Foto-Know-How
Fotografie Grundkurs (8/11): Objektive
ES schreibt in Foto-Know-How am 24.10.2010

Canon EF 16-35mm 1:2.8L II USM
Eine Kamera besteht aus einem Objektiv und einem Kameragehäuse. Bei Kompaktkameras sind die Objektive meist fest mit dem Gehäuse verbunden, wogegen bei Spiegelreflexkameras sogenannte Wechselobjektive verwendet werden. Der Artikel konzentriert sich auf diese austauschbaren Objektive, die wichtigsten Eigenschaften sind jedoch auch bei Objektiven, welche bei Kompaktkameras zum Einsatz kommen, die gleichen.
Die Bezeichnungen von Objektiven geben Aufschluss über die technischen Eigenschaften. Als Beispiel hier eine Objektiv-Bezeichnung: Canon EF 24-70mm 1:2.8L USM
Canon steht für den Hersteller, EF bezeichnet den Anschlusstyp, 27-70mm bezeichnet die Brennweite, die Lichtstärke wird mit 1:2,8 angegeben, L steht für eine bestimmte Klasse von Canon Objektiven und USM für Ultraschallmotor. Doch was heißt das alles genau?
Anschluss
Verschiedene Hersteller verwenden verschiedene Anschlüsse. Canon arbeitet mit EF- und Nikon mit F-Anschlüssen, auch Bajonette genannt. Bei Canon gibt es dabei noch den Zusatz S, zusammengesetzt dann EF-S Objektive. Das Bild, welches diese in der Kamera abbilden, ist kleiner und deshalb nur für kleinere Sensoren geeignet, etwas für APS-C Sensoren der Canon 550D (siehe auch Teil 5 dieser Reihe: Sensorgrößen). Bei Nikon werden Objektive für diese Sensorgrößen mit der Abkürzung DX gekennzeichnet.
Brennweite
Objektive unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Brennweite. Je größer die Brennweite ist, desto größer ist das zu fotografierende Objekt auf dem Foto. Bei einem Vollformat-Sensor bezeichnet man 50 mm als Normalbrennweite. In der Theorie wird diese durch die Diagonale des Aufnahmeformates festgelegt und wäre damit genau genommen 43,3 mm, was in der Praxis allerdings meist nicht verwendet wird. Alle Objektive mit einer Brennweite größer als der Normalbrennweite werden als Teleobjektive und alle Objektive mit einer Brennweite kleiner als die Normalbrennweite werden als Weitwinkelobjektive bezeichnet. Bei einem APS-C Sensor liegt die Normalbrennweite bei ca. 28 mm.
Wenn ein Objektiv nur eine Brennweite besitzt spricht man von einer Festbrennweite. Bei einer variablen Brennweite spricht man von einem Zoomobjektiv. Aus dem vorherigen Beispiel ist ein 24-70 mm Objektiv also ein Zoomobjektiv. Wenn man dies mit einem Vollformat-Sensor verwendet, so bietet es Spielraum für Weitwinkel- und Teleaufnahmen.
Lichtstärke
Die Lichtstärke wird angegeben in einem Verhältnis. In dem Beispiel wird dies mit 1:2,8 getan, aber auch f/2.8 oder f2,8 sind gebräuchliche Schreibweisen. Dieses Verhältnis wird in der Praxis meist weggelassen und man spricht nur noch von einer Blende 2,8. Je niedriger die Zahl desto größer die Lichtstärke des Objektives. Die Lichtstärke ist zum einen wichtig für Situationen mit wenig Licht, aber auch für die Schärfentiefe. Mehr dazu in Teil 1 dieser Reihe: Belichtung. Manchmal findet man auch hier die Angabe eines Bereiches und nicht einer Zahl, so zum Beispiel 1:3,5-5,6. Dies kommt bei Zoomobjektiven oft vor, da in den Bereichen mit niedriger Brennweite die Lichtstärke größer ist als bei höheren Brennweiten.
