Kleine Fotokunde – Bokeh
MW schreibt in News und Web-Tipps am 15.05.2011
Wenn Fotos unscharf werden, ist das meistens ziemlich ärgerlich. Manchmal hat es der Fotograf aber auch gewollt. Denn mit bewusst eingesetzter Unschärfe können wahre Kunstwerke entstehen. Unter dem Begriff “Bokeh” fasst man eine besondere Art der Unschärfe zusammen.
Der Wortursprung von Bokeh wurzelt vermutlich im japanischen Wort boke, was soviel wie verschwommen oder auch unscharf bedeutet und beschreibt damit eine Kerneigenschaft - die Unschärfe.
Bokeh bezeichnet die Qualität der Unschärfe, die objektivbedingt erzeugt wurde. Bei manchen Objektiven können die unscharfen Bereiche als viele helle Kreise erscheinen, während bei anderen Objektiven diese in einer anderen Form, Farbe oder Kontrast erscheinen.
Diese unterschiedlichen Eigenschaften der unscharfen Bereiche und die Qualität der Übergänge nennt man das Bokeh eines Objektives. Es beschreibt das Abbildungsverhalten eines Objektives in unscharfen Bildbereichen.
Eine Google Bildersuche nach Bokeh zeigt schnell, was sich in Worten nur schwierig ausdrücken lässt.
Andreas Hurni beschreibt auf seiner Website sehr übersichtlich und anschaulich die Grundlagen und Fehlerquellen in Wort und Bild – lassen Sie sich inspirieren.
Wichtig bei der Beurteilung ist: Für das Bokeh gibt es keinen numerischen Wert. Es wird lediglich nach ästhetischen Gesichtspunkten bewertet und erzielt demnach ein stark subjektives Bewertungergebnis. Zum Beispiel dient sie dem Fotografen das Hauptmotiv in den Vordergrund bringen zu können. Der Hintergrund rückt durch die Unschärfe für den Betrachter aus dem Fokus, und das wichtigste Motiv wird verstärkt wahrgenommen.
30 ganz hervorragende Beispiele schöner Bokeh´s sind unter diesem Link zu finden.
Wer die physikalischen Hintergründe näher ergründen möchte findet eine interessante Abhandlung über so genannte Zerstreuungskreise bei Wikipedia.
Wenn Sie genug gelesen haben und lieber losziehen möchten, um eigene Kunstwerke zu knipsen, zeigen Sie uns doch Ihre Ergebnisse über unsere Pinnwand auf Facebook – wir sind gespannt auf Ihre Bilder!
Stefan Eisend presents: Eyecatcher – die Vernissage in München
MB schreibt in Neuigkeiten bei posterXXL am 26.03.2011
Am 24. März erlebte der Central Tower Munich (an der Donnersbergerbrücke) eine ganz besondere Show: Jochen Schweizer zeigte an 80 Metern Glasfassade fliegende Tänzer und große Akrobatik am Seil.
Der Grund hierfür ist die Vernissage von Sportfotograf Stefan Eisend, die 120 Arbeiten aus seiner bisherigen Laufbahn zeigt.
Sämtliche Drucke wurden von posterXXL hergestellt – ein Besuch der Ausstellung lohnt sich!
Zusätzlich zu den großartigen Aufnahmen gibt es den 360 Grad Rundblick aus dem 20. Stockwerk des Central Tower über München.
Noch bis 30. März ist die Ausstellung jeweils von 14 bis 20 Uhr zu bestaunen.
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Der so genannte “vertical catwalk” von Jochen Schweizer zog nicht nur die mehreren hundert geladenen Gäste, sondern auch viele Passanten auf der Straße in seinen Bann:
Blitzschnell schönere Fotos mit Franzis One Click Wipe – hier kostenlose Basic Version
MB schreibt in News und Web-Tipps am 22.03.2011
Digital Beauty mit One Click Wipe
Nirgends kann man als Fotograf so viel falsch machen wie bei Porträts.
Jede Frau will doch insgeheim so aussehen wie die Models aus den Hochglanz-Magazinen.
One Click Wipe hat genau dafür spezielle Funktionen parat, die Ihnen die Porträtretusche erheblich erleichtern.
Und das Beste ist: Exklusiv im posterXXL BLog kann eine kostenlose Basic-Verson von One Click Wipe heruntergeladen werden. Zum Download mit diesem Link.
