Alle Artikel des Autors
Fotografie Grundkurs (11/11): Auflösungen – Megapixel, DPI & Co.
FS schreibt in Foto-Know-How am 22.05.2011

Die Auflösung ist bei vielen Geräten eines der beliebtesten Verkaufsargumente. Kameras schmücken sich mit hohen Megapixel-Zahlen, Drucker mit viel DPI und Bildschirme mit “Full HD” & Co. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Formaten? Und wie viel Auflösung braucht man überhaupt?
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten, die Auflösung anzugeben: Absolute Auflösung und relative Auflösung. Ersteres bezeichnet die absolute Informationsmenge, die in einem Bild oder in einer Sensoraufzeichnung enthalten ist. Letztere nennt die Auflösung im Bezug auf eine Fläche.
Absolute Auflösung
Bei Kameras wird die Auflösung absolut angegeben, meist in Megapixeln. Diese Zahl repräsentiert die absolute Menge an Bildpunkten, die die jeweilige Kamera in einem Bild aufzeichnen kann. Ein Megapixel entspricht dabei einer Million Bildpunkte.
Bei Bildschirmen wird die Auflösung im Format Breite x Höhe in Bildpunkten angegeben, also z.B. 1600×1200 oder 1920×1080. Einige dieser Auflösungen haben auch definierte Namen, wie z.B. “Full HD” für 1920×1080 oder XGA für 1024×768. Auch bei Kameras wird dieses Format verwendet, jedoch findet man es meist eher versteckt im Datenblatt.
Es ist problemlos möglich, durch simple Multiplikation den Megapixel-Wert einer im Format Höhe x Breite vorliegenden Auflösung zu errechnen. 1920×1080 sind dementsprechend 2’073’600 Pixel, bzw. rund 2 Megapixel.
Umgekehrt ist es jedoch nicht direkt möglich, aus einer Megapixel-Zahl die Höhe und Breite des Bildes zu errechnen, denn die Angabe Megapixel sagt nichts darüber aus, wie diese Pixel auf dem Bild verteilt sind. Ein Megapixel kann sowohl für 1000×1000 Pixel stehen, als auch für 500×2000 Pixel, als auch für beliebige andere Kombinationen, die zusammengerechnet eine Millionen Pixel ergeben.
Relative Auflösung
Während bei Kameras absolute Auflösungsangaben dominieren, geht man im Druckbereich meist mit relativen Auflösungen um. Diese sagen zunächst nichts über die Gesamtzahl an Pixeln aus, sondern beschreiben nur, wie viele Pixel pro Größeneinheit aufgezeichet bzw. ausgegeben werden können.
Am gängigsten ist dabei die Größeneinheit DPI (dots per inch). Wie der Name schon sagt beschreibt sie, wie viele Punkte für jeden Zoll an Bildfläche verwendet werden. Liegt eine Grafik also in 300 DPI vor, werden in jeder Zeile pro Zoll 300 Punkte verwendet. Bei 10 Zoll wären es also 3000 Punkte.
Weitere relative Auflösungsformate sind u.a. PPI (pixel per inch) und LPI (lines per inch). In der Fotografie ist auch LP/mm interessant, die Anzahl der Linienpaare pro Millimeter, in der die Auflösung von Objektiven gemessen wird.
Nur anhand der relativen Auflösung kann man jedoch nicht sagen, ob ein Digitalfoto für einen Einsatzzweck ausreichend ist. Hinter einem Foto “in 300dpi” könnten sich theoretisch auch nur 100×100 Pixel verbergen – allerdings reichen diese dann gerademal für ein 3×3 mm großes Foto. Wenn man also von jemandem ein Bild in einer bestimmten Auflösung haben möchte, sollte man entweder direkt eine absolute Angabe verwenden, oder einen Ausdruck wie “10×15cm in 300dpi”.
