Jeder, der schon mal bei Nacht fotografiert hat, weiß um die Auswirkungen einer Langzeitbelichtung – ob gewollt oder ungewollt.
Bewegte Objekte verwischen, das Bild verwackelt, aus Lichtern werden Streifen. Diesem Effekt kann man zwar mittels eines Stativs entgegenwirken, “abschalten” läßt er sich jedoch nicht.
Das erste Bild zeigt eine einfache Straße bei Nacht. Die durchfahrende Trambahn kann man an den Lichtern nur erahnen. Rechts ist wohl ein Radfahrer entgegen gekommen – die einzelne weiße Linie läßt das zumindest vermuten. Um zusätzlich Bewegung und Dramatik hinzuzufügen, wurde die Kamera auf den Bordstein gelegt. So ist sie gleichzeitig komplett erschütterungsfrei gelagert.
Den Verwischungs-Effekt kann man sich aber auch zu Nutze machen – dabei kommen allerlei experimentelle Nachtaufnahmen heraus!
Bewegt man nämlich sich selbst und nicht die leuchtenden Objekte, so kann man ebenfalls “mit Licht malen”.
Im linken Bild wurde aus dem fahrenden Auto heraus lange belichtet. Der Kreisverkehr ist auch mit viel Fantasie nicht zu erkennen. Die Linien sind zu verwackelt und verschwommen, da aus der Hand fotografiert wurde. Die Erschütterungen wurden zwar abgemildert, sind aber immer noch viel zu stark.
Das Ergebnis ist nicht wirklich vorzeigbar, macht aber Lust auf mehr.
Der nächste Versuch:
Ein Schild auf der Autobahn wird zum blau-gelben schwebenden Objekt. Selbstverständlich sollte man das nur als Beifahrer machen, so hat man auch genügend Zeit zum Experimentieren!
Versuchen Sie ähnliche Dinge festzuhalten. Oder suchen Sie sich ganz andere Motive – dank der Digitaltechnik gibt es keine “verknipsten” Filme mehr. Zur allergrößten Not werden von 100 Bildern 99 gelöscht. Vielleicht ist die Entschädigung hierfür aber das eine verbleibende, perfekte Bild!