Mit Digital Beauty, dem digitalen Schönheitssalon von One Click Wipe, sind Fältchen, Leberflecke, unreine Haut, matte Zähne und müde Augen im nu wegretuschiert.
So geht’s: ein wenigen Schritten zum perfekten Ergebnis:
Sie öffnen Ihr Bild, wählen das Menü Verbesserungen und dann Digital Beauty.
Zunächst werden mit dem Pinsel-Werkzeug Haut-Unreinheiten weggestempelt. Achten Sie hierbei auf die passende Pinzelgröße, diese muss etwas größer sein als der zu entfernende Fleck. Wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie das Ergebnis rückgängig machen und es wieder versuchen.
Fast genauso wichtig wie die Entfernung von Pickeln und Leberflecken ist die Verschönerung der Haut selbst. Vor allem der Farbton muss passen. Hier bietet die Software eine bereits abgestimmte Vorauswahl an verschienen Optionen an. Statt langem Grund-Make-Up vor dem Spiegel klicken Sie hier einfach auf die Ihnen am besten zusagende Vorauswahl.
Bei der Auswahl des passenden Feintunings ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt: achten Sie hierbei auf eine sanfte Glättung mit einem weichen Touch, ohne jedoch zu übertreiben und puppenhafte Portraits ohne Hautporen zu kreieren.
Eigentlich ist das Foto jetzt schon gut genug, wer das Optimum herausholen will klickt auf Erweiterte Digital Beauty, hier lässt sich noch die eine oder andere Feineinstellung vornehmen. Mit Belichtung und Level hellen Sie das Bild etwas auf, so dass auch Bereiche, die im Schatten liegen besser sichtbar werden. Das Bild wirkt so einfach freundlicher.
Haut säubern Radius: Ein kleiner Radius erhält Kontrast und Schatten auf der Haut, führt aber dazu, das nicht alle Flecken entfernt werden. Ein großer Radius entfernt meist alle Flecken, weicht aber die Belichtung stark aus. Wenn sie mit Ihrer Retusche zufrieden sind, lohnt noch ein Blick auf die Vorher-Nachher-Ansicht, dann können Sie Ihre Arbeit durch einen Klick auf OK speichern.
Weitere Funktionen der Software:
One Click Wipe enthält eine Reihe von Spezialeffekten und unterstützt den Einsatz von externen Plug-ins. Simulieren Sie unterschiedliche Filter oder Filme, verändern Sie die Farbsättigung,fügen Sie Texturen hinzu oder setzen Sie Ihre Motive mit einem Klick vor einen anderen Hintergrund.

Mit dem integrierten Montagestudio ist es möglich, störende Bildelemente zu entfernen und mitteles eines hochentwickelten Logarithmus mit Struktur zu füllen, ohne dass eine leere Fläche entsteht.
Volleybälle am Strand, störende Personen vor Gebäuden oder einfach eine Hochspannungs-leitung, die Ihnen das Bild entstellt gehören so blitzschnell der Vergangenheit an.
Öffnen Sie das betroffene Bild und wählen Sie über die vertikale Navigation „Verbesserung“ den Unterpunkt „Smart radieren“ aus.
Mit den „+“ und „-„ Zeichen können Sie nun den zu entfernenden Bildbereich so nach wie möglich anzoomen, um diesen mit dem Lassowerk einmal komlett zu umkreisen.
Achten Sie hierbei darauf, dass sich alle zu entfernenden Bildelemente innerhalb der von Ihnen gezogenen Markierung befinden. Wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie Ihr Zwischenergebnis mit einem Klick auf den „X“ Button wieder zurücksetzten und neu beginnen. Sobald Sie den zu entfernenden Bildbereich komplett umrissen haben, klicken Sie auf „Anwenden“ und – mit einem Klick – verschwindet dieser.
Eine kostenlose Basic-Version von One Click Wipe ist beim Franzis Verlag gegen Registrierung erhältlich! Unter diesem Link gibt es One Click Wipe gratis.
Galileo Fotografie-Grundkurs (3/3): Richtig blitzen
MB schreibt in Foto-Know-How am 13.03.2011
Exklusiv hier im posterXXL Blog geben wir euch komplette Tipps aus dem tollen Fotografie-Buch Der große Fotokurs – Besser fotografieren lernen von der bekannten Foto-Trainerin Jacqueline Esen. Hier gibt es den dritten Teil mit dem Thema “Richtig blitzen”. Viel Spaß!
