Foto-Know-How

Jetzt wird’s frisch – Fotografieren in der kalten Jahreszeit

Winterlandschaft
Die Tage werden immer kälter und bald wird der erste Schnee fallen. Die Temperaturen sinken nachts rapide ab. Egal ob Schneesturm oder Sonnenschein – Bewegung ist wichtig für Körper und Geist. Nebenbei stärkt die Witterung unser Immunsystem. Außerdem ist die schneebezuckerte oder in Nebel gehüllte Landschaft ein gefundenes Fressen für jeden Fotografen.
Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie und Ihre Kamera dem kalten Wetter trotzen.

1. Kleidung
Wichtig ist vor allem wetterfeste, windundurchlässige und wasserabweisende Kleidung.
Mit zunehmender Windgeschwindigkeit wird an der Hautoberfläche erwärmte Luft weggeblasen – der Körper kühlt schneller ab. Der Organismus muss also mehr „heizen“, die Luft fühlt sich kühler an. Bei Wind ist eine Sturmhaube oder eine Fellkapuze hilfreich.
Handschuhe sind außerdem empfehlenswert. Sie halten die Hände wohlig warm und verhindern das Festfrieren der Finger an Metall. Mit geeigneten, rutschfesten Fingerhandschuhen haben Sie Ihre Kamera voll im Griff.

2. Ausstattung
Akkus können bei zunehmender Kälte schnell den Geist aufgeben, da die chemischen Prozesse in den Stromspeichern dann langsamer ablaufen. Aus diesem Grund ist eine Fototasche sinnvoll, die nah am Körper getragen wird. Durch die Körperwärme kann das Gerät nicht so leicht auskühlen.
Für den Fall der Fälle: Nehmen Sie einen Wechsel Akku mit, den Sie in der Hosentasche tragen.

3. Kondensation
Beim schnellen Wechsel von warm nach kalt, müssen Sie besonders Acht geben. Stellen Sie sich dieses Prinzip wie bei einer Brille vor: Betreten Sie nach einem Spaziergang in der Kälte die Wohnung, kondensiert die Feuchtigkeit am Brillenglas, die Gläser laufen an.
So ist es auch bei Kameraobjektiven: Kondenswasser dringt ins Gehäuse ein und kann dem Gerät Schaden zufügen.
Um Abhilfe zu schaffen, legen Sie Ihre Ausrüstung im kühleren Treppenhaus ab oder geben Sie Ihre Utensilien in eine Kunststofftüte. Es reicht auch ein Gefrierbeutel, hauptsache die Feuchtigkeit wird abgehalten, bis das Gerät an die Zimmertemperatur angepasst ist.
Ist es trotzdem einmal passiert lassen Sie die Kamera im warmen Raum austrocknen.

4. Belichtung
Vielleicht ist es Ihnen auch schon folgendermaßen ergangen: Sie haben eine strahlend weiße Schneelandschaft fotografiert. Beim genauerem Hinsehen haben Sie feststellen müssen, dass der Schnee auf dem Bild grau und schmutzig wirkt.
Hierfür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Das Mess-System der Kamera wird getäuscht. Das Bild wird überbelichtet.
In diesem Fall können Sie ganz einfach korrigieren: Spielen Sie einfach mit der Belichtungskorrektur.

Jetzt aber warm anziehen und raus in die Kälte.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

Sonnenuntergang im Winter

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Der Herbst – eine kleine Reise durch die Welt der Farbe

Blätterwald

Wenn Sie heute Nachmittag durch die Straßen gehen, wird es Ihnen  sicherlich auffallen: Der Herbst ist da!

Farbenfrohe Blätter wehen über den Gehsteig, die letzten warmen Sonnenstrahlen leuchten durch die langsam kahl werdenden Bäume und tauchen alles in orange-goldenes Licht.

Natürlich können Sie zu jeder Jahreszeit tolle Schnappschüsse machen, aber der Herbst eignet sich wohl am besten dazu.

Hier finden Sie einige Kniffe mit denen es Ihnen ganz leicht gelingen wird  wirkungsvolle und  frische Herbstfotos zu knipsen.

1. Die besten Tageszeiten für Herbstbilder
In der frühen Kindheit haben Sie dieses Sprichwort sicherlich öfter gehört: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Sowohl der Sonnenaufgang als auch der Sonnenuntergang tauchen die Herbstlandschaft in tolles Licht und ergeben großartige Fotos. Am späten Nachmittag werden die Schatten länger und das Licht, das durch die Wolken bricht, lässt die Konturen weicher erscheinen.

