Foto-Know-How
Fotos von unten – Gehen Sie in die Knie!
MB schreibt in Foto-Know-How am 10.10.2009
Das linke Bild zeigt einen Auschnitt des beliebten Lake Powell in Arizona, USA.
Der Lake Powell ist ein Stausee, ca. 350 km nordöstlich von Las Vegas. Ab 1963 wurde hier der Colorado River aufgestaut und bildet heute nach dem Lake Mead den zweitgrößten Stausee der Vereinigten Staaten.
Doch nun zum Foto: Sonnenuntergang, schöne Farben, alles ganz nett. Man kann nicht wirklich etwas daran aussetzen, aber es ist auch kein besonderes Kunstwerk.
Doch hier ein anderes Foto, das ebenfalls am gleichen Ort gemacht wurde:

Das Bild wurde nur verkleinert, und sonst in keinster Weise verändert. Es kam genau so aus der Kamera. Was ist hier anders? Die Kamera befindet sich nur ca. 5 Zentimeter über der Wasseroberfläche. Dadurch bekommt das Foto die perspektivische Weite, die es ausmacht. Auch die besondere Art der Spiegelung ist nur so möglich.
In die Knie zu gehen oder eben mit denselben ins Wasser zu gehen ermöglicht also völlig neue Perspektiven, und bereichert so manches Foto. So wurde schon der eine oder andere zum “Fotos-von-unten-Schießer”. Probieren Sie es aus, viel Spaß dabei!
Gastartikel: Stefan Kassal, Fotokünstler aus München
MB schreibt in Foto-Know-How am 04.10.2009
Im Folgenden möchte ich Euch meine Erfahrungen bezüglich eines Outdoor Shootings schildern und ein paar Tipps dazu geben.
Es war ein schöner Nachmittag und die Sonne stand schon etwas tiefer, also ideal, um raus zu gehen und ein paar schöne Bilder zu machen. Das ganze sollte ein Dirndl Shooting werden und mein Model Tanja war auch schon fertig angezogen und gestylt.
Gleich hinter unserer Wohnung in München gibt es ein paar brach liegende Felder und einen kleinen Weg, der am Rand vorbeiführt. Dort steht eine nette kleine Bank, die sich ideal als Location für das Shooting eignet. Natürlich habe ich mir vorher schon dieses Plätzchen ausgesucht und mir überlegt, wo die Sonne zu dieser Zeit stehen wird.
Der alte Tipp, dass die Sonne im Rücken des Fotografen stehen soll, ist zwar für den Fotografen toll, da er nicht geblendet wird, das Model dafür aber um so mehr. Ein entspanntes Lächeln mit offenen Augen ist da praktisch unmöglich. Ausserdem ist das frontale Licht nicht gerade aufregend.
Also habe ich mein Model so platziert, dass die Sonne von mir ausgesehen hinten links stand und genau auf die Haare von Tanja schien, so dass diese so richtig schön in der Sonne leuchteten. Damit hatte ich das so genannte Kopf- oder Haarlicht perfekt gesetzt. Zusätzlich ergab sich dadurch ein schönes Streiflicht auf der linken Seite des Models.
Jetzt musste ich nur noch dafür sorgen, dass auch das Gesicht meines Models genügend Licht abbekommt.
Ich hatte zwar vorsichtshalber meinen Aufsteckblitz und Funkauslöser dafür mit eingepackt, aber ich wollte dieses Mal das vorhandene Licht nutzen und keine Blitze zum Einsatz bringen.
Als nahm ich einen Reflektor, den ich auf der rechten Seite des Models platzierte, um einen Teil des Lichts auf das Gesicht und die Vorderseite des Models zu lenken. Damit ergab sich eine schöne natürliche und harmonische Ausleuchtung ohne viel Aufwand.
Wer keinen Reflektor zur Hand hat, kann auch eine grosse Styroporplatte nehmen und diese mit Rettungsfolie bespannen. Das ist eine recht günstige Methode um ein bisschen damit zu experimentieren.
Um den Hintergrund möglichst unscharf zu gestalten – er solle nicht zu sehr vom Model ablenken – verwendete ich mein 200mm Teleobjektiv bei einer Blende von 4.5.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
Stefan Kassal ist leidenschaftlicher Fotokünstler aus München, mit Schwerpunkten in der People- und Makrofotografie. Gerade in der Peoplefotografie gehört für ihn die Bildbearbeitung genauso zum fertigen Bild wie die Arbeit hinter der Kamera. Dadurch hat sich auch sein dritter kreativer Schwerpunkt ergeben, nämlich das Anfertigen von kompletten Composings, die thematisch meistens irgendwo in der Fantasy Welt angesiedelt sind.
Normalerweise bloggt er auf www.capture-the-light.de – sein Bildportfolio kann man auf www.kontrastreich.net sehen.