Richtig blitzen
Eigentlich müssten wir für die ständige Verfügbarkeit des Blitzes dankbar sein, und trotzdem verursacht er oft mehr Frust als Freude. Das ist auf die besonderen und sehr spezifischen Eigenschaften des Blitzlichts zurückzuführen.
Der Rote-Augen-Effekt
Jeder kennt ihn, keiner mag ihn. Rote »Kaninchenaugen« sind der oft unausweichliche Nebeneffekt geblitzter Porträts. Lösungsansätze gibt es viele: flackernde Lichtemissionen aus der Kamera, ein Vorblitz, der die Modelle denken lässt, es wäre schon fotografiert worden, oder die nachträgliche Bearbeitung des Bildes. Eine Rote-Augen-Korrektur durch kamerainterne Bildbearbeitung ist auf dem Vormarsch, aber die Ergebnisse sind nicht immer überzeugend. Die Ursache für unschön leuchtende Pupillen ist die Reflektion
des Augenhintergrundes, die besonders stark ausfällt, wenn sich der Blitz sehr nah am Objektiv befindet. Bei kleinen Kameras tritt der Fehler deshalb häufiger auf und lässt sich beim Fotografieren nur durch die Verwendung von Zubehör vermeiden, mit dem das kleine, punktförmige Licht weich gestreut wird. Die eleganteste und professionellste Lösung bieten Aufsteckblitze, bei denen sich der Blitzkopf nach oben richten lässt.
Achtung!
Denken Sie daran, dass Ihnen in der Vollautomatik keine Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Programmautomatik lässt Ihnen mehr Freiheiten, ohne dass Sie auf die harmonische Kommunikation zwischen Blitz und Kamera verzichten müssen.
Bei dieser Technik wird das Licht über die große Fläche der Zimmerdecke weich gestreut, es fällt gleichmäßiger auf die Szene. Im Foto sieht es dann eher so aus wie eine Deckenbeleuchtung. Je nach Größe und Höhe des Raumes sind Ihnen dabei gewisse Grenzen gesetzt. Das Licht muss einen langen Weg zurücklegen: von der Kamera zur Zimmerdecke und wieder zurück auf das Motiv. Dabei geht natürlich auch viel Leistung verloren. Sie brauchen für das indirekte Blitzen auf jeden Fall ein separates Blitzgerät. Ein leistungsstarkes Modell ist von Vorteil, denn schwächere Geräte müssen in solchen Situationen für jedes Foto die volle Leistung abfeuern. Das zieht viel Energie aus dem Akku, und mitunter verstreicht viel Zeit, bis die nächste Aufnahme möglich ist. Ein starkes Blitzgerät mit einer hohen Leitzahl muss nicht immer die volle Leistung abgeben, das heißt, der Blitz ist schneller nachgeladen, und Sie können wieder auf interessante Situationen reagieren.
Das indirekte Blitzen funktioniert nicht nur über eine Zimmerdecke, sondern Sie können es gegebenenfalls auch seitlich einsetzen, wenn entsprechende Flächen vorhanden sind, die das Licht auf das Motiv zurückwerfen. Dann bleibt allerdings die vom Blitz abgewandte Seite dunkler, die Ausleuchtung ist ungleichmäßiger. Je nachdem, was Sie als Beleuchtung wünschen, kann das recht interessant aussehen. Die Schattenseite lässt sich für ein Porträt gegebenenfalls auch mit einem Reflektor aufhellen. Beachten Sie beim indirekten Blitzen auch die Farbigkeit des Raumes. Holzwände oder farbige Anstriche schlucken nicht nur mehr Licht, sie können im Bild auch einen (unangenehmen) Farbstich erzeugen. Spiegelnde Flächen eignen sich nicht für das indirekte Blitzen, weil das Licht nicht diffus gestreut, sondern hart reflektiert wird. Sie bekommen den gleichen Effekt wie beim direkten Blitzen, nur die Lichtrichtung ändert sich. Unter den Augen und unter der Nase einer Person entstehen unschöne Schattenwürfe, auch Brillenbügel werden dann zum Problem. Wenn indirektes Blitzen nicht möglich ist, hilft nur direktes Blitzen – und dann möglichst mit einem Diffusorvorsatz.