2. Technische Tipps
Herbststimmung

Bei Aufnahmen in der Dämmerung verwenden Sie am besten ein Stativ.

Sie besitzen kein Stativ? Dann verwenden Sie doch einfach eine Wasserflasche oder besorgen sich ein Klemmstativ und hängen Sie es an einen Ast.
Schalten Sie den Blitz ein, stellen Sie ISO 100 ein, um das Rauschen zu minimieren und drücken Sie den Auslöser. Das ergibt eine höhere Detailschärfe.

Experimentieren Sie mit der Belichtungszeit, denn eine längere Belichtungszeit kann Wunder tun: Blattwerk und Farben wirken ruhig, während der Rest der Welt im Dunst verschwindet.

Den  Kontrast und die Farbkraft Ihrer Fotografien können Sie mit Hilfe eines Polarisierungsfilters steigern. Wenn Sie keinen Polarisierungsfilter besitzen – kein Problem: Um die Sättigung zu vertiefen stellen Sie einfach eine geringere Belichtungszeit ein und verwenden Sie anschließend eine Foto-Software. Spielen Sie im Anschluss am Computer mit Kontrast-, und Sättigungsreglern, um farbgesättigte und kontrastreiche Bilder zu erhalten.

Seien Sie kreativ und haben Sie keine Angst den Auto-Modus Ihrer Kamera auszustellen. Erhöhen Sie den Weißabgleich manuell in kleinen Schritten.

Für wirklich geniale Schnappschüsse ist der Makro-Modus oder ein Makro-Objektiv unverzichtbar. Mit Hilfe eines Stativs wird es Ihnen so gelingen einzelne Details, beispielsweise Blätter, zu schärfen.

3. Motivfindung
Goldenes LichtIm Rest des Jahres bestehen nur wenige Möglichkeiten, um Außenaufnahmen detailiert in Szene zu setzen. Der Herbst bietet beste Chancen farbenfrohe Landschaften und maximale Leuchtkraft einzufangen. Das einzige, was sie tun müssen ist sich umzusehen. Sie werden schnell ein fesselndes Motiv entdecken.

Besonders geeignet ist hier der Einsatz eines Kameraschwenks: Stellen Sie die Verschlusszeit auf die 1/8 Marke, zoomen Sie in die Baumkrone und versuchen Sie dabei etwas vom Blau des Himmels einzufangen. Dann schwenken Sie Ihre Kamera nach rechts oder links, nach oben oder unten.

Voila: Sie erhalten eine tolle Bewegungsunschärfe, als würden sich die Blätter im Wind bewegen.

4. Weitere kreative Ideen
BuntesBlattwerkNutzen Sie das herumschwirrende Laub! Während Sie das Blattwerk zusammenrechen, bietet sich Ihnen die Möglichkeit dynamische Augenblicke einzufangen: Den Kampf mit den losen, farbigen Blättern, das Spiel des Windes oder die gezähmten Laubhaufen.

Halten Sie den Moment fest! Fotografieren Sie das Spiel der Jahreszeiten und knipsen Sie täglich um die gleiche Uhrzeit eine Aufnahme des gleichen Baumes, einen ganzen Monat lang – Sie werden sehen, wie sich der Baum langsam das Winterkleid anzieht.

Schlendern Sie über den Viktualienmarkt oder einen nahegelegenen Bauernmarkt und fotografieren Sie die farbigen, reifen Früchte des vergangen Sommers.

Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Schnappen Sie sich Ihre Kamera, schlüpfen Sie in Ihre Jacke und los geht’s!

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posterXXL Fotografie-Grundkurs in elf Teilen + Bonus

fotografie_grundkurslDer große posterXXL Fotografie-Grundkurs ist eine Reihe, die in elf Teilen die handwerklichen Grundlagen der Fotografie erklärt.

Für alle, die den Fotografie-Grundkurs nicht von Anfang an verfolgt haben:
Alle elf Kapitel übersichtlich zusammengefasst.

