Schlagwort: foto
Monsieur Niépce, das erste Foto und eine kleine Geschichte zur Fotografie
SP schreibt in News und Web-Tipps am 03.12.2010
Ein Foto zu schießen ist für uns heute eine alltägliche Situation. Wir machen nahezu beiläufig Fotos wenn wir etwas Nettes sehen oder einen schönen Moment festhalten wollen. Wenn uns ein Bild nicht gefällt löschen wir es.
Jedoch mussten davor kluge Köpfe Ideen haben, experimentieren und forschen, damit es überhaupt möglich wurde Dinge dauerhaft auf einem Medium festzuhalten.
Beginnen wir doch von Anfang an.
Zunächst mit dem Begriff Fotografie. Er setzt sich aus den altgriechischen Wörtern photos (”Licht”) und graphein (”zeichnen”, “malen”, “ritzen”) zusammen.
![]() Funtionsweise der Camera obscura |
Schon 400 v. Chr. war ein fotografieähnliches Verfahren bekannt – die Camera obscura (lat.: Dunkle Kammer). Es handelte sich um einen abgedunkelten Raum mit einem Loch in der Wand. Das einfallende Licht konnte so auf die gegenüberliegende Wand ein auf dem Kopf stehendes Abbild der Außenwelt projizieren. Später verfeinerte man die Technik soweit, dass aus dem abgedunkelten Raum ein Kästchen wurde. |
![]() Ältestes erhaltenes Foto der Welt von Joseph Nicéphore Niépce, 1826 |
Joseph Nicéphore Niépce (1765-1833) entwickelte ein Verfahren namens Heliografie. Die Fotos entstanden indem man versilberte Zinn- oder Kupferplatten mit Asphalt bestrich. Der Asphalt trocknete an den belichteten Stellen. Nach einer Fixierung mit Lavendelöl blieben diese Stellen auf der Platte erhalten und die weniger belichteten Stellen lösten sich. Auf diese Weise entstand 1826 das älteste und wahrscheinlich erste Bild der Welt. Jedoch waren Heliografien und die ersten Fotografien ausschließlich Unikate und benötigten mehrstündige Belichtungszeiten. Als langwierige Prozedur erwiesen sie sich als ungeeignet um lebende Objekte abzulichten. |
| William Henry Fox Talbot (1800-1877) versuchte sich mit lichtempfindlichem Papier. 1840 entwickelte er schließlich das Negativ-Verfahren. Jetzt konnte man das Papiernegativ beliebig oft reproduzieren.Von da an veränderte sich das Genre der Fotografie rasend schnell.
Die Belichtungszeiten verkürzten sich auf Sekunden und ermöglichten so auch das Abbilden von lebenden Objekten. Linsen wurden verbessert um die Schärfe der Objekte zu verbessern. |
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![]() Übergroße historische Kamera |
Doch gab es bis dato jede Menge Defizite, die nach und nach gelöst wurden: Wegen der Lichtempfindlichkeit der Platten musste immer ein Dunkelkammerzelt mitgeführt werden. Die Platten, auf die das Bild projiziert wurde mussten, sofort entwickelt werden. Ein weiteres Hindernis der Fotografie in Kindertagen war, die Tatsache dass die Aufnahmegröße der Größe des fertigen Fotos entsprach und somit große und unhandliche Kameras benutzt werden mussten. |
![]() Rollfilme eines analogen Fotoapparats |
Heute hat man sich von der der Methode ein Bild auf ein lichtempfindliches Medium zu projizieren (=analoges Verfahren), weitgehend abgewandt. Die Digitalkameras revolutionierten unsere Fotografie-Gewohnheiten in den letzten Jahren am meisten. Sie lief den Kameras mit Film weitgehend den Rang ab und eröffnete uns die Möglichkeit unter anderem das geschossene Bild unverzüglich nach dem schießen betrachten zu können. Die Fotografie ist in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie ist eine eigenständige Kunstform geworden, dient als Zeitzeuge der Geschichte, als Dokumentationsmittel für die Wissenschaft und als eine schöne Erinnerung für uns. |
Der Fotorealismus – traut euren Augen nicht!
SP schreibt in News und Web-Tipps am 25.08.2010

Charles Bell, "Sugar Daddy, Gumball X",1975
Cooles Foto?
Das ist aber keins.
Es ist Malerei – nämlich Fotorealismus.
Entstanden ist diese Form von Kunst in Amerika. Um genauer zu werden in den Vereinigten Staaten der 60iger und 70iger Jahre.
Zu ersten mal wurde der Fotorealismus 1972 auf der zeitgenössischen Ausstellung für Kunst, der documenta, in Kassel auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.
Vorlage für die Künstler waren Fotos und Diapositive. Sie malten bevorzugt in Ateliers und nicht an Originalschauplätzen. Wichtigste Themen waren der Alltag und die boomende Konsumgesellschaft der damaligen Zeit. Durchschnittsmenschen, das Erscheinungbild typischer US-Städte mit Ihren Einkaufsmeilen und der Werbung, sowie Statussymbole (Bsp.: Motorräder oder Autos) gehörten dazu.
Ziel des Fotorealismus war eine höchst exakte, objektive und detaillierte Umsetzung der fotografischen Vorlage in die Malerei. Als logische Konsequenz , dieser höchst präzisen Realisierung, sollte der Malstil des Einzelnen eliminiert werden.
