Foto-Know-How

Fotografie Grundkurs (2/11): Das Histogramm

Der zweite Teil unserer neuen Serie für Fotografie-Einsteiger gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten des Histogramms (Der erste Teil ist hier zu finden).

Das Histogramm ist ein einfaches Hilfsmittel um die Belichtung ihres Bildes direkt nach der Aufnahme in der Kamera zu kontrollieren, oder um in der Nachbearbeitung die Helligkeit oder den Kontrast zu optimieren.

Auch wenn Sie Einsteiger sind, ist Ihnen dieses Problem sicherlich bekannt: Sie haben gerade ein tolles Motiv fotografiert und schauen sich das Ergebnis auf dem LCD-Display ihrer Kamera an. Je nach Umgebungslicht erscheint Ihnen das Bild zu hell oder zu dunkel. Während Sie rätseln ob ihre Belichtung gut ist oder nicht, kippen Sie die Kamera vor sich leicht hin und her und werden immer unsicherer. Ein kurzer Blick auf das Histogramm kann Ihnen an dieser Stelle Aufschluss geben, ob die Belichtung stimmt.

Das Histogramm zeigt die Verteilung der im Bild vorhandenen Tonwerte. Auf der horizontalen Achse werden die Helligkeitswerte von Schwarz (links) bis Weiß (rechts) angegeben. Auf der vertikalen Achse kann die Anzahl der einzelnen Tonwerte abgelesen werden. Je häufiger ein Helligkeitswert im Bild vorkommt, desto höher ist der entsprechende Balken.

Über/Unterbelichtung erkennen

Aber was sagt nun dieser Kurvenverlauf?
Bei einer gut belichteten Aufnahme sind die Tonwerte gleichmäßig über das Histogramm verteilt. Die Höchstwerte der einzelnen Tonwerte liegen im mittleren Bereich und die Anzahl der Tonwerte nimmt zu den Rändern des Histogramms hin ab.

Bildet die Kurve des Histogramms einen Schwerpunkt im linken, dunklen Bereich ist die Aufnahme aller Wahrscheinlichkeit nach unterbelichtet. Umgekehrt ist eine Häufung im rechten Bereich ein starkes Anzeichen für Überbelichtung.
Es gibt einige Ausnahmen, bei denen Abweichungen vom “idealen” Histogramm erwünscht sind. Ein Beispiel dafür ist die Low-Key Fotografie, ein Gestaltungsstil der oft in der Schwarz-Weiß Fotografie eingesetzt wird. Diese Bilder weisen viele schwarze und dunkle Bildbereiche auf, deshalb werden auch überwiegend dunkle und mittlere Tonwerte im Histogramm zu sehen sein. High-Key-Fotografie folgt dem selben Prinzip, dreht sich aber um überwiegend helle Bilder.

Kontrastumfang beurteilen

Neben der Helligkeit kann man anhand des Histogramms auch den Kontrastumfang der Aufnahme, also der Abstand zwischen den dunkelsten Bildpunkten zu den hellsten Bildpunkten, überprüfen. Je mehr Tonwertstufen in ihrem Motiv vorkommen, desto größer ist der Kontrastumfang ihrer Aufnahme und desto ausgeglichener ist das Histogramm. Zeigt nur ein kleiner Teil des Histogramms Ausschläge, dann ist das Motiv kontrastarm. Verteilen sich die Ausschläge über die ganze Breite, wurde der maximale Kontrastumfang, den die Kamera aufzeichnen kann, ausgenutzt.

Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, den maximalen Kontrastumfang nicht zu überschreiten. Solange die Aufnahme innerhalb des Kontrastumfangs der Kamera bleibt, kann man in der Nachbearbeitung auch leichte Über- oder Unterbelichtungen korrigieren. Wenn der Kontrastumfang überreizt wird, kann die Kamera manche Bildbereiche jedoch gar nicht richtig erfassen. Diese sind dann nur noch rein weiße (überbelichtete) oder rein schwarze (unterbelichtete) Flächen. Auch diese Fälle  können mit Hilfe des Histogramms gut erkannt werden.