Tipp: Reflektierende Flächen
Brillengläser, Spiegel, Glasscheiben und andere refl ektierende Flächen zerstören die Bildwirkung, wenn Sie sie versehentlich direkt anblitzen. Der Blitz oder andere Lichtquellen spiegeln sich und erzeugen unschöne helle Bereiche und Refl exionen. Oft merkt man das erst im Nachhinein – dann gibt’s nur eins: die Aufnahme wiederholen, sofern das möglich ist. Achten Sie also schon vor der Aufnahme auf alles, was möglicherweise spiegeln könnte. Fotografieren Sie nicht frontal, sondern aus einem steilen Winkel. Störende Objekte wie Flaschen oder Gläser lassen sich vielleicht aus dem Bildfeld entfernen. Ein veränderter Bildausschnitt kann das Problem ebenfalls beseitigen. Bei Brillenträgern hilft ein leichtes Drehen oder Neigen des Kopfes.
Blitzreichweite beachten
Die eingebauten Blitzgeräte sind in ihrer Leistung relativ schwach. Versuchen Sie, einen größeren, dunklen
Raum damit zu erhellen, dehnt sich der Lichtkreis nur einige Meter weit aus, der Rest bleibt trotzdem dunkel. Diesem Phänomen können Sie nur entgegenwirken, indem Sie mehrere Blitzgeräte im Raum aufstellen und für die Aufnahme gleichzeitig zünden. Diese relativ aufwendige Technik nennt man entfesseltes Blitzen. Durch das Erhöhen des ISO-Wertes ergibt sich in der Praxis eine größere Reichweite des Blitzes. Es wird zwar nicht mehr Helligkeit abgegeben, aber das vom Blitz erzeugte Licht wird besser ausgenutzt. Leider hat das auch ein verstärktes Bildrauschen zur Folge – eine Notlösung. Um ein schönes Foto von einem schummrig beleuchteten Raum zu machen, versuchen Sie es ruhig auch einmal ohne Blitz, mit erhöhtem ISO-Wert oder mit dem Stativ. Die Ergebnisse sehen fast immer natürlicher aus. Sie werden vielleicht erstaunt sein, wie viel ohne Blitz möglich ist. Wenn Sie sich für den Blitz entscheiden, haben Sie noch andere Möglichkeiten, Helligkeit und Lichtstimmung im Bild zu beeinflussen.
Schönere Lichtstimmung
Neben dem indirekten Blitzen führt auch ein Verändern der Verschlusszeit zu einer schöneren Lichtstimmung. Mit der Funktion Nachtblitz beziehungsweise Nachtporträt verlängert die Kamera die Belichtung. Das Umgebungslicht kann dadurch stärker in Erscheinung treten, die Bilder wirken wärmer.
Durch die verlängerte Verschlusszeit kann es aber auch wieder zur ungewollten Verwacklung oder zu Wischeffekten kommen. Wenn Sie die Verschlusszeit selbst steuern wollen und Ihre Kamera über entsprechende Einstellmöglichkeiten verfügt, wählen Sie die Zeitvorwahl (Tv/T/Sv/S), und stellen Sie eine Zeit von 1/30 oder 1/15 sek ein.
Aktivieren Sie danach den Blitz von Hand.
Blitzleistung anpassen
Befindet sich das Hauptmotiv nahe an der Kamera, wird es manchmal vom Blitz zu hell angestrahlt, während der Hintergrund viel zu dunkel erscheint. Damit das nicht passiert, können Sie an vielen Kameras die Helligkeit des Blitzlichts beeinflussen. Suchen Sie im Menü der Kamera (Kompaktkamera) eine Funktion, die so ähnlich aussieht wie die Plus-Minus-Korrektur – eine Skala von 0 bis −2 und +2. Große Kameras haben für die Blitzbelichtungskorrektur oft einen eigenen Knopf an der Außenseite des Kameragehäuses. Der Unterschied: Hier beeinflussen Sie die Helligkeit des Bildes direkt über die Helligkeit des Blitzlichts, wie bei einem Dimmer. Für eine geringere Leistung schieben Sie den Regler nach Minus, für mehr Leistung nach Plus. Denken Sie daran, dass sich auch diese Einstellung nicht automatisch auf 0 zurückstellt. An Kompaktblitzgeräten lässt sich die Korrektur der Leistung direkt einstellen.
