Wie man Pixelfehler in Spiegelreflexkameras von Canon maskiert
FS schreibt in Foto-Know-How am 05.08.2010
Beispiel eines Pixelfehlers
Heiße Pixel sind Bildpunkte auf einem Fotosensor, die schneller überhitzen und dadurch Bildfehler verursachen. Sie machen sich vor allem bei Langzeitbelichtungen bemerkbar, indem sie als heller Punkt hervorstechen. Auch sonst können Digitalkameras diverse problematische Pixel haben. Ähnlich wie bei Bildschirmen gibt es auch bei Kameras tote Pixel, die ununterbrochen die gleiche Farbe zeigen. Auch ein kleines Staubkorn auf dem Sensor kann ähnliche Effekte hervorrufen.
Bei Fotos ist das häufig kein besonders dramatisches Problem. Einzelne Pixel fallen im Vergleich zu der hohen Gesamtauflösung nicht sehr auf und man fotografiert auch eher selten in hohen ISO-Bereichen, die besonders anfällig für heiße Pixel sind. Zudem kann man ein einzelnen Pixel auch sehr schnell per Photoshop korrigieren. Es gibt inzwischen auch Software, die solche Reparaturen automatisch vornimmt. Problematischer sind Pixelfehler in Videoaufnahmen, die heutige Kameras meist auch beherrschen. Die Korrektur ist dort aufwändiger und im Video-Modus arbeitet man häufiger in hohen ISO-Bereichen.
Doch wer Pixelfehler in seinen Aufnahmen entdeckt muss nicht gleich verzweifeln. Wenn es sich bei der Kamera um eine Canon Spiegelreflexkamera handelt, stehen die Chancen gut, dass schon die Kamera selbst das Problem beheben kann. Viele neuere Kameras aus der EOS-Reihe haben eine undokumentierte Funktion um fehlerhafte Pixel auszublenden. Da die Funktion nicht dokumentiert ist, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen, welche Modelle sie unterstützen. Entsprechende Berichte finden sich unter anderem über die Canon EOS 7D, 5D Mark II und 550D.
Und so funktioniert der Trick:
- Man setzt den Objektivdeckel auf das Objektiv, oder nimmt das Objektiv ganz ab und verschließt den Kamerakörper mit der mitgelieferten Abdeckung. Ziel ist, dass keinerlei Licht mehr auf den Sensor fallen kann.
- Nun aktiviert man die Funktion zur manuellen (nicht automatischen!) Sensorreinigung. Diese Funktion dient normalerweise dazu, dass man mit einem feinen Pinsel den Sensor reinigen kann. Dazu wird der Spiegel im Gehäuse nach oben geklappt und der Bildverschluss geöffnet, sodass der Sensor zugänglich wird. Die Spiegelbewegung ist bei der Aktivierung der Funktion gut hörbar.
Versuchen Sie jedoch nicht wirklich, den Sensor zu reinigen und lassen Sie die Kamera fest verschlossen. Fotosensoren sind extrem empfindlich und können sehr leicht beschädigt werden. - Einige Sekunden warten.
- Die Kamera ausschalten.
- Wieder kurz warten.
- Die Kamera einschalten.
Bei Erfolg ist der Pixelfehler nun verschwunden.
Die gängige Theorie ist, dass die Kamera nach einer Sensorreinigung eine Art Sensordiagnose durchführt und dabei fehlerhafte Pixel erkennt und abschaltet. Ob diese Theorie zutrifft kann aber wohl nur ein Canon-Ingenieur beurteilen.
Wir konnten die Funktion an einer neuen EOS 550D mit einem heißen Pixel testen. Bei unserer Kamera verschwand der Bildfehler in der Tat beim ersten Versuch.
Wir können jedoch keine Garantie dafür übernehmen, ob dies immer so reibungslos abläuft. Die Anwendung dieser Technik läuft immer auf eigene Gefahr.
Windows XP: Die Geschichte des Hintergrunds
MW schreibt in Foto-Know-How am 29.07.2010
Vermutlich kennt jeder dieses Bild: die saftig grüne, endlos weite Wiese, den blauen, mit weißen Schäfchenwolken durchzogenen Himmel.
Es ist das Standardhintergrundbild von Windows XP.
Das Bild entstand im Winter 1996 in einem Weingebiet nahe des Sonoma Valleys in Kalifornien – im Sonoma County.
Es wurde auf den Namen „Bliss“ getauft, was im Deutschen so viel wie Wonne oder Glück bedeutet.
Microsoft nutze das idyllische Bildmotiv aus zwei Gründen:
• Die Grün und Blautöne des Bildes spiegeln die Markenfarben von Microsoft wieder.