Ist Ihr Motiv zu kontrastreich, dann können Sie im Histogramm nur einen eingeschränkten Tonwertumfang sehen. Die Bildbreiche die zu hell und damit im Bild “ausgefressen” sind, verursachen im Histogramm einen Ausschlag im weißen Tonwertbalken (ganz links). Ob in ihrem Bild zu dunkle Bereiche vorhanden sind, erkennen sie an den Tonwertbalken rechts im Histogramm. Die Kurve sollte auf beiden Seiten möglichst ruhig auslaufen. Wird sie aprupt abgeschnitten, konnte die Kamera den jeweiligen Helligkeitsbereich nicht mehr verarbeiten.

Sollte Ihr Motiv zu kontrastreich sein dann tendieren Sie lieber dazu, das Bild etwas unterzubelichten. Da in den “ausgefressenen” Stellen keine Bildinformation vorhanden ist, kann hier auch in der Nachbearbeitung nichts korrigiert werden. Es besteht aber die Möglichkeit dunkle Bildbereiche in ihrer Helligkeit anzuheben. Wird die Helligkeit allerdings zu stark angehoben tritt unter Umständen Bildrauschen auf. Deshalb sollte bereits bei der Aufnahme auf eine möglichst optimale Belichtung geachtet werden.

Nicht nur bei der Aufnahme sondern auch in der Nachbearbeitung dient das Histogramm zur Beurteilung des Bildes. In dem Bildbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl können Sie sich das Histogramm aufrufen und die Veränderungen während der Bearbeitung überprüfen. (In Photoshop beispielsweise finden Sie das Histogramm unter dem Menüpunkt Fenster -> Histogramm.)

, ,

7 Kommentare

Fotografie Grundkurs (1/11): Belichtung

Jeder fängt einmal an! Mit diesem Artikel starten wir eine neue Reihe über die Grundlagen der Fotografie. Teil 1 dreht sich um die Belichtung und wie man sie beeinflusst.

Dieser Artikel erscheint zwar relativ lang, faßt aber die komplexe Thematik äußerst verständlich zusammen. Wer hinter die Kulissen der Fotografie blicken möchte, sollte ihn unbedingt einmal durchlesen!

Das menschliche Auge ist ein beeindruckendes Instrument. Es passt sich augenblicklich den extremsten Lichtsituationen und kann selbst größte Helligkeitsunterschiede im gleichen Bild richtig verarbeiten. Kamerasensoren sind leider nicht ganz so flexibel. Bekommen sie zu viel Licht ab, sehen sie nur noch weiß und bei zu wenig Licht nur noch schwarz. Das Ergebnis sind dann weiße bzw. schwarze Flächen im Bild, die in den meisten Fällen nicht gewünscht sind. Im Vergleich zum Auge können Sensoren und Filme dabei einen wesentlich kleineren Helligkeitsbereich sinnvoll erfassen. Auch in der Nachbearbeitung ist der Spielraum bei der Helligkeit gering. Die Belichtung muss also schon bei der Aufnahme möglichst optimal sein.

Es gibt drei wichtige Faktoren, die die Belichtung des Fotos beeinflussen: Die Belichtungszeit, die Blendenöffnung des Objektivs und die Empfindlichkeit des Sensors oder Films.

Natürlich spielt auch das vorhandene Licht eine entscheidende Rolle. Da man natürliches Licht aber nicht steuern kann, und die Beleuchtung mittels künstlichen Lichts ein sehr komplexes Thema ist, bleibt dies in diesem Rahmen erstmal außen vor.

Belichtungszeit

Eine kreiselnde Münze bei 1/1000s, 1/500s, 1/250s und 1/125s.

Eine kreiselnde Münze bei 1/1000s, 1/500s, 1/250s und 1/125s.

Die Belichtungszeit ist – wie der Name schon sagt – die Zeit, in der der Sensor dem Licht ausgesetzt wird. Je Länger das Licht einfällt, desto heller wird der entsprechende Bildbereich. Je kürzer, desto dunkler.