Von den Basics wie der Belichtung bis zum Zubehör wie Filtern.
Als Bonus gibt es drei Kapitel aus dem Galileo Fotografiekurs sowie eine Einführung zum Filmen mit aktuellen DSLR-Kameras.

posterXXL Fotografie-Grundkurs in 11 Teilen:

Teil 1 Belichtung
Teil 2 Das Histogramm
Teil 3 Raw oder JPEG
Teil 4 Weißabgleich
Teil 5 Sensorgrößen
Teil 6 Bildrauschen
Teil 7 Kompakt- vs. Spiegelreflexkamera
Teil 8 Objektive
Teil 9 Filter
Teil 10 Blitzgeräte
Teil 11 Megapixel, dpi und Co.

Bonus: Galileo Fotografiekurs

Teil 1 Porträtfotografie
Teil 2 Landschaftsfotografie
Teil 3 Richtig blitzen

Special: Filmen mit DSLRs:

Teil 1 Überblick
Teil 2 Drehtipps

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Fotografie Grundkurs (11/11): Auflösungen – Megapixel, DPI & Co.

Auflösung

Die Auflösung ist bei vielen Geräten eines der beliebtesten Verkaufsargumente. Kameras schmücken sich mit hohen Megapixel-Zahlen, Drucker mit viel DPI und Bildschirme mit “Full HD” & Co. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Formaten? Und wie viel Auflösung braucht man überhaupt?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten, die Auflösung anzugeben: Absolute Auflösung und relative Auflösung. Ersteres bezeichnet die absolute Informationsmenge, die in einem Bild oder in einer Sensoraufzeichnung enthalten ist. Letztere nennt die Auflösung im Bezug auf eine Fläche.

Absolute Auflösung

Bei Kameras wird die Auflösung absolut angegeben, meist in Megapixeln. Diese Zahl repräsentiert die absolute Menge an Bildpunkten, die die jeweilige Kamera in einem Bild aufzeichnen kann. Ein Megapixel entspricht dabei einer Million Bildpunkte.

Bei Bildschirmen wird die Auflösung im Format Breite x Höhe in Bildpunkten angegeben, also z.B. 1600×1200 oder 1920×1080. Einige dieser Auflösungen haben auch definierte Namen, wie z.B. “Full HD” für 1920×1080 oder XGA für 1024×768. Auch bei Kameras wird dieses Format verwendet, jedoch findet man es meist eher versteckt im Datenblatt.

Es ist problemlos möglich, durch simple Multiplikation den Megapixel-Wert einer im Format Höhe x Breite vorliegenden Auflösung zu errechnen. 1920×1080 sind dementsprechend 2’073’600 Pixel, bzw. rund 2 Megapixel.
Umgekehrt ist es jedoch nicht direkt möglich, aus einer Megapixel-Zahl die Höhe und Breite des Bildes zu errechnen, denn die Angabe Megapixel sagt nichts darüber aus, wie diese Pixel auf dem Bild verteilt sind. Ein Megapixel kann sowohl für 1000×1000 Pixel stehen, als auch für 500×2000 Pixel, als auch für beliebige andere Kombinationen, die zusammengerechnet eine Millionen Pixel ergeben.

Relative Auflösung

Während bei Kameras absolute Auflösungsangaben dominieren, geht man im Druckbereich meist mit relativen Auflösungen um. Diese sagen zunächst nichts über die Gesamtzahl an Pixeln aus, sondern beschreiben nur, wie viele Pixel pro Größeneinheit aufgezeichet bzw. ausgegeben werden können.

Am gängigsten ist dabei die Größeneinheit DPI (dots per inch). Wie der Name schon sagt beschreibt sie, wie viele Punkte für jeden Zoll an Bildfläche verwendet werden. Liegt eine Grafik also in 300 DPI vor, werden in jeder Zeile pro Zoll 300 Punkte verwendet. Bei 10 Zoll wären es also 3000 Punkte.

Weitere relative Auflösungsformate sind u.a. PPI (pixel per inch) und LPI (lines per inch). In der Fotografie ist auch LP/mm interessant, die Anzahl der Linienpaare pro Millimeter, in der die Auflösung von Objektiven gemessen wird.

Nur anhand der relativen Auflösung kann man jedoch nicht sagen, ob ein Digitalfoto für einen Einsatzzweck ausreichend ist. Hinter einem Foto “in 300dpi” könnten sich theoretisch auch nur 100×100 Pixel verbergen – allerdings reichen diese dann gerademal für ein 3×3 mm großes Foto. Wenn man also von jemandem ein Bild in einer bestimmten Auflösung haben möchte, sollte man entweder direkt eine absolute Angabe verwenden, oder einen Ausdruck wie “10×15cm in 300dpi”.