Abbildungsfehler
Leider ist kein Objektiv vollkommen. Alles was von einer idealen korrekten Abbildung abweicht wird als Abbildungsfehler oder Aberration bezeichnet. Diese können sich auf verschiedene Bereiche wie Schärfe oder Farben auswirken. Ein Objektiv besteht aus mehreren Linsen, welche diese Fehler möglichst gering halten sollen. Sind die Abbildungsfehler gering, so spricht man von einer guten Bildqualität. Das L hinter dem Blendenwert steht für die L-Serie von Canon, welche für geringe Aberrationen steht. Bei Nikon tragen diese Objektive die Abkürzung ED. Wie gut die Bildqualität eines Objektives wirklich ist können jedoch nur ausführliche Tests bezeugen.
Autofokus
Heute ist der Autofokus bei Objektiven Standard und Objektive mit manuellem Fokus die seltene Ausnahme. Unterschiede gibt es bei den Autofokus-Objektiven (AF-Objektive) aber trotzdem. Die edle Variante wird auch mit USM abgekürzt und steht für Ultraschallmotor. Diese Objektive sind beim Betrieb mit Autofokus besonders schnell und leise. Bein Nikon heißt das Ultraschallsystem SWM und die Objektive enthalten die Abkürzung AF-S.
Bildstabilisator
Ab einer höheren Brennweite sorgen Bildstabilisatoren dafür, dass das Bild nicht verwackelt wird. Canon nennt dies IS und Nikon VR oder VR II. Gerade wer ohne Stativ aus der Hand bei hoher Brennweite Aufnahmen machen will sollte darauf achten.
Spezialobjektive
Jedes Objektiv kann nur bis zu einer bestimmten Entfernung vor der Kamera ein Objekt scharf stellen. Diese Entfernung wird als Naheinstellgrenze bezeichnet. Dies verhindert Objekte sehr groß darzustellen. Diese Art der Fotografie wird Makrofotografie genannt. Neben Zoomobjektiven mit Makro-Funktion, welche keine sehr gute Qualität liefern, gibt es noch spezielle Makro-Objektive.
Tilt-und-Shift-Objektive sind Spezialobjektive, welche erlauben stürzende Linien wie etwas bei hohen Gebäude zu begradigen und die Schärfeebene zu verstellen.
Ein Fischaugenobjektiv hat eine sehr kleine Brennweite und unterscheidet sich von einem Weitwinkel dadurch, dass das Bild räumlich gekrümmt abgebildet wird.
Fazit
Die Wahl eines oder mehrerer Objektive ist schwer. Profis können stundenlang darüber diskutieren. Vor allem entscheidet hierbei der Einsatzzweck und der Geldbeutel. Die Bildqualität von Festbrennweiten ist in der Regel deutlich besser als von Zoomobjektiven, doch nicht immer will man mit einem ganzen Satz von Objektiven unterwegs sein, noch hat man immer die Zeit ein Objektiv zu wechseln – ein Zoom hat da eindeutig die Nase vorn. Die Verwendung von Festbrennweiten kann jedoch auch die Qualität der Fotos steigern, indem man sich das Leben nicht zu einfach macht und zoomt, sondern sich über die Raumwirkung unterschiedlicher Brennweiten und Objektabstände Gedanken macht und auch mal ein paar Schritte mehr geht für ein schönes Foto. Auch eine größere Lichtstärke bieten Festbrennweiten.
Man muss sich aber nicht ausschließlich für Zoomobjektive oder Festbrennweiten entscheiden. Ein Zoomobjektive für alle Lebenslagen und ein lichtstarkes Objektiv mit Normalbrennweite wären auch eine mögliche Kombination.
Was die Bildqualität angeht, so wird vor allem der Geldbeutel entscheiden. Objektive in den oberen Preisklassen kosten immerhin mehr als die meisten Kameras. Ebenso sind Ultraschallmotoren und Bildstabilisatoren eine Frage des Geldes.