Bei der Belichtungszeit hat die Kamera – oder der Fotograf bei manueller Steuerung – theoretisch den größten Spielraum. Das Spektrum reicht je nach Kamera von wenigen tausendstel Sekunden bis zu 30 Sekunden oder sogar mehr. Doch in der Praxis stößt man häufig an die gefürchtete Grenze des “Verwackelns”, sobald man nicht mehr im Sonnenschein fotografiert.

Wenn ein Bild verwackelt wurde hat sich der Bildinhalt, während der Sensor belichtet wird, bewegt. Ein ehemals scharfer Punkt hat also nicht mehr nur eine Stelle auf dem Sensor belichtet, sondern ist gleich über einen ganzen Bereich gewandert. Das Ergebnis sind bestenfalls künstlerisch interessante Schlieren, meist aber schlicht ein unscharfes Bild.

Wenn man diesen Effekt vermeiden will, kann man sich an einer Faustregel orientieren: Beim Fotografieren aus der Hand sollte die Belichtungszeit kürzer sein als der Kehrwert der Brennweite im Kleinbildformat. Bei einem 50mm Objektiv also kürzer als 1/50 Sekunde, also z.B. 1/60 Sekunde. Die meisten Kameras geben aber auch selbstständig eine Warnung aus, häufig in Form einer Blitz-Aufforderung.

Blendenöffnung

Tiefenschärfe bei Blende 7.1, 3.5 und 1.4.

Tiefenschärfe bei Blende 7.1, 3.5 und 1.4.

Die Blende ist ein Verschluss im Inneren des Objektivs und steuert, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor gelangen kann. Ähnlich wie die Pupille unseres Auges. Je geschlossener die Blende ist, desto weniger Licht kann den Sensor erreichen, je größer die Blende umso mehr Licht fällt ein. Neben der Belichtung beeinflusst die Blende noch eine weitere wichtige Eigenschaft: Die Tiefenschärfe. Eine weit geschlossene Blende lässt nähere und entferntere Objekte gleichzeitig scharf erscheinen. Je offener die Blende ist, desto genauer muss man die Schärfe auf das gewünschte Objekt einstellen.

Die Einstellung für die Blende wird mit Hilfe von Blendenzahlen angegeben. Diese Zahlen repräsentieren die Fläche der Blendenöffnung und wirken daher relativ krumm. Je größer die Zahl, desto kleiner ist die Öffnung und desto weniger Licht dringt durch das Objektiv. Die klassische Abstufung der Blendeneinstellungen verdoppelt jeweils für jede Stufe die durchgelassene Lichtmenge. Die wichtigsten Stufen, auch Blendenreihe genannt, sind 1,4; 2; 2,8; 4; 5,6; 8; 11; 16; 22; 32. Moderne Kameras können die Belichtung aber auch in Bruchteilen (meist Drittel) dieser Stufen steuern.

Umgangssprachlich bezeichnet man die Stufen, die die Lichtmenge jeweils verdoppeln oder halbieren als Blenden. „Eine Blende mehr“ entspricht also doppelt so viel Licht.

Welche Blendeneinstellungen möglich sind, hängt vom Objektiv ab. Die geschlossenste Stufe liegt meistens bei 22 oder 32. Die größte mögliche Öffnung, also die kleinste Blendenzahl, wird auch als Lichtstärke des Objektivs bezeichnet. Besonders lichtstarke Objektive sind meist auch entsprechend teuer.

Empfindlichkeit

Bildrauschen bei ISO 100, ISO 400 und ISO 1600

Bildrauschen bei ISO 100, ISO 400 und ISO 1600

Die Empfindlichkeit, häufig auch ISO-Wert genannt, beschreibt wie sehr der Sensor auf Licht reagiert. Je höher die Empfindlichkeit ist, desto weniger Licht muss auf den Sensor gelangen um ein brauchbares Bild zu erzeugen.

Bei Digitalkameras (und etwas unpraktischer durch Filmwechsel auch bei Analogkameras) lässt sich die Empfindlichkeit einstellen. Das Spektrum ist jedoch begrenzt und von der Kamera abhängig. Generell hat man mit steigender Empfindlichkeit auch stets mit einem intensiveren Bildrauschen zu tun. Es hängt vor allem von dem eingesetzten Sensor ab, wie hoch die Empfindlichkeit sein kann, ohne dass die Bilder zu sehr rauschen.