Richtwerte

Das menschliche Auge kann im normalen Leseabstand nicht viel mehr als 300dpi auflösen, daher müssen auch Fotos nicht mit höherer Auflösung gedruckt werden. Häufig sind auch 150dpi noch durchaus ausreichend. Ist der Leseabstand größer, wie beispielsweise bei Postern, genügen auch geringere Auflösungen.

Für einen 10×15cm großen Fotoabzug braucht man daher idealerweise 1200×1800 Pixel um ihn in 300dpi drucken zu können. Das entspräche 2,2 Megapixel. Doch auch mit 150dpi, bzw. 600×900 Pixel, bzw. 1,1 Megapixel dürften die meisten Betrachter noch zufrieden sein. Für Drucke wie Poster, die gerne mal über dem Sofa angebracht werden und daher einen höheren Betrachtungsabstand haben, reicht die Auflösung bereits ab 50dpi aus. Bei einem 80×60cm großen Poster entspräche das 4000×3000 Pixel, bzw. 12 Megapixel.

Als Faustregel für den durchschnittlichen Betrachtungsabstand kann man die Bilddiagonale verwenden. Eine nähere Betrachtung wird für das menschliche Auge anstrengend, viel weiter weg sollte man auch nicht gehen. Ein DIN A4 Blatt wird nach dieser Regel im Durchschnitt mit 36cm Abstand gelesen. Bei größeren Formaten dementsprechend mehr, und umso niedriger wird die benötigte Auflösung.

Die gängigsten Formate und ihre Eignung bei verschiedenen Auflösungen haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich zusammengestellt:

Aufloesung dpi Megapixel

Grundsätzlich ist eine hohe Auflösung immer erstrebenswert. Inzwischen ist die Technik jedoch soweit fortgeschritten, dass die Auflösung nicht länger das Maß aller Dinge ist. Wie man sieht bietet heute nahezu jede gängige Digitalkamera genug Auflösung um auch größere Formate drucken zu können.
Eine hohe Auflösung kann an anderer Stelle sogar Nachteile mit sich bringen, zum Beispiel durch eine mit der Auflösung steigende Rauschempfindlichkeit von Bildsensoren (siehe auch Fotografie Grundkurs (6/11): Bildrauschen). Man sollte sich also beim Kamerakauf nicht nur auf die reine Auflösung konzentrieren, da oftmals mit Kanonen auf Spatzen geschossen – also mit extrem hoher Auflösung, die eigentlich gar nicht benötigt würde, fotografiert wird.

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Galileo Fotografie-Grundkurs (3/3): Richtig blitzen

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Klassisch falsch geblitzt

Exklusiv hier im posterXXL Blog geben wir euch komplette Tipps aus dem tollen Fotografie-Buch Der große Fotokurs – Besser fotografieren lernen von der bekannten Foto-Trainerin Jacqueline Esen. Hier gibt es den dritten Teil mit dem Thema “Richtig blitzen”. Viel Spaß!

Richtig blitzen

Eigentlich müssten wir für die ständige Verfügbarkeit des Blitzes dankbar sein, und trotzdem verursacht er oft mehr Frust als Freude. Das ist auf die besonderen und sehr spezifischen Eigenschaften des Blitzlichts zurückzuführen.

Der Rote-Augen-Effekt

Jeder kennt ihn, keiner mag ihn. Rote »Kaninchenaugen« sind der oft unausweichliche Nebeneffekt geblitzter Porträts. Lösungsansätze gibt es viele: flackernde Lichtemissionen aus der Kamera, ein Vorblitz,  der die Modelle denken lässt, es wäre schon fotografiert worden, oder die nachträgliche Bearbeitung des Bildes. Eine Rote-Augen-Korrektur durch kamerainterne Bildbearbeitung ist auf dem Vormarsch, aber die Ergebnisse sind nicht immer überzeugend. Die Ursache für unschön leuchtende Pupillen ist die Reflektion

des Augenhintergrundes, die besonders stark ausfällt, wenn sich der Blitz sehr nah am Objektiv befindet. Bei kleinen Kameras tritt der Fehler deshalb häufiger auf und lässt sich beim Fotografieren nur durch die Verwendung von Zubehör vermeiden, mit dem das kleine, punktförmige Licht weich gestreut wird. Die eleganteste und professionellste Lösung bieten Aufsteckblitze, bei denen sich der Blitzkopf nach oben richten lässt.