Aufhellblitzen
Von Aufhellblitzen spricht man immer dann, wenn der Blitz nicht die einzige Lichtquelle ist. Sie können ihn nicht nur für Porträts im Freien verwenden, sondern auch für andere Motive. Die Objekte sollten sich natürlich innerhalb der Reichweite des Blitzes befinden, also bis etwa fünf Meter entfernt sein. Besonders nützlich ist der Blitz bei Sonnenschein. Fotografieren Sie Personen, sehen Sie häufig unschöne tiefe Schatten unter den Augen. Noch schlimmer ist es, wenn jemand einen Hut oder eine Schirmkappe trägt; eine typische, kontrastreiche Beleuchtungssituation. Sie werden die Schatten wahrscheinlich nicht vollständig wegbekommen, aber Ihre Bilder werden besser, wenn Sie den Blitz zum Aufhellen dazunehmen.
Auch eine weiße Wand, ein hell angestrahlter Hintergrund oder ein Fenster, durch das Licht hereinfällt, kann die Belichtungsmessung täuschen und das Hauptmotiv zu dunkel werden lassen. Aktivieren Sie in solchen Situationen den Blitz. Das führt fast automatisch zu einer ausgewogeneren Beleuchtung. Wird das Motiv unnatürlich hell, reduzieren Sie die Blitzleistung. Bei Porträt sorgt der Blitz zusätzlich für schöne kleine Effektlichter in den Augen.
Achtung!
Bei einigen Kameras führt das Aktivieren des Blitzes zu einer erzwungenen Verschlusszeit von 1/60 sek. In so einem Fall hilft nur das passende Motivprogramm.
Schlagschatten
Wenn das Hauptmotiv sehr nah vor einem hellen Hintergrund steht, erzeugt der frontale Blitz einen Schlagschatten hinter oder neben dem Motiv. Dieser Schatten muss nicht immer störend sein. Falls doch, prüfen Sie, ob Sie den Abstand zwischen Motiv und Hintergrund vergrößern können. Eine Person können Sie bitten, einige Schritte nach vorn zu gehen. Ein Gegenstand lässt sich vielleicht woandershin stellen. Falls nicht, können Sie mit einem Aufsteckblitz indirekt blitzen. Mit einem Diffusor werden die Kanten des Schlagschattens weicher. Falls das alles nichts hilft, dann versuchen Sie, aus der Not eine Tugend zu machen. Vielleicht lässt sich der Schatten bildwirksam nutzen? Ein dunkler beziehungsweise schwarzer Hintergrund »verschluckt « den Schatten, ist also für erste Porträtversuche mit Blitzgeräten gut geeignet. Schwarze Flächen können allerdings die Belichtungsmessung täuschen. Wenn Ihre Fotos vor einem dunklen Hintergrund zu hell ausfallen, greifen Sie mit der Plus-Minus-Taste (Belichtungskorrektur) korrigierend ein.
Entfesseltes Blitzen
Ungewohnte Beleuchtungseffekte können Sie erzielen, wenn Sie das Blitzgerät von der Kamera getrennt im Raum aufstellen. So können Sie Ihr Motiv aus einer beliebigen Richtung anblitzen.
Um den Blitz auszulösen, benötigen Sie einen Sender auf der Kamera und einen Empfänger am Blitz. Bei einigen Kamerasystemen kann der eingebaute Blitz den entfernten Systemblitz aktivieren. Dieses System wird als Master-Slave-Technik bezeichnet.
Der Masterblitz (Hauptblitz) zündet den oder die anderen Geräte (Slave = Sklave).
Doch vorsicht: Allein die Tatsache, dass der Blitz aus einer anderen Richtung kommt, macht noch keine gute Beleuchtung, geschweige denn ein gutes Bild. Die Lichtrichtung ist nur ein Aspekt beim Blitzen. All die anderen Eigenschaften des Blitzlichts bleiben erhalten, das heißt, auch der entfesselte Blitz ist eine kleine, helle Lichtquelle, die das Motiv hart ausleuchtet und hässliche Schatten erzeugt. Die Reichweite ist begrenzt, für die Ausleuchtung größerer Räume sind also mehrere Sklavenblitze erforderlich. Wird der entfernte Blitz vom eingebauten Kamerablitzlicht ausgelöst, ist dessen Lichtwirkung mit einzuplanen. Wenn Sie kein Licht von vorn, also aus Richtung der Kamera, auf das Motiv haben wollen, müssen Sie den Blitz mit entsprechendem Zubehör »verhüllen«. Ein Sender-Empfänger-System ist da oft nützlicher, und eine Kabelverbindung tut es anfangs auch.