Höhere ISO-Werte entsprechen einer größeren Empfindlichkeit. Ähnlich wie bei der Blendenreihe gibt es auch für die Empfindlichkeit Einstellungen, die jeweils einer Verdopplung der Lichtmenge entsprechen. Im Gegensatz zur Blendenreihe sind die Zahlen jedoch etwas intuitiver: ISO 50, 100, 200, 400, 800, 1600 und so fort. Viele Kameras ermöglichen auch hier Zwischenwerte.

Der Spielraum ist abhängig vom verwendeten Sensor oder Filmmaterial. Digitale Kompaktkameras sind hier meist am stärksten eingeschränkt und bereiten schon bei ISO 400/800 starke Probleme die sich durch Bildrauschen bemerkbar machen. Professionelle Spiegelreflexkameras können hingegen noch bei vierstelligen ISO-Werten brauchbare Ergebnisse liefern.

Das Zusammenspiel

Eine korrekte Belichtung ergibt sich immer aus dem richtigen Zusammenspiel dieser Faktoren. Welchen dieser Faktoren man verändert ist dabei für die Belichtung egal. Durch die Einteilung in Belichtungsstufen lassen sich die Gewichtungen auch sehr einfach verlagern. Wenn man beispielsweise die Belichtungszeit halbiert, kann man das durch eine um eine ganze Stufe weiter geöffnete Blende wieder ausgleichen, oder indem man die nächste ISO-Stufe wählt.

Worauf man dabei den Fokus legt, hängt ganz von den Umständen bzw. vom gestalterischen Ziel ab. Wünscht man sich beispielsweise möglichst wenig Tiefenschärfe kann man die Blende so weit wie möglich öffnen und steuert die Belichtung über Empfindlichkeit und/oder Zeit.

Natürlich kann man auch einfach die Kamera im Vollautomatikmodus nutzen. Dann stimmt dank moderner Technik die Belichtung recht gut, aber man hat weniger Gestaltungsspielraum. Die meisten Kameras bieten aber auch Halbautomatiken, in denen man mehr Einfluss hat. So kann man beispielsweise eine Wunschblende auswählen und die Kamera steuert die Belichtungszeit automatisch. Oder man wählt die Belichtungszeit und die Kamera steuert die Blende.

manueller_modusSchreckgespenst M: Eher für Fortgeschrittene ist die vollständig manuelle Steuerung, die bei den meisten Kameras mit dem Modus M aktiviert werden kann.
Neben der genaueren Kontrolle hat diese Herangehensweise auch den Vorteil, dass eine einmal korrekt eingestellte Belichtung für die gleiche Lichtsituation stets erhalten bleibt.
Ist eine Automatik im Spiel stellt sich bei jeder Aufnahme von neuem die Frage, ob die Kamera die Lichtsituation richtig einschätzen wird.
Bei vollständig manueller Steuerung erhält man konstante Ergebnisse – falsch eingesetzt allerdings auch konstante Fehler.

Egal ob Automatik oder Handsteuerung, am leichtesten ist die Belichtung bei viel Licht. In aller Regel ist es deutlich unproblematischer auf zu viel Licht zu reagieren, als auf zu wenig. Blenden kann man weit schließen, Belichtungszeiten stark verkürzen, Empfindlichkeiten weit vermindern. Doch bei zu wenig Licht muss man sich schnell der Herausforderung stellen, das geringere von vielen Übeln (Verwacklungsgefahr, Rauschen, geringe Tiefenschärfe) zu wählen oder kreativ einzusetzen.

blende_belichtung_empfindlichkeit

Ein Bild bei viel Licht: Perfektes Zusammenspiel aus Tiefenschärfe und Belichtungszeit

Digitalkameras bieten den Luxus das Ergebnis sofort kontrollieren zu können, sodass man gegebenenfalls direkt eine neue Aufnahme mit besseren Einstellungen machen kann. Doch Vorsicht: Die Leistungsfähigkeit der Bildschirme ist begrenzt und je nach Lichtsituation kann der Eindruck sehr täuschen.