Was die Brennweite angeht, so ist meist es nützlich sowohl die Normalbrennweite, also auch etwas für den Weitwinkel- und Telebereich zu haben. Zoomobjektive die mit Spiegelreflexkameras im Paket kommen bieten genau diese Brennweitenbereiche. Wer dagegen Tiere in der freien Wildbahn fotografiert, der hat mit einem guten Teleobjektiv sicherlich Vorteile. Ein Weitwinkel ist von Vorteil, wenn man auch in kleinen Räumen möglichst viel abbilden will.
Wer oft innerhalb von Gebäuden, Abends oder bei Konzerten und Veranstaltungen fotografiert, für den kann sich die Investition in lichtstarke Objektive lohnen.
Fotografie Grundkurs (7/11): Kompaktkamera vs. Spiegelreflexkamera
FS schreibt in Foto-Know-How am 10.10.2010

Spiegelreflexkamera
(Foto: Nebrot)

Kompaktkamera
(Foto: Lipton sale)
Kompaktkamera oder Spiegelreflexsystem? Welche Vor- und Nachteile bringen diese Kameras mit sich und welches System eignet sich für meinen Einsatzzweck am Besten? Wie so häufig lautet die Antwort “Es kommt drauf an.”
Kompaktkameras
Kompaktkameras zeichnen sich vor allem durch ihre kleine Bauform und ihr geringes Gewicht aus. Die meisten Modelle passen in jede Handtasche, viele sogar in die Hosentasche. Das macht Kompaktkameras zum idealen Dauerbegleiter.
In der Bedienung sind sie sehr auf Einfachheit ausgelegt. Während eine Spiegelreflexkamera Einsteiger mit zahlreichen Knöpfen und Einstellrädern etwas überfordern kann, gibt es bei Kompaktkameras nur begrenzt viele Bedienelemente. Daher kommt auch die englische Bezeichnung Point & Shoot, denn Kompaktkameras sind vor allem auf das Zielen und Abdrücken ausgelegt.
Bedingt durch die kleine Bauform (und aus Kostengründen) sind Kompaktkameras meist mit sehr kleinen Bildsensoren ausgestattet. Auch das erleichtert die Bedienung, da kleine Sensoren einen sehr großen Tiefenschärfebereich mit sich bringen. So hat der Fotograf nur selten mit Schärfeproblemen zu kämpfen. Mehr Informationen über den Einfluss der Sensorgröße auf das Bild gibt es in Teil 5 dieser Reihe. http://blog.posterxxl.de/fotografie-grundkurs-511-sensorgrosen/
Auch preislich kommen Kompaktkameras dem Anfänger entgegen. Obwohl man für gute Kompaktkameras auch sehr viel Geld liegen lassen kann, gibt es auch zahlreiche brauchbare Modelle in günstigeren Preissegmenten.
Spiegelreflexkameras
Spiegelreflexkameras sind dagegen mehr auf Flexibilität ausgelegt. Die Objektive kann man wechseln, es gibt einen Anschluss für einen externen Blitz und mehr Bedienelemente um schneller zu den gewünschten Einstellungen zu gelangen.

Nikon 50mm-Objektiv
(Foto: Aka)
Wechselobjektive sind vor allem für fortgeschrittene Fotografen spannend. Es existiert nicht ein einzelnes Objektiv, dass für alle Situationen perfekt geeignet ist. Da man das Objektiv bei Kompaktkameras nicht wechseln kann, muss man sich mit einem Kompromiss begnügen. Die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Objektivtypen wird der nächste Teil dieser Reihe behandeln.