Richtwerte
Das menschliche Auge kann im normalen Leseabstand nicht viel mehr als 300dpi auflösen, daher müssen auch Fotos nicht mit höherer Auflösung gedruckt werden. Häufig sind auch 150dpi noch durchaus ausreichend. Ist der Leseabstand größer, wie beispielsweise bei Postern, genügen auch geringere Auflösungen.
Für einen 10×15cm großen Fotoabzug braucht man daher idealerweise 1200×1800 Pixel um ihn in 300dpi drucken zu können. Das entspräche 2,2 Megapixel. Doch auch mit 150dpi, bzw. 600×900 Pixel, bzw. 1,1 Megapixel dürften die meisten Betrachter noch zufrieden sein. Für Drucke wie Poster, die gerne mal über dem Sofa angebracht werden und daher einen höheren Betrachtungsabstand haben, reicht die Auflösung bereits ab 50dpi aus. Bei einem 80×60cm großen Poster entspräche das 4000×3000 Pixel, bzw. 12 Megapixel.
Als Faustregel für den durchschnittlichen Betrachtungsabstand kann man die Bilddiagonale verwenden. Eine nähere Betrachtung wird für das menschliche Auge anstrengend, viel weiter weg sollte man auch nicht gehen. Ein DIN A4 Blatt wird nach dieser Regel im Durchschnitt mit 36cm Abstand gelesen. Bei größeren Formaten dementsprechend mehr, und umso niedriger wird die benötigte Auflösung.
Die gängigsten Formate und ihre Eignung bei verschiedenen Auflösungen haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich zusammengestellt:

Grundsätzlich ist eine hohe Auflösung immer erstrebenswert. Inzwischen ist die Technik jedoch soweit fortgeschritten, dass die Auflösung nicht länger das Maß aller Dinge ist. Wie man sieht bietet heute nahezu jede gängige Digitalkamera genug Auflösung um auch größere Formate drucken zu können.
Eine hohe Auflösung kann an anderer Stelle sogar Nachteile mit sich bringen, zum Beispiel durch eine mit der Auflösung steigende Rauschempfindlichkeit von Bildsensoren (siehe auch Fotografie Grundkurs (6/11): Bildrauschen). Man sollte sich also beim Kamerakauf nicht nur auf die reine Auflösung konzentrieren, da oftmals mit Kanonen auf Spatzen geschossen – also mit extrem hoher Auflösung, die eigentlich gar nicht benötigt würde, fotografiert wird.
Fotografie Grundkurs (10/11): Blitzgeräte
FS schreibt in Foto-Know-How am 27.02.2011
Einsteiger denken bei Blitz vor allem an den integrierten Blitz der meisten Kameras aus dem Konsumentensegment. An Profis gerichtete Kameras haben jedoch meist keinen eigenen Blitz. Aus gutem Grund, denn für anspruchsvolle Bilder können solche Blitze praktisch nicht verwendet werden.
Integrierte Blitzgeräte

Integrierter Blitz: Canon PowerShot SX10 IS
Integrierte Blitze leiden vor allem unter einem prinzipbedingten Nachteil: Ihr Licht kommt immer aus der Richtung der Kameralinse. Diese “voll drauf”-Beleuchtung sorgt jedoch für einen eher platten Bildeindruck, als für eine schöne Lichtgestaltung. Befindet sich das Motiv vor einer Wand gesellt sich dazu meist noch ein typischer, harter Schatten ganz knapp neben dem Motiv, da der Blitz eben nur fast auf der Höhe der Linse sitzt. Dieser minimale Richtungsunterschied beschert den minimalen Schlagschatten, der ästhetisch alles andere als angenehm ist. Die linsennahe Blitzposition führt auch zu dem gefürchteten Rote-Augen-Effekt, bei dem das Licht von der Netzhaut zurück zur Lichtquelle und damit auch zur Linse reflektiert wird.

