Nintendo DS als Steuercomputer für Fotokameras: Open Camera Control


Open Camera Control

Kleine, kompakte Fernauslöser kann man für die meisten Kameras günstig kaufen. Intervallauslöser sind schon schwieriger und teurer zu besorgen. Bei allem komplexeren, beispielsweise Belichtungsreihen aus 11 Bildern, oder zu definierten Zeiten auslösende Aufnahmen, kann man bestenfalls noch einen Computer anschließen und hoffen, dass es eine Software gibt, die solche Funktionen ermöglicht. Doch selbst kleine Netbooks sind im Fotoalltag eher unpraktisch einzusetzen.

Aus dieser Not heraus entstand Open Camera Control, eine Mischung aus Hard- und Software, mit der man einen Nintendo DS in einen Steuercomputer für Spiegelreflexkameras von Canon und – mit Einschränkungen – Sigma, Casio, Olympus und Nikon verwandeln kann.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Nintendo DS passt einfach in die Hosentasche, ist robust, vergleichsweise günstig, hat eine Akkulaufzeit von acht Stunden und kann fast jedes Auslösemuster ausführen, das man sich einfallen lassen kann.

Etwas Bastelerfahrung ist leider Voraussetzung, denn Open Camera Control gibt es nicht fertig zu kaufen, sondern nur in Form einer Anleitung. Die nötige kleine Elektronikplatine muss man selbst zusammenlöten.

Eine Reihe an Anwendungen steht bereits kostenlos zur Verfügung, darunter Programme für erweiterte Belichtungsreihen, Intervallaufnahmen, Terminaufnahmen. Auch eine Anwendung, die bei Geräuschen wie beispielsweise Klatschen auslöst, steht fertig zur Verfügung. Die entsprechende Programmiererfahrung vorausgesetzt kann man auch selbst neue Funktionen für Open Camera Control entwickeln.

Die Erfinder haben ihr System übrigens hauptsächlich für ihre Arbeit an Effekten bei Kinofilmen ersonnen, da dort häufig HDR-Aufnahmen aus vielen Belichtungsstufen benötigt werden. Open Camera Control war auch bereits bei großen Produktionen wie Twilight 2 und 2012 im Einsatz.

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