• Beide Farbtöne werden vom Menschen positiv wahrgenommen
Der Reportagefotograf Charles O’Rear fotografierte das Motiv an einem klaren Januartag.
Er war gerade auf der Fahrt von seinem Wohnort St.Helena nach Marin County, wo seine Frau derzeit lebte.
Im Januar 1996 herrschte im Sonoma Valley eine Pflanzenseuche, die die Weinreben befallen hatte.
Aus diesem Grund war der fotografierte Hügel zu dieser Zeit mit Gras bewachsen.
10 Jahre später fotografierten die Fotografen Simon Goldin und Jakob Senneby den Ort erneut.
Das Foto zeigt den wieder mit Weinreben bewachsenen Berg.
Dieses Motiv wurde im April 2007 als Projekt „After Microsoft“ ausgestellt.
Hier gibts weitere Infos in englischer Sprache.
Die Blaue und die Goldene Stunde – Bestes Licht für Fotos berechnen
MB schreibt in Foto-Know-How am 20.07.2010
Immer wieder hört man in der Fotografie von der “Blauen Stunde”, ab und zu auch von der “Goldenen Stunde”. Was hat es damit auf sich?
Die so genannte “Blaue Stunde” hat zwar nichts mit Alkohol, aber trotzdem mit Stimmung zu tun. Es ist ein Teil der Morgen- oder Abenddämmerung. Beim Sonnenaufgang wird durch die Atmosphäre Licht verschiedenster Wellenlängen herausgefiltert. Anfänglich kommt nur Blau durch, da es die kürzeste für Menschen sichtbare Wellenlänge hat. Durch das indirekt eintreffende Licht gibt es weder harte Schatten noch zu extreme Kontraste.
Da noch nicht viel Licht vorhanden ist, benötigt man dafür meist ein Stativ sowie etwas längere Belichtungszeiten. In dieser Zeit aufgenommene Bilder wirken mystisch und geheimnisvoll. Meist hat man dafür ca. 40 Minuten Zeit, weshalb die Bezeichnung “Stunde” etwas übertrieben wirkt.
Danach folgt die “Goldene Stunde”, wenn die Sonne noch ganz tief steht und alles in ein warmes, goldenes Rot taucht. Das sieht vor allem spektakulär aus, wenn Wolken und Berge schon Orange leuchten, während das Tal noch in kühlesn dunkles Blau getaucht ist. Die Goldene Stunde dauert ca. 50 Minuten und hat den Namen “Stunde” schon eher verdient.
Insgesamt also ein Zeitfenster von zwei Stunden, in denen stimmungsvolle Bilder möglich werden.
Das Ganze in umgekehrter Reihenfolge gilt dann auch beim Sonnenuntergang. Für gute Landschaftsfotos sollte der Fotograf also entweder früh aufstehen, oder spät zu Bett gehen.
Unter diesem Link gibt es einen Dämmerungsrechner. Das geniale Tool verrät abhängig vom Standpunkt die Zeiten für blaue und goldene Stunde, sowie den Winkel in dem die Sonne auf- und untergeht. Ideal um sich fürs perfekte Foto vorzubereiten!
BeetleCam: Spiegelreflexkamera auf ferngesteuertem Elektroauto
FS schreibt in News und Web-Tipps am 16.07.2010
Bei der Wildtierfotografie ist es schwierig, möglichst nah an die wilden Tiere heranzukommen, ohne sich in Gefahr zu begeben.
Neben großen Brennweiten, die eine entsprechend distanzierende Wirkung mit sich bringen, gibt es meist nur die Möglichkeit, die Kamera irgendwo statisch zu platzieren, mit einem Fernauslöser in sicherem Abstand zu lauern und zu hoffen, dass sich die Tiere auch wirklich vor die Kamera bewegen.
Dadurch wird Geduld und Glück schnell zu den entscheidendsten Erfolgsfaktoren.
Will & Matt Burrard-Lucas sind daher auf eine raffiniertere Idee gekommen. Sie haben einfach eine Kamera auf ein ferngesteuertes, geländetaugliches Elektroauto montiert. Ihre BeetleCam getaufte Konstruktion verfügt neben der Kamera noch über zwei Blitze um die harten Schatten der afrikanischen Sonne aufzuhellen.
Das Ergebnis sind beeindruckende Bilder aus ungewöhnlicher Perspektive. Der erste Einsatz zeigte, dass sich die meisten Wildtiere von dem getarnten Kameragefährt nicht weiter ablenken lassen. Bis auf Löwen. Diese demonstrierten recht gut, warum man selbst lieber nicht so nah an die Tiere herankommen möchte: Die Raubkatzen erlegten die BeetleCam kurzerhand und zerstörten die verwendete Canon EOS 400D.