Beispiel für schlecht eingesetzten Blitz
Je nach Aufnahmesituation findet sich in vielen Fällen auch ein sehr ungeschickter Helligkeitsunterschied zwischen Hauptmotiv und Hintergrund. Die Lichtintensität nimmt im Quadrat zur Entfernung ab. Ist die Wand doppelt so weit wie das Motiv von der Kamera entfernt, ist sie also viermal so dunkel. Dies führt zu den typischen Partyfotos auf denen man die Gesichter erkennt, alles andere aber in einem dunklen Brei verschwindet. Noch schlimmer ist dieser Effekt, wenn sich zusätzlich noch ein Objekt im Vordergrund befindet. Dieses wird dann hoffnungslos überbelichtet.
Weniger prinzipbedingt, aber dennoch nicht selten sind relativ schlechte Belichtungsautomatiken im Zusammenhang mit dem Blitz. Für ein gutes Bild muss die Blitzintensität sehr gut auf die restlichen Belichtungsparameter (siehe Teil 1 dieser Reihe: Belichtung) abgestimmt werden. Durch die schnell abfallende Lichtintensität muss die Automatik dabei sehr gut erkennen, welches Objekt denn richtig belichtet werden soll. Nicht selten geht das daneben und führt zu stark unter- oder überbelichteten Bildern.
Grundsätzlich ist es zwar möglich, den internen Kamerablitz sinnvoll einzusetzen, beispielsweise zur dezenten Aufhellung im Gegenlicht, aber diese Fälle sind selten, sodass es meist sinnvoller ist, auf den integrierten Blitz komplett zu verzichten.
Blitzanlagen
Vor allem in der Studiofotografie sind Blitzanlagen das Beleuchtungsmittel der ersten Wahl. Eine Blitzanlage besteht für gewöhnlich aus einem Blitzgenerator, mehreren Blitzköpfen und den zugehörigen Lichtformern.
Der Generator stellt dabei lediglich die Energie zur Verfügung. Das eigentliche Licht kommt aus den Lichtköpfen. Da diese frei im Raum verteilt werden können, kann der Lichteinfall beliebig beeinflusst werden. Die einzelnen Köpfe können in ihrer Helligkeit separat gesteuert werden.
Die größere Konstruktion ermöglicht auch den Einsatz diverser Lichtformer, die das abgegebene Licht weiter verändern können. Am häufigsten werden sogenannte Softboxen genutzt, die das Licht der Lampe durch eine größere weiße Fläche streuen. Dies führt dazu, dass das Licht nicht nur von einem relativ kleinen Punkt, nämlich der Blitzbirne, ausgeht, sondern von einer großen Fläche abgegeben wird und dadurch deutlich weicher wird. Doch auch diverse andere Lichtformer sind gängig, z.B. um das Licht härter zu machen, oder spezielle Effekte wie Streifen oder Punkte zu erzeugen.
Im Gegensatz zu einfacheren Blitzgeräten bieten Blitzanlagen meist neben dem eigentlichen Blitz ein sogenanntes Einstellicht als Lichtquelle. Im Gegensatz zum Blitz leuchtet dies stetig, sodass man die Lichtwirkung effektiv beurteilen kann, ohne nach jeder Einstellungsänderung ein neues Testfoto machen zu müssen.
Der größte Nachteil an Blitzanlagen ist ihre Sperrigkeit. Die einzelnen Blitzköpfe stehen auf Stativen, brauchen mit Lichtformer viel Platz und sind mit Kabeln an den Generator gebunden. Richtig viel Sinn machen solche Anlagen meist nur, wenn man auch über einen entsprechenden Studioraum verfügt. Zwar gibt es auch portable, batteriebetriebene Anlagen, diese sind jedoch deutlich teurer und häufig weniger leistungsstark.
Externe Aufsteckblitze

Aufsteckblitz: Canon Speedlite 580EX II
Insbesondere Fotojournalisten verwenden primär Aufsteckblitze. Wie der Name schon sagt, werden diese auf die Kamera aufgesteckt. Sie teilen dadurch zunächst den Positionsnachteil der integrierten Blitze, haben aber eine Reihe an Vorteilen.
