen, bietet einen HDMI-Anschluss, einen Mikrofon-Eingang und wiegt 530 Gramm.
Ab März soll die neue Canon verfügbar sein. Der Body soll 729 Euro kosten. Als Kit mit einem EF-S IS 18-55 Objektiv soll die Kamera 829 Euro kosten und mit einen EF-S 18-135 IS 1029 Euro.
Mehr technische Details finden Sie in einem PDF von Canon oder auf der Webseite von Canon.