Ein wichtiges Hilfsmittel, um das Bildergebnis besser kontrollieren zu können, sind Histogramme. Auf dieses äußerst wichtige und praktische Tool gehen wir im zweiten Teil des Fotografie Grundkurs ein. Diesen gibts ab 25. April 2010 auf http://blog.posterxxl.de

, , , , ,

18 Kommentare

Filmen mit dSLRs (Teil 2 von 2): Drehtipps

Seit neustem machen einige DSLRs mit hervorragenden Videofunktionen auf sich aufmerksam. Für viele ist dies eine interessante Option. Doch was ist zu beachten beim Filmen? Anhand der Canon EOS 7D verraten wir einige Tipps. Die meisten sind auch auf andere Kameras übertragbar.

  • Croppen ade. Wer es von der Fotobearbeitung gewohnt ist das Format seiner Bilder im Nachhinein anzupassen oder Ausschnitte zu vergrößern, der sollte sich von diesem Gedanken verabschieden. Jede Einstellung eines Films benutzt das gleiche Format. Einmal auf ein Format festgelegt wird dieses nicht mehr verändert. Legen Sie also das Format fest, beispielsweise Full-HD mit 1920×1080 Pixeln bei 25 Bildern pro Sekunde, und wählen Sie ihren Bildausschnitt dem entsprechend.
  • H.264 ≠ RAW. Die Aufzeichnung der Videos erfolgt bei der Canon 7D als H.264. Dies bedeutet, dass die Videos schon komprimiert sind. Die Vorzüge von RAW sind dahin. Genau zu belichten und ein ordentlicher Weißabgleich sind deshalb ein Muss. Ein Tip: Machen Sie doch vor dem Drehen ein Foto und schauen in Ruhe am Histogramm, ob das Bild richtig belichtet ist.
  • Einstellen des Bildstils. Da Sie keine RAWs aufnehmen können ist der Bildstil von Bedeutung. Weit verbreitet unter Filmern ist es, den Bildstil auf Neutral zu stellen, die Schräfe ganz zu verringern und den Kontrast ebenfalls. Bei der Farbsättigung sollten auch ein oder zwei Striche abgezogen werden. Diese Auswahl ist aber nur dann sinnvoll, wenn Sie nachher am Computer Farbe, Helligkeit und Kontraste bearbeiten wollen. Ist dies nicht der Fall, so kann man sich auch einen Bildstil auswählen, der einem gefällt.
  • Manuell drehen. Damit während der Aufnahme sich das Bild nicht ändert, z.B. die Belichtung oder der automatische Weißabgleich sich ändern, ist es sehr ratsam im manuellen Modus zu drehen. So kann man bei der 7D Blende, Belichtungszeit, Weißabgleich, ISO und Schärfe manuell einstellen und eine ungewollte Veränderung während der Aufnahme ausschließen.
  • Erst AF, dann MF. Man kann sich der AF-Funktionen des Foto-Modus bedienen um die Schärfe einzustellen. Anschließend stellt man das Objektiv auf MF um zu drehen.
  • Schärfe kontrollieren. Es ist ratsam vor jeder Aufnahme die Schräfe durch die Vergrößerungs-Funktion des Displays zu kontrollieren. Nichts ist ärgerlicher als ein unscharfes Bild.
  • Bei Bedarf Tiefenunschärfe verringern. DSLRs sind bei Filmer beliebt, da sie eine hohe Tiefenunschärfe ermöglicht. Doch manchmal kann dies auch stören, wenn man beispielsweise Personen aufnimmt, welche sich etwas bewegen und sich somit aus der Schärfeebene bewegen. Hier hilft es den Schärfebereich zu erhöhen. Wenn genug Licht vorhanden ist, kann man dafür die Blende schließen. Auch eine niedrigere Brennweite erhöht den Schärfebereich.
  • Stativ-Einsatz. Bei Fotos kommt man in vielen Situation ohne Stativ aus, doch bei Video nimmt man viele Bilder hintereinander auf. Da macht sich schnell ein Wackeln bemerkbar. Der Einsatz von einem Stativ bringt die nötige Ruhe in die Aufnahme und ermöglicht bei Stativen mit Fluid-Köpfen auch gleichmäßige Schwenks.
  • Zoomen untersagt. Schnell neigt man dazu, bei Aufnahmen an ein Objekt heran zu zommen. Jedoch erreicht man oft schönere Ergebnisse, wenn man einfach die Aufnahme stoppt, die Brennweite ändert oder sich dem Objekt nähert und eine neue Aufnahme startet. Ein weiteres Arguement gegen das Zoomen ist, dass Foto-Objektive, im Gegensatz zu Objektiven von Videokameras, oft die Schärfe beim Zoomen nicht behalten.
  • Immer etwas länger aufnehmen. Wenn Sie die Videos am Computer schneiden, dann empfehlt es sich immer etwas länger aufzunehmen. Kürzen können Sie immer noch.
  • Festbrennweiten nutzen. Beliebt bei Filmern sind Festbrennweiten, da diese in der Regel eine höhere Lichtstärke aufweisen. Da Sie beim Filmen keine Langzeitbelichtungen machen können ist die Lichtstärke oft von entscheidender Bedeutung.