Zum einen ermöglicht die höhere Preisklasse und der zusätzliche Platz im größeren Gehäuse eine deutlich ausgereiftere Technik. Externe Blitze haben wesentlich mehr Leistung und können Motive auch auf Distanz beleuchten. Zusätzliche Sensoren und gute Abstimmung auf die jeweilige Kamera ermöglichen sehr gut funktionierende Automatiken.
Zum anderen können Aufsteckblitze in der Regel in eine oder mehrere Richtungen geschwenkt werden. Dadurch kann man indirektes Licht nutzen, indem man beispielsweise gegen eine Wand blitzt, durch deren Reflektion dann das eigentliche Motiv belichtet wird. Das Licht kommt dann nicht mehr direkt von der Kamera, sondern aus der Richtung der angeleuchteten Wand und ist dank der größeren Reflektionsfläche deutlich weicher.
Moderne Blitzgeräte diesen Typs können außerdem auch losgelöst von der Kamera betrieben werden. Sie werden drahtlos von der Kamera ausgelöst und können so frei positioniert werden. Es können auch mehrere Blitzgeräte gleichzeitig und unabhängig voneinander genutzt werden. Es gibt inzwischen auch Stative und Lichtformer für solche “entfesselten Blitze”, wie sie häufig genannt werden. Dadurch hat man praktisch eine Blitzanlage, wenn auch ohne das Einstelllicht. Im Vergleich zur typischen Studio-Blitzanlage haben diese Systemblitze sogar den Vorteil, mit den Belichtungsautomatiken der Kameras zusammen zu arbeiten, was unter Zeitdruck durchaus praktisch sein kann.
Fazit
“Finger weg vom integrierten Blitz” kann durchaus als eine gültige Faustregel angesehen werden. Für Anfänger bietet es sich an, zunächst mit natürlichem Licht und passiven Beleuchtungsmitteln wie beispielsweise Reflektoren zu experimentieren. Ob sich Fortgeschrittene eher für eine Blitzanlage, oder einen bzw. mehrere Aufsteckblitze entscheidet, hängt primär von den Fotografiergewohnheiten und dem Budget ab. Wer sich für Studiofotografie interessiert findet schon sehr günstig einfache Blitzanlagen. Aufsteckblitze sind flexibler, werden aber sehr schnell sehr teuer, falls man mehrere entfesselte Blitze nutzen möchte.
Blitzgeräte in der Praxis
Der richtige Umgang mit Blitzgeräten will gelernt sein. In der nächsten Folge des Galileo Fotografie-Grundkurses werden wir mehr Tipps zur richtigen Anwendung dieser spannenden Technik geben.
Digitale Spiegelreflexkameras erhalten Einzug in Fernsehen und Kino
FS schreibt in News und Web-Tipps am 23.11.2010

Canon EOS 5D Mark II (Foto: Charles Lanteigne)
Bereits Anfang des Jahres berichteten wir über die die neuen Möglichkeiten, hochwertige Videos mit Spiegelreflexkameras (siehe Filmen mit DSLRs) zu produzieren. Zuerst wurde diese Möglichkeit vor allem von begeisterten Amateuren genutzt, aber inzwischen erhalten Spiegelreflexkameras auch Einzug in Kino- und Fernsehproduktionen.
So wurde beispielsweise das Staffelfinale der beliebten Fernsehserie Dr. House vollständig auf Canon EOS 5D Mark II Kameras gedreht. In einem Interview waren die Produzenten besonders begeistert von dem geringen Platzbedarf der Kameras. So mussten sie keine Sets bauen, die man auseinander nehmen können muss, um schweres Gerät darin zu platzieren. Das kam auch den Schauspielern sehr entgegen, die dadurch in sehr realistischen Umgebungen spielen konnten. Greg Yaitanes, Executive Producer, war auch sehr von der gesteigerten Tiefenwirkung der Spiegelreflexkamera begeistert:
“Ich war von der Videoästhetik sehr angetan, denn sie war mehr als filmisch. Sie ermöglichte es auf ganz neue Art, die Darsteller aus dem Hintergrund zu lösen und dem Zuschauer direkt vor das Gesicht zu setzen. Die Kamera ermöglichte eine Intimität, wie ich sie bislang weder auf Film noch Digital gesehen hatte.”