Die größeren Sensoren der Spiegelreflexkameras haben positive Auswirkungen auf die Bildqualität. Sie sind in aller Regel für schwierige Lichtsituationen, wie beispielsweise Konzerte, besser geeignet. Die lichtstärkeren Sensoren sind weniger rauschanfällig, als die in Kompaktkameras verbauten Sensoren. Desweiteren kann man die geringere Tiefenschärfe bei Spiegelreflexkameras als effektives Gestaltungsmittel einsetzen.
Auch die Bauform dieser Kameras bringt Vorteile mit sich. Das größere Gehäuse und die schwereren Objektive ermöglichen eine sehr stabile Kamerahaltung. Man kann Spiegelreflexkameras mit zwei Händen umgreifen, anstatt sie zwischen Fingern zu balancieren. Durch den sichereren Halt und das deutlich höhere Eigengewicht verwackeln Fotos seltener.
Der Autofokus in Spiegelreflexkameras arbeitet nach dem sogenannten Phasenvergleich, während die meisten Kompaktkameras einen Kontrast-Autofokus verwenden. Dadurch können Spiegelreflexkameras deutlich schneller fokussieren.
Ebenfalls sehr geschätzt wird der optische Sucher, der das Markenzeichen von Spiegelreflexkameras ist. Solange kein Bild aufgenommen wird, lenkt ein Spiegel das Licht von dem Sensor weg und auf eine Mattscheibe, auf der man es durch den Sucher betrachten kann. Dieses optische Sucherbild glänzt vor allem durch eine wesentlich höhere Auflösung, als digitale Bildschirme zeigen können.
Während der Aufnahme klappt der Spiegel nach oben und lässt das Licht ungehindert auf den Sensor fallen. Das macht Spiegelreflexkameras deutlich lauter als Kompaktkameras, denn das Klacken des hochklappenden Spiegels ist deutlich wahrnehmbar.
Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Schon die Einsteigermodelle liegen über 400 Euro. Für zusätzliche Objektive kann man nochmals mehrere hundert Euro pro Stück einplanen.
Aufgeweichte Grenzen

Bridgekamera Sony DSC-R1
(Foto: Mohylek)
Mit dem Fortschreiten der Technik gibt es auch zunehmend Ausnahmen zu diesen Unterschieden. Bridge-Kameras bieten eine Welt zwischen Spiegelreflex und Kompaktkamera, einige Kompaktkameras verfügen über Blitzschuhe, Phasen-Autofokus und große Sensoren. Die Kategorie der EVIL-Kameras verfügt über viele Eigenschaften der Spiegelreflexkameras, verzichten aber auf ein Spiegelsystem und damit den optischen Sucher, was eine kleinere Bauart ermöglicht.
Fazit
Die wichtigsten Vorteile von Kompaktkameras sind ihre Portabilität und ihr Preis. Wichtigster Faktor für die Bildqualität ist noch immer der Fotograf, also spricht für den Einstieg nichts dagegen, sich erstmal mit einer Kompaktkamera zu versuchen.
Wer hingegen kompromisslos die beste Bildqualität und die meiste Flexibilität sucht – und bereit ist dafür auch entsprechend zu investieren – wird mit Spiegelreflexkameras viel Freude haben. Für Fortgeschrittene führt aufgrund der Sensorgrößen langfristig sowieso fast kein Weg an einem Spiegelreflexsystem vorbei.
Die für den Einstieg gekaufte Kompaktkamera muss nicht zwangsläufig wertlos werden, wenn man später doch auf eine Spiegelreflex umsteigt. Denn auch als fortgeschrittener Fotograf freut man sich, wenn man gelegentlich auf eine leichtgewichtige Kamera zurückgreifen kann, anstatt eine komplette Spiegelreflexausrüstung einpacken zu müssen.
Fotografie Grundkurs (6/11): Bildrauschen
FS schreibt in Foto-Know-How am 29.08.2010
Bildrauschen ist der Erzfeind der meisten Fotografen, solange sie nicht im hellen Sonnenschein operieren. In wenigen Fällen kann man Rauschen im Bild noch als ästhetisches Mittel verkaufen, doch meist stört es einfach nur.