Und bei all den Tipps sollte natürlich der Spaß am Filmen nicht vergessen werden. Eine der Stärken von DSLRs ist die Einfachheit, mit der man nun Videos “nebenbei” aufnehmen kann. Ein Beispiel dafür ist das eingebundene Video, welches ohne Crew und viel Ausrüstung während dem Arbeiten entstanden ist.

, , , ,

Kein Kommentar

Filmen mit DSLRs (Teil 1 von 2): Überblick

Seit dem Erscheinen der Canon EOS 5D Mark II werden DSLRs nicht nur für die Fotografie, sondern auch für Videoproduktionen genutzt. Ein wahrer Hype ist ausgebrochen um diese Kamera. Sie vereint einen großen Sensor und damit eine hohe Tiefenunschärfe mit einer Aufzeichnungsoption für 1080p HD-Video. Zu der Canon EOS 5D Mark II  haben sich mittlerweile weitere Modelle hinzugesellt, welche in unterschiedlichen Preisklassen ähnliche Eigenschaften aufweisen, dazu gehören die Canon EOS 7D, Canon 1D EOS Mark IV und die Canon EOS 500D. Auch andere Hersteller ziehen nach, so hat Panasonic die Lumix DMX-GH1 heraus gebracht. Nikon hatte sogar  bevor Canon die neue 5D Mark II angekündigt hatte seine D90 mit Videofunktion präsentiert, welche jedoch nur 720p HD-Video aufzeichnet. Mittlerweile gibt es von Nikon auch die D300s und D3s mit 720p. Auch die K-7 und K-X von Pentax bieten eine 720p Videofunktion.

Am meisten werden die Kameras Canon 7D und 5D Mark II für Videos verwendet. Zum einen sind sie nicht so teuer wie zum Beispiel die 1D Mark IV und zum anderen haben sie einen besseren Funktionsumfang bei Videoaufnahmen also zum Beispiel die 500D. Im Vergleich untereinander hat die 7D einen kleineren Sensor als die 5D. Allerdings ist selbst dieser noch vergleichbar mit der Aufnahmefläche von 35 Millimeter Film, welcher für Spielfilme genutzt wird. Dafür bietet die 7D zur Zeit noch mehr Möglichkeiten beim Einstellen der Bildwiederholfrequenz und ist damit kompatibler zu professionellen Videoformaten. Ein entsprechendes Firmware-Update für die 5D mit neuen Optionen für die Einstellung der Bildwiederholfrequenz ist von Canon bereits für die erste Hälfte dieses Jahres angekündigt.
Die Begeisterung für das Filmen mit DSLRs hat auch einige Hersteller auf die Bildfläche geholt, welche spezielle Film-Ausrüstung anbieten. Die bekanntesten Firmen heißen Zacuto, Redrock Micro und Cinevate. Auch einige Filmer hat der Hype zu Bekanntheit gebracht. Einer von ihnen ist Philip Bloom, welcher viel über die Videofunktion neuer DSLRs berichtet hat. Als Beispiel für die Videofunktion der 5D Mark II ist einer seiner Kurzfilme in diesem Artikel eingebunden.