Für Filmemacher hat Tiefenunschärfe von Vollformat-Spiegelreflexkameras (siehe auch unser Grundlagenartikel über Sensorgrößen) tatsächlich eine neue Dimension. Man übersieht nämlich leicht, dass das 35mm-Kleinbildformat (36 × 24mm) effektiv größer ist, als das 35mm-Kinoformat (bis zu 25,00 × 18,75 mm – je nach Technik). Der Filmstreifen ist zwar genauso breit, jedoch liegen die Einzelbilder im Kleinbild längs zum Streifen, während sie in Filmkameras quer zur Filmrichtung liegen. Dadurch wird im Kleinbildformat letztlich mehr Bildfläche genutzt, als im 35mm-Kinofilm.
Auch die Neuauflage der Krimiserie Hawaii Fünf-Null, die dieses Jahr in den USA angelaufen ist, nutzt in einzelnen Szenen immer wieder Spiegelreflexkameras. Sogar Kinoproduktionen experimentieren mit den neuen Kameras, wenn auch bislang mehr in Independent-Produktionen oder nur in wenigen Szenen. Beispielsweise wurde der Film Rubber vollständig auf einer 5D Mark II gedreht.
Bislang wird diese Nische fast ausschließlich von Canon dominiert. Der Hersteller hat mit der EOS 5D Mark II noch immer die einzige relevante Vollformat-Videokamera im Programm und bedient inzwischen mit der 550D auch das APS-C-Format, welches immerhin noch fast genauso groß wie 35mm-Kinofilm ist. Im Amateur-Bereich sind die wichtigsten Konkurrenten Panasonic mit der Lumix GH1 und seit kurzem auch wieder Nikon mit der D7000. Beide Kameras haben jedoch keinen Vollformatsensor.
Für Fotografen bietet dieser Trend ganz neue Möglichkeiten, denn viele Fotografen wollen sich früher oder später auch einmal am Bewegtbild versuchen. Noch vor wenigen Jahren musste man dafür stets eine separate Kamera kaufen, die dann auch noch durch die damals kleinen Sensoren in Videokameras fundamental schlechtere Bilder als die unerschwinglichen Filmkameras produzierte. Inzwischen reicht bereits eine neuere Spiegelreflexkamera und ein wenig Zubehör, wie Tonaufnahmegeräte und Mikrofone.
Natürlich gehört noch immer mehr dazu, einen hervorragenden Film zu drehen, als nur eine gute Kamera zu haben – zum Beispiel gute Beleuchtung und Set-Design. Doch dank den modernen Spiegelreflexkameras findet man zumindest einen einfachen Einstieg um bereits sehr gute Aufnahmen zu produzieren.
Sony SLT-A33 & SLT-A55V: Neues Kamerakonzept
FS schreibt in News und Web-Tipps am 04.11.2010
Sony hat zwei Kameras angekündigt, die ein neues Konzept verfolgen: Spiegelreflexkameras mit fixiertem, halbdurchlässigen Spiegel.

Sony SLT-A33
Bei klassischen Spiegelreflexkameras kann das Licht zwei Wege nehmen. Durch einen vor dem Sensor positionierten Spiegel wird es nach oben in einen optischen Sucher abgelenkt. Während der Aufnahme (oder beim Einsatz von LiveView) wird der Spiegel hochgeklappt, und das Licht fällt stattdessen auf den Sensor.
Bei den neuen Sony-Kameras SLT-A33 und -A55V bleibt der Spiegel hingegen immer vor dem Sensor. Er leitet jedoch nicht das ganze Licht um, sondern nur einen Teil. Ca. 70% gelangen trotzdem bis zum Sensor. Das abgeleitete Licht wird aber nicht für einen optischen Sucher verwendet, sondern zu Autofokus-Sensoren geleitet. Dadurch kann der von Spiegelreflexkameras bekannte Phasenautofokus verwendet werden, der deutlich schneller ist, als der Kontrastautofokus, der über den Sensor genutzt werden kann.