Achtung!

Denken Sie daran, dass Ihnen in der Vollautomatik keine Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Programmautomatik lässt Ihnen mehr Freiheiten, ohne dass Sie auf die harmonische Kommunikation zwischen Blitz und Kamera verzichten müssen.

08_041Indirektes Blitzen

Bei dieser Technik wird das Licht über die große Fläche der Zimmerdecke weich gestreut, es fällt gleichmäßiger auf die Szene. Im Foto sieht es dann eher so aus wie eine Deckenbeleuchtung. Je nach Größe und Höhe des Raumes sind Ihnen dabei gewisse Grenzen gesetzt. Das Licht muss einen langen Weg zurücklegen: von der Kamera zur Zimmerdecke und wieder zurück auf das Motiv. Dabei geht natürlich auch viel Leistung verloren. Sie brauchen für das indirekte Blitzen auf jeden Fall ein separates Blitzgerät. Ein leistungsstarkes Modell ist von Vorteil, denn schwächere Geräte müssen in solchen Situationen für jedes Foto die volle Leistung abfeuern. Das zieht viel Energie aus dem Akku, und mitunter verstreicht viel Zeit, bis die nächste Aufnahme möglich ist. Ein starkes Blitzgerät mit einer hohen Leitzahl muss nicht immer die volle Leistung abgeben, das heißt, der Blitz ist schneller nachgeladen, und Sie können wieder auf interessante Situationen reagieren.

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135 mm (Cropfaktor 1,5) | 1/60 sek | f5,6 | ISO 400 | indirekt geblitzt

Das indirekte Blitzen funktioniert nicht nur über eine Zimmerdecke, sondern Sie können es gegebenenfalls auch seitlich einsetzen, wenn entsprechende Flächen vorhanden sind, die das Licht auf das Motiv zurückwerfen. Dann bleibt allerdings die vom Blitz abgewandte Seite dunkler, die Ausleuchtung ist ungleichmäßiger. Je nachdem, was Sie als Beleuchtung wünschen, kann das recht interessant aussehen. Die Schattenseite lässt sich für ein Porträt gegebenenfalls auch mit einem Reflektor aufhellen. Beachten Sie beim indirekten Blitzen auch die Farbigkeit des Raumes. Holzwände oder farbige Anstriche schlucken nicht nur mehr Licht, sie können im Bild auch einen (unangenehmen) Farbstich erzeugen. Spiegelnde Flächen eignen sich nicht für das indirekte Blitzen, weil das Licht nicht diffus gestreut, sondern hart reflektiert wird. Sie bekommen den gleichen Effekt wie beim direkten Blitzen, nur die Lichtrichtung ändert sich. Unter den Augen und unter der Nase einer Person entstehen unschöne Schattenwürfe, auch Brillenbügel werden dann zum Problem. Wenn indirektes Blitzen nicht möglich ist, hilft nur direktes Blitzen – und dann möglichst mit einem Diffusorvorsatz.

Tipp: Reflektierende Flächen

Brillengläser, Spiegel, Glasscheiben und andere refl ektierende Flächen zerstören die Bildwirkung, wenn Sie sie versehentlich direkt anblitzen. Der Blitz oder andere Lichtquellen spiegeln sich und erzeugen unschöne helle Bereiche und Refl exionen. Oft merkt man das erst im Nachhinein – dann gibt’s nur eins: die Aufnahme wiederholen, sofern das möglich ist. Achten Sie also schon vor der Aufnahme auf alles, was möglicherweise spiegeln könnte. Fotografieren Sie nicht frontal, sondern aus einem steilen Winkel. Störende Objekte wie Flaschen oder Gläser lassen sich vielleicht aus dem Bildfeld entfernen. Ein veränderter Bildausschnitt kann das Problem ebenfalls beseitigen. Bei Brillenträgern hilft ein leichtes Drehen oder Neigen des Kopfes.