Achtung!
Nicht jedes Kompaktblitzgerät lässt sich als Slave oder Master einsetzen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss. Überlegen Sie vor dem Neukauf eines Kompaktblitzes, ob Sie mit entfesselten Blitzen arbeiten wollen.
Fotografie Grundkurs (10/11): Blitzgeräte
FS schreibt in Foto-Know-How am 27.02.2011
Einsteiger denken bei Blitz vor allem an den integrierten Blitz der meisten Kameras aus dem Konsumentensegment. An Profis gerichtete Kameras haben jedoch meist keinen eigenen Blitz. Aus gutem Grund, denn für anspruchsvolle Bilder können solche Blitze praktisch nicht verwendet werden.
Integrierte Blitzgeräte

Integrierter Blitz: Canon PowerShot SX10 IS
Integrierte Blitze leiden vor allem unter einem prinzipbedingten Nachteil: Ihr Licht kommt immer aus der Richtung der Kameralinse. Diese “voll drauf”-Beleuchtung sorgt jedoch für einen eher platten Bildeindruck, als für eine schöne Lichtgestaltung. Befindet sich das Motiv vor einer Wand gesellt sich dazu meist noch ein typischer, harter Schatten ganz knapp neben dem Motiv, da der Blitz eben nur fast auf der Höhe der Linse sitzt. Dieser minimale Richtungsunterschied beschert den minimalen Schlagschatten, der ästhetisch alles andere als angenehm ist. Die linsennahe Blitzposition führt auch zu dem gefürchteten Rote-Augen-Effekt, bei dem das Licht von der Netzhaut zurück zur Lichtquelle und damit auch zur Linse reflektiert wird.

Beispiel für schlecht eingesetzten Blitz
Je nach Aufnahmesituation findet sich in vielen Fällen auch ein sehr ungeschickter Helligkeitsunterschied zwischen Hauptmotiv und Hintergrund. Die Lichtintensität nimmt im Quadrat zur Entfernung ab. Ist die Wand doppelt so weit wie das Motiv von der Kamera entfernt, ist sie also viermal so dunkel. Dies führt zu den typischen Partyfotos auf denen man die Gesichter erkennt, alles andere aber in einem dunklen Brei verschwindet. Noch schlimmer ist dieser Effekt, wenn sich zusätzlich noch ein Objekt im Vordergrund befindet. Dieses wird dann hoffnungslos überbelichtet.
Weniger prinzipbedingt, aber dennoch nicht selten sind relativ schlechte Belichtungsautomatiken im Zusammenhang mit dem Blitz. Für ein gutes Bild muss die Blitzintensität sehr gut auf die restlichen Belichtungsparameter (siehe Teil 1 dieser Reihe: Belichtung) abgestimmt werden. Durch die schnell abfallende Lichtintensität muss die Automatik dabei sehr gut erkennen, welches Objekt denn richtig belichtet werden soll. Nicht selten geht das daneben und führt zu stark unter- oder überbelichteten Bildern.
Grundsätzlich ist es zwar möglich, den internen Kamerablitz sinnvoll einzusetzen, beispielsweise zur dezenten Aufhellung im Gegenlicht, aber diese Fälle sind selten, sodass es meist sinnvoller ist, auf den integrierten Blitz komplett zu verzichten.
Blitzanlagen
Vor allem in der Studiofotografie sind Blitzanlagen das Beleuchtungsmittel der ersten Wahl. Eine Blitzanlage besteht für gewöhnlich aus einem Blitzgenerator, mehreren Blitzköpfen und den zugehörigen Lichtformern.
Der Generator stellt dabei lediglich die Energie zur Verfügung. Das eigentliche Licht kommt aus den Lichtköpfen. Da diese frei im Raum verteilt werden können, kann der Lichteinfall beliebig beeinflusst werden. Die einzelnen Köpfe können in ihrer Helligkeit separat gesteuert werden.