So können Sonys neue Kameras auch im Video- und LiveView-Modus die schnelle Autofokus-Technik einsetzen. Bei den Konkurrenzprodukten von Canon und Nikon war der langsame Autofokus in diesen Modi bislang immer eine deutliche Schwachstelle.
Die überarbeiteten Bildsensoren sollen trotz des dreißigprozentigen Lichtverlusts durch den Spiegel eine Empfindlichkeit von ISO 100 bis ISO 12800 erreichen. Die Auflösung beträgt 16,2 Megapixel bei der A55V und 14,2 Megapixel bei der A33. Beide Sensoren haben das APS-C-Format.
Die Kameras verfügen über eine Video-Funktion, die in AVCHD in 1080i50 mit ca. 17MBit/s aufzeichnet. Alternativ steht ein MP4-Modus in 1.440 x 1.080 oder 640 x 480 bei jeweils 25 Vollbildern pro Sekunde zur Verfügung. Es gibt jedoch kaum manuelle Belichtungseinstellungen.
Die Kameras sollen ab September im Fachhandel sein und ohne Objektiv 649,00 Euro (SLT-A33) bzw. 749,00 Euro (SLT-A55V) kosten. Kit-Angebote sind ebenfalls verfügbar.
Fotografie Grundkurs (7/11): Kompaktkamera vs. Spiegelreflexkamera
FS schreibt in Foto-Know-How am 10.10.2010

Spiegelreflexkamera
(Foto: Nebrot)

Kompaktkamera
(Foto: Lipton sale)
Kompaktkamera oder Spiegelreflexsystem? Welche Vor- und Nachteile bringen diese Kameras mit sich und welches System eignet sich für meinen Einsatzzweck am Besten? Wie so häufig lautet die Antwort “Es kommt drauf an.”
Kompaktkameras
Kompaktkameras zeichnen sich vor allem durch ihre kleine Bauform und ihr geringes Gewicht aus. Die meisten Modelle passen in jede Handtasche, viele sogar in die Hosentasche. Das macht Kompaktkameras zum idealen Dauerbegleiter.
In der Bedienung sind sie sehr auf Einfachheit ausgelegt. Während eine Spiegelreflexkamera Einsteiger mit zahlreichen Knöpfen und Einstellrädern etwas überfordern kann, gibt es bei Kompaktkameras nur begrenzt viele Bedienelemente. Daher kommt auch die englische Bezeichnung Point & Shoot, denn Kompaktkameras sind vor allem auf das Zielen und Abdrücken ausgelegt.
Bedingt durch die kleine Bauform (und aus Kostengründen) sind Kompaktkameras meist mit sehr kleinen Bildsensoren ausgestattet. Auch das erleichtert die Bedienung, da kleine Sensoren einen sehr großen Tiefenschärfebereich mit sich bringen. So hat der Fotograf nur selten mit Schärfeproblemen zu kämpfen. Mehr Informationen über den Einfluss der Sensorgröße auf das Bild gibt es in Teil 5 dieser Reihe. http://blog.posterxxl.de/fotografie-grundkurs-511-sensorgrosen/
Auch preislich kommen Kompaktkameras dem Anfänger entgegen. Obwohl man für gute Kompaktkameras auch sehr viel Geld liegen lassen kann, gibt es auch zahlreiche brauchbare Modelle in günstigeren Preissegmenten.
Spiegelreflexkameras
Spiegelreflexkameras sind dagegen mehr auf Flexibilität ausgelegt. Die Objektive kann man wechseln, es gibt einen Anschluss für einen externen Blitz und mehr Bedienelemente um schneller zu den gewünschten Einstellungen zu gelangen.

Nikon 50mm-Objektiv
(Foto: Aka)
Wechselobjektive sind vor allem für fortgeschrittene Fotografen spannend. Es existiert nicht ein einzelnes Objektiv, dass für alle Situationen perfekt geeignet ist. Da man das Objektiv bei Kompaktkameras nicht wechseln kann, muss man sich mit einem Kompromiss begnügen. Die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Objektivtypen wird der nächste Teil dieser Reihe behandeln.