Blitzreichweite beachten

Die eingebauten Blitzgeräte sind in ihrer Leistung relativ schwach. Versuchen Sie, einen größeren, dunklen

Raum damit zu erhellen, dehnt sich der Lichtkreis nur einige Meter weit aus, der Rest bleibt trotzdem dunkel. Diesem Phänomen können Sie nur entgegenwirken, indem Sie mehrere Blitzgeräte im Raum aufstellen und für die Aufnahme gleichzeitig zünden. Diese relativ aufwendige Technik nennt man entfesseltes Blitzen. Durch das Erhöhen des ISO-Wertes ergibt sich in der Praxis eine größere Reichweite des Blitzes. Es wird zwar nicht mehr Helligkeit abgegeben, aber das vom Blitz erzeugte Licht wird besser ausgenutzt. Leider hat das auch ein verstärktes Bildrauschen zur Folge – eine Notlösung. Um ein schönes Foto von einem schummrig beleuchteten Raum zu machen, versuchen Sie es ruhig auch einmal ohne Blitz, mit erhöhtem ISO-Wert oder mit dem Stativ. Die Ergebnisse sehen fast immer natürlicher aus. Sie werden vielleicht erstaunt sein, wie viel ohne Blitz möglich ist. Wenn Sie sich für den Blitz entscheiden, haben Sie noch andere Möglichkeiten, Helligkeit und Lichtstimmung im Bild zu beeinflussen.

6,1 mm (Cropfaktor 4,6) | 1/60 sek | f2,8 | ISO 500 | Blitz | –1/3 LW

6,1 mm (Cropfaktor 4,6) | 1/60 sek | f2,8 | ISO 500 | Blitz | –1/3 LW

Schönere Lichtstimmung

Neben dem indirekten Blitzen führt auch ein Verändern der Verschlusszeit zu einer schöneren Lichtstimmung. Mit der Funktion Nachtblitz beziehungsweise Nachtporträt verlängert die Kamera die Belichtung. Das Umgebungslicht kann dadurch stärker in Erscheinung treten, die Bilder wirken wärmer.
Durch die verlängerte Verschlusszeit kann es aber auch wieder zur ungewollten Verwacklung oder zu Wischeffekten kommen. Wenn Sie die Verschlusszeit selbst steuern wollen und Ihre Kamera über entsprechende Einstellmöglichkeiten verfügt, wählen Sie die Zeitvorwahl (Tv/T/Sv/S), und stellen Sie eine Zeit von 1/30 oder 1/15 sek ein.
Aktivieren Sie danach den Blitz von Hand.

6,1 mm (Cropfaktor 4,6) | 1/20 sek | f2,8 | ISO 800 | –1/3 LW

6,1 mm (Cropfaktor 4,6) | 1/20 sek | f2,8 | ISO 800 | –1/3 LW

Blitzleistung anpassen

Befindet sich das Hauptmotiv nahe an der Kamera, wird es manchmal vom Blitz zu hell angestrahlt, während der Hintergrund viel zu dunkel erscheint. Damit das nicht passiert, können Sie an vielen Kameras die Helligkeit des Blitzlichts beeinflussen. Suchen Sie im Menü der Kamera (Kompaktkamera) eine Funktion, die so ähnlich aussieht wie die Plus-Minus-Korrektur – eine Skala von 0 bis −2 und +2. Große Kameras haben für die Blitzbelichtungskorrektur oft einen eigenen Knopf an der Außenseite des Kameragehäuses. Der Unterschied: Hier beeinflussen Sie die Helligkeit des Bildes direkt über die Helligkeit des Blitzlichts, wie bei einem Dimmer. Für eine geringere Leistung schieben Sie den Regler nach Minus, für mehr Leistung nach Plus. Denken Sie daran, dass sich auch diese Einstellung nicht automatisch auf 0 zurückstellt. An Kompaktblitzgeräten lässt sich die Korrektur der Leistung direkt einstellen.

Bild ohne Aufhellblitz

Bild ohne Aufhellblitz

Aufhellblitzen

Von Aufhellblitzen spricht man immer dann, wenn der Blitz nicht die einzige Lichtquelle ist. Sie können ihn nicht nur für Porträts im Freien verwenden, sondern auch für andere Motive. Die Objekte sollten sich natürlich innerhalb der Reichweite des Blitzes befinden, also bis etwa fünf Meter entfernt sein. Besonders nützlich ist der Blitz bei Sonnenschein. Fotografieren Sie Personen, sehen Sie häufig unschöne tiefe Schatten unter den Augen. Noch schlimmer ist es, wenn jemand einen Hut oder eine Schirmkappe trägt; eine typische, kontrastreiche Beleuchtungssituation. Sie werden die Schatten wahrscheinlich nicht vollständig wegbekommen, aber Ihre Bilder werden besser, wenn Sie den Blitz zum Aufhellen dazunehmen.