Am meisten werden die Kameras Canon 7D und 5D Mark II für Videos verwendet. Zum einen sind sie nicht so teuer wie zum Beispiel die 1D Mark IV und zum anderen haben sie einen besseren Funktionsumfang bei Videoaufnahmen also zum Beispiel die 500D. Im Vergleich untereinander hat die 7D einen kleineren Sensor als die 5D. Allerdings ist selbst dieser noch vergleichbar mit der Aufnahmefläche von 35 Millimeter Film, welcher für Spielfilme genutzt wird. Dafür bietet die 7D zur Zeit noch mehr Möglichkeiten beim Einstellen der Bildwiederholfrequenz und ist damit kompatibler zu professionellen Videoformaten. Ein entsprechendes Firmware-Update für die 5D mit neuen Optionen für die Einstellung der Bildwiederholfrequenz ist von Canon bereits für die erste Hälfte dieses Jahres angekündigt.

Die Begeisterung für das Filmen mit DSLRs hat auch einige Hersteller auf die Bildfläche geholt, welche spezielle Film-Ausrüstung anbieten. Die bekanntesten Firmen heißen Zacuto, Redrock Micro und Cinevate. Auch einige Filmer hat der Hype zu Bekanntheit gebracht. Einer von ihnen ist Philip Bloom, welcher viel über die Videofunktion neuer DSLRs berichtet hat. Als Beispiel für die Videofunktion der 5D Mark II ist sein Kurzfilm Sofia’s People in diesem Artikel eingebunden.

Wie auch Sie schöne Videos aufnehmen erfahren Sie demnächst im zweiten Teil.

, ,

2 Kommentare

Grundlagen der Sportfotografie

sportfotografie_rennradZwar heißt es im Allgemeinen, dass gute Fotos vor allem vom Fotografen und nicht von der Ausrüstung abhängt, doch die Sportfotografie zählt leider zu den Disziplinen, bei denen Technik eine überproportionale Rolle spielt.
Die meisten Sportarten beinhalten schnelle Bewegungen, denen man sich nicht beliebig nähern kann.
Belichtungszeiten unter 1/250s führen sehr schnell zu verschwommenen Aufnahmen.
Wer über lichtstarke Objektive und eine Kamera mit lichtempfindlichem Sensor verfügt, ist hier klar im Vorteil.

sportfotografie_skiManche Sportarten kommen dem Fotografen hier entgegen, indem sie im Freien bei Tageslicht stattfinden. Keine künstliche Lichtquelle bringt so viel Licht wie die strahlende Sonne.
Winterliche Sportarten bieten einen weiteren Vorteil: Schnee reflektiert das auftreffende Licht, sodass die verfügbare Lichtmenge noch weiter gesteigert wird.
Hallensportarten werden hingegen ohne entsprechende Ausrüstung  schnell zu einem Problem.
Schon in der Wahl des Motivs hat man hier also einige Chancen, technische Schwächen wieder auszugleichen.

sportfotografie_skateboardDurch die Entfernung zum Geschehen ist man meist auf Teleobjektive angewiesen. Beim Fußball kann man 100-400mm gut gebrauchen, beim Basketball reicht auch ein etwas verbreiteteres 70-200mm-Tele.

Auch hier kann man bei der Wahl der Sportart viel gewinnen, denn beispielsweise beim Skateboarding macht auch ein Weitwinkel Spaß, noch besser ist ein Fisheye Objektiv. Dieses ermöglicht extrem weitwinkelige Aufnahmen bis 180° Blickwinkel.
Entsprechende Aufsätze sind schon für günstiges Geld auch für Kompaktkameras erhältlich.

Ein Bildstabilisator im Objektiv ist zwar allgemein eine tolle Sache, hilft in der Sportfotografie nur begrenzt. Denn hier wird bei längeren Belichtungszeiten nicht das Verwackeln zum Problem, sondern das sich bewegende Motiv. Und das kann ein Stabilisator auch nicht ausgleichen. Er kann aber natürlich helfen, die entfernteren ruhigeren Momente besser zu fotografieren.