Die größeren Sensoren der Spiegelreflexkameras haben positive Auswirkungen auf die Bildqualität. Sie sind in aller Regel für schwierige Lichtsituationen, wie beispielsweise Konzerte, besser geeignet. Die lichtstärkeren Sensoren sind weniger rauschanfällig, als die in Kompaktkameras verbauten Sensoren. Desweiteren kann man die geringere Tiefenschärfe bei Spiegelreflexkameras als effektives Gestaltungsmittel einsetzen.
Auch die Bauform dieser Kameras bringt Vorteile mit sich. Das größere Gehäuse und die schwereren Objektive ermöglichen eine sehr stabile Kamerahaltung. Man kann Spiegelreflexkameras mit zwei Händen umgreifen, anstatt sie zwischen Fingern zu balancieren. Durch den sichereren Halt und das deutlich höhere Eigengewicht verwackeln Fotos seltener.
Der Autofokus in Spiegelreflexkameras arbeitet nach dem sogenannten Phasenvergleich, während die meisten Kompaktkameras einen Kontrast-Autofokus verwenden. Dadurch können Spiegelreflexkameras deutlich schneller fokussieren.
Ebenfalls sehr geschätzt wird der optische Sucher, der das Markenzeichen von Spiegelreflexkameras ist. Solange kein Bild aufgenommen wird, lenkt ein Spiegel das Licht von dem Sensor weg und auf eine Mattscheibe, auf der man es durch den Sucher betrachten kann. Dieses optische Sucherbild glänzt vor allem durch eine wesentlich höhere Auflösung, als digitale Bildschirme zeigen können.
Während der Aufnahme klappt der Spiegel nach oben und lässt das Licht ungehindert auf den Sensor fallen. Das macht Spiegelreflexkameras deutlich lauter als Kompaktkameras, denn das Klacken des hochklappenden Spiegels ist deutlich wahrnehmbar.
Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Schon die Einsteigermodelle liegen über 400 Euro. Für zusätzliche Objektive kann man nochmals mehrere hundert Euro pro Stück einplanen.
Aufgeweichte Grenzen

Bridgekamera Sony DSC-R1
(Foto: Mohylek)
Mit dem Fortschreiten der Technik gibt es auch zunehmend Ausnahmen zu diesen Unterschieden. Bridge-Kameras bieten eine Welt zwischen Spiegelreflex und Kompaktkamera, einige Kompaktkameras verfügen über Blitzschuhe, Phasen-Autofokus und große Sensoren. Die Kategorie der EVIL-Kameras verfügt über viele Eigenschaften der Spiegelreflexkameras, verzichten aber auf ein Spiegelsystem und damit den optischen Sucher, was eine kleinere Bauart ermöglicht.
Fazit
Die wichtigsten Vorteile von Kompaktkameras sind ihre Portabilität und ihr Preis. Wichtigster Faktor für die Bildqualität ist noch immer der Fotograf, also spricht für den Einstieg nichts dagegen, sich erstmal mit einer Kompaktkamera zu versuchen.
Wer hingegen kompromisslos die beste Bildqualität und die meiste Flexibilität sucht – und bereit ist dafür auch entsprechend zu investieren – wird mit Spiegelreflexkameras viel Freude haben. Für Fortgeschrittene führt aufgrund der Sensorgrößen langfristig sowieso fast kein Weg an einem Spiegelreflexsystem vorbei.
Die für den Einstieg gekaufte Kompaktkamera muss nicht zwangsläufig wertlos werden, wenn man später doch auf eine Spiegelreflex umsteigt. Denn auch als fortgeschrittener Fotograf freut man sich, wenn man gelegentlich auf eine leichtgewichtige Kamera zurückgreifen kann, anstatt eine komplette Spiegelreflexausrüstung einpacken zu müssen.