Die Ursachen des Bildrauschens
Jeder Sensor hat eine Art natürliches Grundrauschen. Normalerweise hinterlässt ein gutes Bild aber einen so starken Eindruck auf dem Sensor, dass dieses Grundrauschen im Vergleich praktisch nicht wahrnehmbar ist. Problematisch wird es, wenn das Verhältnis zwischen Lichteindruck und Grundrauschen zu schlecht wird. Denn je weniger Licht auf den Sensor trifft, desto mehr muss das Bildsignal in der Kamera verstärkt werden – wobei das Rauschen ebenfalls verstärkt und damit wahrnehmbar wird.
Die ISO-Einstellung steht dabei für den Grad der Verstärkung. Bei ISO 200 wird das Bildsignal doppelt so stark verstärkt, als bei ISO 100. ISO 400 wiederum doppelt so stark wie ISO 200, usw.
Je nach Kamera ist der Bereich an ISO-Werten, bei denen noch rauschfrei fotografiert werden kann, unterschiedlich. Digitale Kompaktkameras rauschen häufig schon schon bei ISO 400/800 sehr stark, während professionelle Spiegelreflexkameras noch bei vierstelligen ISO-Werten brauchbare Ergebnisse liefern können.
Es gibt drei wesentliche Faktoren, die das Bildrauschen beeinflussen:
Der Sensor
Unterschiedliche Sensoren sind unterschiedlich lichtempfindlich und unterschiedlich rauschanfällig. Als Faustregel gilt, dass mit der zunehmender Größe des Sensors auch die Lichtempfindlichkeit steigt und die Rauschanfälligkeit abnimmt. Das liegt daran, dass der Sensor für jeden Pixel mehr Fläche zur Verfügung hat, um Licht aufzunehmen. (siehe auch Teil 5 dieser Serie: Sensorgrößen).
Neben der Gesamtfläche des Sensors ist auch wichtig, wie viele Pixel sich diese Fläche teilen müssen (je weniger, desto Rauschärmer) und wie gut die Fläche ausgenutzt werden. Manche Sensoren verschenken konstruktionsbedingt zwischen den einzelnen Pixeln mehr Fläche, während andere die Pixel dicht nebeneinander setzen und dadurch mehr Fläche nutzen können.
Auch die allgemeine Qualität der Sensoren und der verarbeitenden Elektronik ist ein wichtiger Einfluss auf das Rauschverhalten. Moderne Sensoren können mit der gleichen Fläche wesentlich rauschärmere Bilder produzieren, als Sensoren von vor ein paar Jahren.
Wärme
Je wärmer der Sensor ist, desto stärker wird sein Grundrauschen. Spezialkameras, beispielsweise in der Astronomie, werden daher auf teils extreme Temperaturen heruntergekühlt um optimale Bedingungen für die Aufnahme zu schaffen.
Im normalen Fotografieumfeld ist muss man jedoch nicht ganz so großen Aufwand treiben. Alle handelsüblichen Kameras machen bei Raumtemperatur gute Bilder. Ob es ein paar Grad mehr oder weniger sind, ist relativ egal.
Bei besonders hohen Temperaturen kann dieser Effekt jedoch durchaus sichtbar werden. Im Hochsommer sind Kameras rauschanfälliger als im Winter. Auch wenn die Kamera eine Weile in der Sonne liegt kann sie sich im Inneren so sehr aufheizen, dass die Bildqualität beeinträchtigt wird.
Der LiveView-Modus, den inzwischen alle neueren Spiegelreflexkameras unterstützen, und der bei Kompaktkameras der normale Betriebsmodus ist, sorgt ebenfalls für eine erhöhte Betriebstemperatur. Dabei wird das Sucherbild auf dem Display erzeugt, indem der Sensor ständig das aktuelle Bild erfasst. Dadurch ist der Sensor länger in Betrieb und heizt sich dabei entsprechend auf.