Das gleiche gilt im Prinzip für Stative. Durch die benötigten kurzen Belichtungszeiten hat man eher weniger Probleme mit Verwacklungen. Dafür sind sie aber auch nicht teuer und ein einfacher Weg zumindest eine Fehlerquelle einzudämmen. Es empfiehlt sich aber, statt der verbreiteten Dreibeinstative ein Einbeinstativ zu verwenden. Auf einem Einbeinstativ kann man die Kamera wesentlich schneller dem Geschehen nachführen, als wenn man erst ein Dreibeinstativ verstellen muss.

Auch für den Autofokus stellt die Sportfotografie eine Herausforderung dar. Er muss hier besonders schnell arbeiten und die Schärfe bei Bewegungen nachführen können. Hier hat die Technik in den letzten Jahren zum Glück große Fortschritte gemacht, sodass auch Kameras außerhalb des Profisegments schnelle Autofokus-Funktionen aufweisen können. Bei Nikon nennt sich die passende Einstellung beispielsweise „kontinuierlicher Autofokus (AF-C)“.

In der Bildkomposition empfiehlt es sich, tendenziell etwas mehr abzulichten, als unbedingt nötig. Selbst günstige Kameras bieten inzwischen so viel Auflösung, dass man für die meisten Zwecke nicht jeden Pixel davon zwangsweise braucht. Dadurch kann man in der Nachbearbeitung noch den perfekten Bildausschnitt herausschneiden, den man live in der Hektik vielleicht verpatzt hätte.

sportfotografieBei der Wahl des Bildformates kommt es auf die Geschwindigkeit der Kamera an. Auch wenn der RAW-Modus sonst fast uneingeschränkt empfehlbar ist, kann die Sportfotografie eine Ausnahme sein.
Hier muss man in der Lage sein, in wichtigen Momenten schnell viele Bilder hintereinander zu schießen.
Wenn der Zwischenspeicher aber nur für 3 RAW-Bilder reicht, handelt man sich damit mehr verpasste Gelegenheiten ein, als die flexiblere Nachbearbeitung Vorteile bringt.
Sollte die Kamera in der RAW-Disziplin eher langsam sein wäre JPEG vorzuziehen.

Doch Vorsicht: Auch wenn digitaler Speicherplatz billig ist, kommt es doch vor allem auf die Schlüsselmomente an. Als Fotograf sollte man nicht versuchen das gesamte Spiel lückenlos zu dokumentieren. Einige wenige ausdrucksstarke Momente zählen mehr als 100 technisch saubere Standardaufnahmen.

Und natürlich gilt wie bei jedem Fotoshooting auch in der Sportfotografie die Regel, dass es sich auszahlt sich zuvor mit Ort und Motiv zu beschäftigen. So verliert man während des Ereignisses weniger Zeit mit der Motivsuche und kann besser abschätzen, wann besonders spannende Momente zu erwarten sind.

spiegelreflexkameraTechnik ist nicht alles

Auch wenn teuere Kameras in der Sportfotografie einen besonderen Vorteil bieten, sind Fotografen mit erschwinglicher Ausrüstung glücklicherweise nicht ausgeschlossen. Wessen Kamera die Aufnahme entfernter Aktionen nicht genießen lässt, kann sich auch den ruhigeren Momenten des Sports widmen.

Denn auch wenn die eigene Kamera vielleicht nicht in der Lage ist die Fußballspieler in vollem Lauf am anderen Ende des Spielfeldes sinnvoll einzufangen, bietet der jubelnde Trainer in ein paar Metern Entfernung vielleicht ein ebenso faszinierendes Bild. Und auch die Spieler oder Athleten haben ihre ruhigen Momente, in denen man ihren Gesichtern vielleicht sogar mehr ablesen kann, als in voller Aktion.

Ebenso bietet das Umfeld des Sports meist diverse spannende Bildmomente. Schreiende Zuschauer, ernstes Sicherheitspersonal, oder auch die Gruppe techniküberladener Sportfotografen – sie alle können auch mit einfachen Mitteln in faszinierende Aufnahmen gebannt werden.

, ,

Kein Kommentar

 Seite 5 von 11  « Erste  ... « 3  4  5  6  7 » ...  Letzte »