Bild mit Aufhellblitz

Bild mit Aufhellblitz

Auch eine weiße Wand, ein hell angestrahlter Hintergrund oder ein Fenster, durch das Licht hereinfällt, kann die Belichtungsmessung täuschen und das Hauptmotiv zu dunkel werden lassen. Aktivieren Sie in solchen Situationen den Blitz. Das führt fast automatisch zu einer ausgewogeneren Beleuchtung. Wird das Motiv unnatürlich hell, reduzieren Sie die Blitzleistung. Bei Porträt sorgt der Blitz zusätzlich für schöne kleine Effektlichter in den Augen.

Achtung!

Bei einigen Kameras führt das Aktivieren des Blitzes zu einer erzwungenen Verschlusszeit von 1/60 sek. In so einem Fall hilft nur das passende Motivprogramm.

Schlagschatten

Wenn das Hauptmotiv sehr nah vor einem hellen Hintergrund steht, erzeugt der frontale Blitz einen Schlagschatten hinter oder neben dem Motiv. Dieser Schatten muss nicht immer störend sein. Falls doch, prüfen Sie, ob Sie den Abstand zwischen Motiv und Hintergrund vergrößern können. Eine Person können Sie bitten, einige Schritte nach vorn zu gehen. Ein Gegenstand lässt sich vielleicht woandershin stellen. Falls nicht, können Sie mit einem Aufsteckblitz indirekt blitzen. Mit einem Diffusor werden die Kanten des Schlagschattens weicher. Falls das alles nichts hilft, dann versuchen Sie, aus der Not eine Tugend zu machen. Vielleicht lässt sich der Schatten bildwirksam nutzen? Ein dunkler beziehungsweise schwarzer Hintergrund »verschluckt « den Schatten, ist also für erste Porträtversuche mit Blitzgeräten gut geeignet. Schwarze Flächen können allerdings die Belichtungsmessung täuschen. Wenn Ihre Fotos vor einem dunklen Hintergrund zu hell ausfallen, greifen Sie mit der Plus-Minus-Taste (Belichtungskorrektur) korrigierend ein.

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Entfesseltes Blitzen

Ungewohnte Beleuchtungseffekte können Sie erzielen, wenn Sie das Blitzgerät von der Kamera getrennt im Raum aufstellen. So können Sie Ihr Motiv aus einer beliebigen Richtung anblitzen.
Um den Blitz auszulösen, benötigen Sie einen Sender auf der Kamera und einen Empfänger am Blitz. Bei einigen Kamerasystemen kann der eingebaute Blitz den entfernten Systemblitz aktivieren. Dieses System wird als Master-Slave-Technik bezeichnet.
Der Masterblitz (Hauptblitz) zündet den oder die anderen Geräte (Slave = Sklave).

08_050Doch vorsicht: Allein die Tatsache, dass der Blitz aus einer anderen Richtung kommt, macht noch keine gute Beleuchtung, geschweige denn ein gutes Bild. Die Lichtrichtung ist nur ein Aspekt beim Blitzen. All die anderen Eigenschaften des Blitzlichts bleiben erhalten, das heißt, auch der entfesselte Blitz ist eine kleine, helle Lichtquelle, die das Motiv hart ausleuchtet und hässliche Schatten erzeugt. Die Reichweite ist begrenzt, für die Ausleuchtung größerer Räume sind also mehrere Sklavenblitze erforderlich. Wird der entfernte Blitz vom eingebauten Kamerablitzlicht ausgelöst, ist dessen Lichtwirkung mit einzuplanen. Wenn Sie kein Licht von vorn, also aus Richtung der Kamera, auf das Motiv haben wollen, müssen Sie den Blitz mit entsprechendem Zubehör »verhüllen«. Ein Sender-Empfänger-System ist da oft nützlicher, und eine Kabelverbindung tut es anfangs auch.

Achtung!

Nicht jedes Kompaktblitzgerät lässt sich als Slave oder Master einsetzen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss. Überlegen Sie vor dem Neukauf eines Kompaktblitzes, ob Sie mit entfesselten Blitzen arbeiten wollen.

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