Einige Kameras, beispielsweise die Canon EOS 550D, haben inzwischen eine Warnanzeige, wenn die Temperatur soweit ansteigt, dass die Bildqualität gefährdet wird.
Licht
Der offensichtlichste und gleichzeitig wichtigste Faktor ist schlicht das verfügbare Licht für eine Aufnahme. Je mehr Licht zur Verfügung steht, desto deutlicher ist das Abbild auf dem Sensor im Vergleich zum Grundrauschen. Im prallen Sonnenschein wird man praktisch nie Probleme mit Rauschen bekommen, im dunklen Nachtclub hingegen fast immer.
Lichtstarke Objektive helfen, das zur Verfügung stehende Licht besser auszunutzen. Besonders in dunklen Umgebungen sind daher Objektive mit großen Blendenöffnungen (siehe Teil 1 dieser Reihe: Belichtung) ein wichtiges Mittel im Kampf gegen das Rauschen.
Ansonsten bleibt nurnoch der Weg der verlängerten Belichtungszeit. Mit Hilfe eines Stativs und den dadurch möglichen Belichtungszeiten kann man – in Grenzen – selbst mit kleinem Sensor und schwachem Objektiv rauscharme Bilder produzieren.

Bildrauschen bei ISO 800 (Canon EOS 300D)
Das akzeptierte Rauschen
Nicht immer sorgt Rauschen auch sofort für schlechte Bilder. In einigen wenigen Fällen ist ein leichtes Rauschen ästhethisch akzeptabel oder sogar erwünscht. Dies gilt jedoch fast ausschließlich für Schwarzweißfotos. Farbrauschen hingegen wirkt praktisch immer störend.
Fazit
Rauschen geht man am Besten aus dem Weg, wenn man sich ein Motiv mit ausreichend Licht sucht. Darüber hinaus ist Bildrauschen leider hauptsächlich ein Kampf der Technik, bei dem Fotografen mit teureren Kameras deutlich besser gestellt sind. Aber zumindest bei Außenaufnahmen und in sonstigen hellen Umgebungen sollte Bildrauschen auch mit bezahlbaren Kameras kein unüberwindbares Problem mehr sein.
Wie man Pixelfehler in Spiegelreflexkameras von Canon maskiert
FS schreibt in Foto-Know-How am 05.08.2010
Beispiel eines Pixelfehlers
Heiße Pixel sind Bildpunkte auf einem Fotosensor, die schneller überhitzen und dadurch Bildfehler verursachen. Sie machen sich vor allem bei Langzeitbelichtungen bemerkbar, indem sie als heller Punkt hervorstechen. Auch sonst können Digitalkameras diverse problematische Pixel haben. Ähnlich wie bei Bildschirmen gibt es auch bei Kameras tote Pixel, die ununterbrochen die gleiche Farbe zeigen. Auch ein kleines Staubkorn auf dem Sensor kann ähnliche Effekte hervorrufen.
Bei Fotos ist das häufig kein besonders dramatisches Problem. Einzelne Pixel fallen im Vergleich zu der hohen Gesamtauflösung nicht sehr auf und man fotografiert auch eher selten in hohen ISO-Bereichen, die besonders anfällig für heiße Pixel sind. Zudem kann man ein einzelnen Pixel auch sehr schnell per Photoshop korrigieren. Es gibt inzwischen auch Software, die solche Reparaturen automatisch vornimmt. Problematischer sind Pixelfehler in Videoaufnahmen, die heutige Kameras meist auch beherrschen. Die Korrektur ist dort aufwändiger und im Video-Modus arbeitet man häufiger in hohen ISO-Bereichen.