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Die Geheimtipps der Profis: Blumenfotografie
MB schreibt in Foto-Know-How am 06.09.2009
Blumen zu fotografieren ist einfach und schwer zugleich. Den passenden Moment abzuwarten wie in der Sport- oder Kinderfotografie muß man hier nicht. Aber es gibt trotzdem viele Tricks um die Fotos einfach noch besser zu machen.
Fotografieren Sie Blumen am besten nicht von oben. Wie man an einer Blumenwiese steht, und von oben auf die Blumen blickt, sollte man nicht fotografieren. Die Erklärung hierfür ist ganz einfach: Es würde ein alltägliches Bild, nichts Besonderes werden. Begeben Sie sich nach unten, direkt in die Blumenwiese. So würde eine Biene die Wiese wahrnehmen!
Zoomen Sie rein. Wenn Sie nah an das Motiv heranzoomen können Sie es leichter bildschirmfüllend abbilden. Ein zweiter positiver Effekt ist: Der Hintergrund wird leicht unscharf. Das Hauptmotiv wird von den restlichen Blumen abgelöst, dadurch bekommt das Bild mehr Tiefe.
Verwenden Sie einen Hintergrund! Dafür reicht in der Regel schon ein größeres Stück Pappe. Halten Sie genügend Abstand zwischen den Blumen und dem Hintergrund, damit die Struktur nicht erkennbar ist und der Hintergrund einfach nur diffus hell wirkt. Die Pappe hat viele Vorteile: Das Bild wird einfacher und klarer, da die Blumen dahinter verborgen werden. Außerdem strahlt sie ein wenig Licht zurück. Dadurch werden die Kanten nochmals aufgehellt oder die Blüten hinterleuchtet. So ist es später einfach, das Bild weiter zu bearbeiten weil auch das Freistellen nicht mehr nötig ist.
Portraitfotografie im Studio für Anfänger – so funktionierts!
MB schreibt in Foto-Know-How am 02.09.2009
Das erste Mal in einem Fotostudio als Fotograf zu agieren ist ein Moment, den man nicht so schnell vergisst. Die Vorbereitung darauf sollte man nicht unterschätzen. Auf einmal müssen sämtliche Theorien zu Lichtführung, Blitz, Kameratechnik und Bildaufbau sofort sitzen. Damit diese Situation nicht allzu stressig wird gibts hier ein super Tutorial, um mit dem komplexen Thema warm zu werden. Meist hat man im Studio ja nicht viel Zeit, doch wer sich dieses Tutorial direkt vor dem Shooting noch einmal verinnerlicht hat die wichtigsten Regeln bestimmt im Hinterkopf.
Das gut geschriebene Tutorial findet sich unter diesem Link.
Einfach bessere Urlaubsbilder machen mit einem Polfilter
MB schreibt in Foto-Know-How am 15.08.2009
Urlaubsbilder haben oft das folgende Problem. Man ist die Bedingungen aus dem Heimatland gewöhnt. Im Urlaub ist die Lichtsituation dann plötzlich eine Andere: viel mehr Sonne, und viel weitere Landschaften. Oft sind die Bilder dunstig und es fehlt an Kontrast. Abhilfe schafft hier ein Polarisationsfilter oder kurz Polfilter.
Ein Polfilter lässt nur Licht einer bestimmten Schwingungsrichtung durch. Es ist aufgebaut aus einem Ring, der vor dem Objektiv befestigt wird. So gut wie jede Spiegelreflexkamera hat am Objektiv ein Gewinde zum Einschrauben von solchen Filtern, hier muß man nur den Filterdurchmesser wissen. Für viele Kompaktkameras gibt es Adapter und Nachrüstringe, um auch hier in den Genuß eines Polfilters zu kommen. Auf diesem Gewinde befindet sich eine graue Scheibe, der Polfilter. Dieser kann gedreht werden um den Effekt entweder zu verstärken oder zu verringern.
Das Polfilter sperrt Spiegelungen und Reflexe und entfernt somit den Dunst aus dem Bild und verstärkt die Farbsättigung. Die Fotos werden brillanter und detailreicher, die Farben leuchtender. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen vergrößert sich die Sichtweite deutlich.
Nachteile hat der Polfilter leider auch, außer daß er eine Menge Geld kostet (je nach Größe zwischen 20 und 200 Euro). Er schluckt Licht in der Stärke von 1 bis 2 Blenden, daher empfiehlt er sich in Dämmerung und Dunkelheit kaum bzw. gar nicht. Sofern man die Möglichkeit hat sollte man mit einem Stativ fotografieren, um diesen Belichtungsnachteil durch längere Belichtungszeiten ausgleichen zu können.
Das klingt in der Theorie alles ein wenig kompliziert, ist es aber nicht. Am besten einfach mal in einem Fotofachgeschäft einen solchen Filter testen, dann wird die Funktionsweise sehr schnell klar. Wer mit den wenigen Nachteilen leben kann darf sich dann aber über wesentlich bessere Bilder freuen!