Jedoch entstand eine Spezialisierung der Künstler auf einen bestimmten und eng eingegrenzten Themenbereich. Jeder Maler konnte so sein hohes technisches Können und seine Kreativität unter Beweis stellen.
![]() Chuck Close, "Selbstportrait", 1971 |
Chuck Close (geb. 1940) fokussierte sich auf Portraits in riesengroßen Formaten. Diese erlaubten ihm jede noch so kleine Komponente in den Gesichtern seiner Modelle herauszuarbeiten. |
![]() Robert Cottingham, "The Spot", 1979 |
Ausschließlich Schriftzüge der typischen amerikanischen Leutereklame brachte Robert Cottingham (geb. 1943) auf die Leinwand und schaffte dem Betrachter so die Illusion es handele ich um einen Foto Schnappschuss. |
![]() David Parrish, "Motorcycle 1", 1971 |
David Parrish (geb. 1939) nahm eine andere Herausforderung an. Er malte die feingliedrigen, verworrenen Formen, die runden und glänzenden Oberflächen von Motorrädern |
Die Abbildung zu Beginn des Artikels stammt von Charles Bell (geb. 1935, gest. 1995). Das bevorzugte Thema des Amerikaners waren u.a. altes Spielzeug und Kaugummiautomaten.
Wer davon nicht genug bekommen hat, muss bis zum 05.09.2010 nach München. Die Hypo-Kulturstiftung stellt unter dem Titel “Realismus” nämlich unter anderem auch Charles Bell und seine “Gumball Machine” aus.
Viel Spaß!
Fotografische Jahresrückblicke 2009
FS schreibt in News und Web-Tipps am 27.12.2009
2009 neigt sich dem Ende zu und wir befinden uns wieder in der Zeit der traditionellen Jahresrückblicke. Auch dieses Jahr sind wieder zahllose schöne, beeindruckende, rührende, bedrückende, aufheiternde, schockierende und bewegende Fotos entstanden.
Das Fotoblog The Big Picture von boston.com hat eine dreiteilige Serie mit insgesamt 120 herausragenden dokumentarischen Fotos aus 2009 veröffentlicht.
Die Bilder stammen aus der ganzen Welt, wenn auch mit einem minimal amerikanischen Fokus:
» 2009 in photos (part 1 of 3)
» 2009 in photos (part 2 of 3)
» 2009 in photos (part 3 of 3)
Ein weiterer fotografischer Jahresrückblick, der auch vermehrt Ereignisse in Deutschland beinhaltet, findet sich bei BR-online. Die 87 Fotos sind unterteilt nach Quartalen, aber leider in deutlich geringerer Auflösung als bei The Big Picture:
» “Klick” – das Jahr 2009 in Bildern
Und auch Stern Online bietet einen Rückblick auf 2009 in Bildern in 12 Teilen – einen für jeden Monat dieses Jahres:
» Jahresrückblick 2009 (Fotos am unteren Ende der Seite)
Ein Foto vom Raketenstart kostet ein Objektiv
MB schreibt in Foto-Know-How am 19.10.2009
Dass das Gelände, auf dem eine Rakete startet kein geeigneter Ort für digitale Spiegelreflexkameras ist, leuchtet ein. Bei einem Raketenstart darf sich im Umkreis von mehreren Kilometern niemand aufhalten.
Fotograf Ben Cooper wollte aber unbedingt dieses Foto machen. Also befestigte er seine Kamera mit Spanngurten und stattete diese mit einem Geräuschauslöser (oder eher: Lärmauslöser) aus. Die Konstruktion hielt trotzdem nicht, beim Start wurde die Kamera auf den Boden geworfen, dabei ging das Objektiv kaputt. Der Geräuschauslöser wurde ganze 60 Meter weiter geschleudert.
Die Mühe war es aber wert: Unter diesem Link gibt´s das teure Foto, das wirklich verdammt gut geworden ist!
Fotos von unten – Gehen Sie in die Knie!
MB schreibt in Foto-Know-How am 10.10.2009
Das linke Bild zeigt einen Auschnitt des beliebten Lake Powell in Arizona, USA.
Der Lake Powell ist ein Stausee, ca. 350 km nordöstlich von Las Vegas. Ab 1963 wurde hier der Colorado River aufgestaut und bildet heute nach dem Lake Mead den zweitgrößten Stausee der Vereinigten Staaten.
Doch nun zum Foto: Sonnenuntergang, schöne Farben, alles ganz nett. Man kann nicht wirklich etwas daran aussetzen, aber es ist auch kein besonderes Kunstwerk.
Doch hier ein anderes Foto, das ebenfalls am gleichen Ort gemacht wurde:

Das Bild wurde nur verkleinert, und sonst in keinster Weise verändert. Es kam genau so aus der Kamera. Was ist hier anders? Die Kamera befindet sich nur ca. 5 Zentimeter über der Wasseroberfläche. Dadurch bekommt das Foto die perspektivische Weite, die es ausmacht. Auch die besondere Art der Spiegelung ist nur so möglich.
In die Knie zu gehen oder eben mit denselben ins Wasser zu gehen ermöglicht also völlig neue Perspektiven, und bereichert so manches Foto. So wurde schon der eine oder andere zum “Fotos-von-unten-Schießer”. Probieren Sie es aus, viel Spaß dabei!