Doch wer Pixelfehler in seinen Aufnahmen entdeckt muss nicht gleich verzweifeln. Wenn es sich bei der Kamera um eine Canon Spiegelreflexkamera handelt, stehen die Chancen gut, dass schon die Kamera selbst das Problem beheben kann. Viele neuere Kameras aus der EOS-Reihe haben eine undokumentierte Funktion um fehlerhafte Pixel auszublenden. Da die Funktion nicht dokumentiert ist, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen, welche Modelle sie unterstützen. Entsprechende Berichte finden sich unter anderem über die Canon EOS 7D, 5D Mark II und 550D.
Und so funktioniert der Trick:
- Man setzt den Objektivdeckel auf das Objektiv, oder nimmt das Objektiv ganz ab und verschließt den Kamerakörper mit der mitgelieferten Abdeckung. Ziel ist, dass keinerlei Licht mehr auf den Sensor fallen kann.
- Nun aktiviert man die Funktion zur manuellen (nicht automatischen!) Sensorreinigung. Diese Funktion dient normalerweise dazu, dass man mit einem feinen Pinsel den Sensor reinigen kann. Dazu wird der Spiegel im Gehäuse nach oben geklappt und der Bildverschluss geöffnet, sodass der Sensor zugänglich wird. Die Spiegelbewegung ist bei der Aktivierung der Funktion gut hörbar.
Versuchen Sie jedoch nicht wirklich, den Sensor zu reinigen und lassen Sie die Kamera fest verschlossen. Fotosensoren sind extrem empfindlich und können sehr leicht beschädigt werden. - Einige Sekunden warten.
- Die Kamera ausschalten.
- Wieder kurz warten.
- Die Kamera einschalten.
Bei Erfolg ist der Pixelfehler nun verschwunden.
Die gängige Theorie ist, dass die Kamera nach einer Sensorreinigung eine Art Sensordiagnose durchführt und dabei fehlerhafte Pixel erkennt und abschaltet. Ob diese Theorie zutrifft kann aber wohl nur ein Canon-Ingenieur beurteilen.
Wir konnten die Funktion an einer neuen EOS 550D mit einem heißen Pixel testen. Bei unserer Kamera verschwand der Bildfehler in der Tat beim ersten Versuch.
Wir können jedoch keine Garantie dafür übernehmen, ob dies immer so reibungslos abläuft. Die Anwendung dieser Technik läuft immer auf eigene Gefahr.
Windows XP: Die Geschichte des Hintergrunds
MW schreibt in Foto-Know-How am 29.07.2010
Vermutlich kennt jeder dieses Bild: die saftig grüne, endlos weite Wiese, den blauen, mit weißen Schäfchenwolken durchzogenen Himmel.
Es ist das Standardhintergrundbild von Windows XP.
Das Bild entstand im Winter 1996 in einem Weingebiet nahe des Sonoma Valleys in Kalifornien – im Sonoma County.
Es wurde auf den Namen „Bliss“ getauft, was im Deutschen so viel wie Wonne oder Glück bedeutet.
Microsoft nutze das idyllische Bildmotiv aus zwei Gründen:
• Die Grün und Blautöne des Bildes spiegeln die Markenfarben von Microsoft wieder.
• Beide Farbtöne werden vom Menschen positiv wahrgenommen
Der Reportagefotograf Charles O’Rear fotografierte das Motiv an einem klaren Januartag.
Er war gerade auf der Fahrt von seinem Wohnort St.Helena nach Marin County, wo seine Frau derzeit lebte.
Im Januar 1996 herrschte im Sonoma Valley eine Pflanzenseuche, die die Weinreben befallen hatte.
Aus diesem Grund war der fotografierte Hügel zu dieser Zeit mit Gras bewachsen.
10 Jahre später fotografierten die Fotografen Simon Goldin und Jakob Senneby den Ort erneut.
Das Foto zeigt den wieder mit Weinreben bewachsenen Berg.
Dieses Motiv wurde im April 2007 als Projekt „After Microsoft“ ausgestellt.
Hier gibts weitere Infos in englischer Sprache.