Die größere Konstruktion ermöglicht auch den Einsatz diverser Lichtformer, die das abgegebene Licht weiter verändern können. Am häufigsten werden sogenannte Softboxen genutzt, die das Licht der Lampe durch eine größere weiße Fläche streuen. Dies führt dazu, dass das Licht nicht nur von einem relativ kleinen Punkt, nämlich der Blitzbirne, ausgeht, sondern von einer großen Fläche abgegeben wird und dadurch deutlich weicher wird. Doch auch diverse andere Lichtformer sind gängig, z.B. um das Licht härter zu machen, oder spezielle Effekte wie Streifen oder Punkte zu erzeugen.
Im Gegensatz zu einfacheren Blitzgeräten bieten Blitzanlagen meist neben dem eigentlichen Blitz ein sogenanntes Einstellicht als Lichtquelle. Im Gegensatz zum Blitz leuchtet dies stetig, sodass man die Lichtwirkung effektiv beurteilen kann, ohne nach jeder Einstellungsänderung ein neues Testfoto machen zu müssen.
Der größte Nachteil an Blitzanlagen ist ihre Sperrigkeit. Die einzelnen Blitzköpfe stehen auf Stativen, brauchen mit Lichtformer viel Platz und sind mit Kabeln an den Generator gebunden. Richtig viel Sinn machen solche Anlagen meist nur, wenn man auch über einen entsprechenden Studioraum verfügt. Zwar gibt es auch portable, batteriebetriebene Anlagen, diese sind jedoch deutlich teurer und häufig weniger leistungsstark.
Externe Aufsteckblitze

Aufsteckblitz: Canon Speedlite 580EX II
Insbesondere Fotojournalisten verwenden primär Aufsteckblitze. Wie der Name schon sagt, werden diese auf die Kamera aufgesteckt. Sie teilen dadurch zunächst den Positionsnachteil der integrierten Blitze, haben aber eine Reihe an Vorteilen.
Zum einen ermöglicht die höhere Preisklasse und der zusätzliche Platz im größeren Gehäuse eine deutlich ausgereiftere Technik. Externe Blitze haben wesentlich mehr Leistung und können Motive auch auf Distanz beleuchten. Zusätzliche Sensoren und gute Abstimmung auf die jeweilige Kamera ermöglichen sehr gut funktionierende Automatiken.
Zum anderen können Aufsteckblitze in der Regel in eine oder mehrere Richtungen geschwenkt werden. Dadurch kann man indirektes Licht nutzen, indem man beispielsweise gegen eine Wand blitzt, durch deren Reflektion dann das eigentliche Motiv belichtet wird. Das Licht kommt dann nicht mehr direkt von der Kamera, sondern aus der Richtung der angeleuchteten Wand und ist dank der größeren Reflektionsfläche deutlich weicher.
Moderne Blitzgeräte diesen Typs können außerdem auch losgelöst von der Kamera betrieben werden. Sie werden drahtlos von der Kamera ausgelöst und können so frei positioniert werden. Es können auch mehrere Blitzgeräte gleichzeitig und unabhängig voneinander genutzt werden. Es gibt inzwischen auch Stative und Lichtformer für solche “entfesselten Blitze”, wie sie häufig genannt werden. Dadurch hat man praktisch eine Blitzanlage, wenn auch ohne das Einstelllicht. Im Vergleich zur typischen Studio-Blitzanlage haben diese Systemblitze sogar den Vorteil, mit den Belichtungsautomatiken der Kameras zusammen zu arbeiten, was unter Zeitdruck durchaus praktisch sein kann.
Fazit
“Finger weg vom integrierten Blitz” kann durchaus als eine gültige Faustregel angesehen werden. Für Anfänger bietet es sich an, zunächst mit natürlichem Licht und passiven Beleuchtungsmitteln wie beispielsweise Reflektoren zu experimentieren. Ob sich Fortgeschrittene eher für eine Blitzanlage, oder einen bzw. mehrere Aufsteckblitze entscheidet, hängt primär von den Fotografiergewohnheiten und dem Budget ab. Wer sich für Studiofotografie interessiert findet schon sehr günstig einfache Blitzanlagen. Aufsteckblitze sind flexibler, werden aber sehr schnell sehr teuer, falls man mehrere entfesselte Blitze nutzen möchte.
Blitzgeräte in der Praxis
Der richtige Umgang mit Blitzgeräten will gelernt sein. In der nächsten Folge des Galileo Fotografie-Grundkurses werden wir mehr Tipps zur richtigen Anwendung dieser spannenden Technik geben.



















